Señor Gonzalez und der Garten des Lebens von Claus Mikosch

Señor Gonzalez und der Garten des LebensNach achtjähriger Tätigkeit als Kundenberater einer Bankfiliale erhält Niklas die Kündigung. Er entscheidet sich für die angebotene Abfindung und gönnt sich eine Auszeit in Andalusien. Eine Woche später trifft er in Estepona ein und zieht dort in die Wohngemeinschaft von Pedro und dem aus dem Senegal stammenden Khadim ein. Als Niklas von Pedro gefragt wird, warum er nach Andalusien gekommen ist, antwortet er, dass er auf der Suche nach Inspiration ist. Pedro rät ihm deshalb zu einem Besuch bei Señor Gonzalez. Niklas besucht den achtundsiebzig Jahre alten Bauern auf seiner Finca und erfährt, dass dieser nur bis zum achten Lebensjahr eine Schule besucht hat und bereits mit fünf Jahren beim Gemüseanbau mithelfen musste.

Anfangs hilft Niklas dem alten Mann nur beim Tomaten pflanzen und Unkraut jäten, um mit ihm ins Gespräch zu kommen. Doch mit der Zeit merkt er, dass ihn die ungewohnte Arbeit trotz Schmerzen und Müdigkeit glücklich macht. Gonzalez würde sein Land, auf dem er geboren ist und das er kaum verlassen hat, niemals mit einer Wohnung im Ort tauschen, wo er nur auf einem Sofa dahinvegetieren würde. Er ist stolz darauf, ausschließlich mit Kompost zu düngen und keinerlei Pestizide oder Herbizide einzusetzen.

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Die Honigfabrik von Jürgen Tautz und Diedrich Steen

Die HonigfabrikDas Sachbuch Die Honigfabrik von Jürgen Tautz und Diedrich Steen beginnt schon mit einer interessanten Schilderung über die Honigsammler in Südindien. Die Autoren rekonstruieren den spannenden Weg, den die Imkerei über die Jahrhunderte bis heute zurückgelegt hat und zeigen die Entwicklungsstadien der Biene von der Eiablage zur Verpuppung, von einer Putzbiene zur Ammenbiene und weiter zur Honigmacherin auf, die schließlich zur Futtersuche als Sammelbiene ausschwärmt. So müssen Spurbienen jedes Jahr nach der Überwinterung nach neuen Quellen suchen, die sie im Stock über Tanzfiguren, den sogenannten Schwänzeltanz, ihren Artgenossen mitteilen. Anders als beim Entdecker Karl von Frisch kann heute bei der Erforschung auf moderne Videotechnik zurückgegriffen werden.

Die Autoren schreiben von der traurigen und brutal anmutenden Existenz der Drohnen, machen einen notwendigen Abstecher in die Genetik und gehen auf die unterschiedlichen Bienenrassen ein. Sie erläutern nachvollziehbar, wie eine Königin, die nur für das Eierlegen zuständig ist, auf geheimnisvolle Weise entsteht und auch, was zu ihrem Untergang führt.

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Mascha, du darfst sterben von Antje May

Mascha, du darfst sterbenEs kann jeden von uns treffen: Durch einen Arbeitsunfall, einen unglücklichen Sturz oder einen Verkehrsunfall kann das Gehirn so stark in Mitleidenschaft gezogen werden, dass es irreparable Schäden davonträgt. Wer im Wachkoma liegt, kann keine Entscheidungen mehr treffen. Das kann man nur, so lange man noch gesund und im Besitz der geistigen Kräfte ist. Ob man unter Umständen jahrelang nur an Maschinen angeschlossen lediglich am Leben erhalten werden möchte oder nicht, sollten nicht nur ältere Menschen, die sich schon mit ihrem Tod auseinandergesetzt haben, sondern gerade auch junge Leute in einer Patientenverfügung schriftlich fixieren. Entsprechende Muster gibt es beispielsweise in Mappen wie Vorsorge für den Notfall von Dr. Ludwig Kroiß und Brüne Soltau, wodurch den Angehörigen ein Schicksal, wie es Antje May widerfahren ist, erspart bleibt.

Antje May ist alleinerziehende Mutter ihres neunzehnjährigen Sohnes Raphael und ihrer Tochter Mascha. Über die Karnevalstage will die Siebzehnjährige zu ihrer Freundin fahren. Auf dem Weg zur Bushaltestelle, die direkt vor ihrer Haustür liegt, wird sie im Februar 2009 von einem Auto angefahren. In der Neurochirurgie diagnostiziert man ein schweres Schädel-Hirn-Trauma.

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Ich dreh gleich durch! von Anna Maria Sanders

Ich dreh gleich durch!Eltern, deren Kinder an ADHS leiden, einer Aufmerksamkeitsdefizit- /Hyperaktivitätsstörung, die durchaus auch noch Erwachsene betreffen kann, haben es nicht leicht und sind nicht zu beneiden. Die Betroffenen selbst leiden unter der bei ihnen gestörten Weiterleitung von Signalen zwischen den Nervenzellen. Anna Maria Sanders, bei deren Sohn ADHS diagnostiziert wurde, ist es ein Anliegen, mit einigen diesbezüglichen Vorurteilen aufzuräumen und hat deshalb das Sachbuch Ich dreh gleich durch! geschrieben. Zunächst nennt sie Zahlen und Fakten zu diesem häufigsten kinderpsychiatrischen Krankheitsbild, bei dem die Ärzte zunehmend Medikamente verordnen. Sie geht auf die Ursachen nach dem aktuellen wissenschaftlichen Stand ein, bevor sie eine imaginäre Familie mit einem an ADHS erkrankten Kind in Form von Tagebucheinträgen zu Wort kommen lässt:

Der elfeinhalbjährige Max Bergmann besucht die erste Klasse eines Gymnasiums und schreibt in sein Tagebuch, das er am 1. Weihnachtstag 2014 bekommen hat, wie ungerecht er sich häufig behandelt fühlt. Als er mit seinen Eltern und seinem Bruder in den Skiurlaub fährt, kommt es am Skilift zu allerhand Pannen.

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