Der ehemalige Chef des chinesischen Geheimdienstes, Huang Shei, trifft sich auf Jamaika mit dem Ägypter Ahmad Süleyman Manouk, weil der ihm einen Auftragskiller besorgen soll. Für diesen ganz speziellen Mord an dem Dalai Lama wird Manouk viel Geld geboten, und er weiß, dass für diesen Einsatz nur ein Mann infrage kommt. Von seinem Leibwächter Hassan Osman beschützt, nimmt Manouk Kontakt zu einem skrupellosen Killer auf.

Der private Ermittler Koslowski, der seinen Dienst bei der Polizei schon vor über 30 Jahren gekündigt hat, wird auf einem Fest von einem Unbekannten angerempelt. Es stellt sich heraus, dass es sich bei der Person um Oberkommissar Michael Christ handelt. Wenig später gerät Koslowski in einer Polizeikontrolle ausgerechnet an Christ, der ihm offensichtlich übel mitspielen will. Zu allem Überfluss stoßen die beiden Kontrahenten kurz darauf erneut aufeinander, Koslowski fühlt sich provoziert und tötet versehentlich den Polizeibeamten. Koslowski muss schnellstens untertauchen, doch in seine Wohnung kann er nicht zurück. Er braucht dingend eine neue Identität und Geld. Unglücklicherweise ist sein früherer Kollege Walfried Eugelink gerade pensioniert worden und seine neue Freundin Britta Craven weilt für drei Monate in Los Angeles. In seiner Not wendet sich Koslowski an den ehemaligen Geldschrankknacker Siegfried Gründler, der wiederum Kontakte zu Hannes Borgmann hat. Von diesem erhofft sich aber nicht nur Koslowski Hilfe, sondern auch der äußerst brutale Killer, der für den Auftragsmord auserwählt wurde.

In bekannter Manier lässt Joachim H. Peters auch in seinem Roman Koslowski – Schatten der Vergangenheit reale politische Ereignisse einfließen und wie sich das für einen Lippe-Krimi gehört, erfährt der Leser auch einiges über Detmold und das Lipperland. Das erwähnte Bistro Knispel wird ein Besucher ebenso wie die Pizzeria Etna oder auch das für Führungen geöffnete Residenzschloss in Detmold vorfinden. Sogar den Bergsteiger Heinrich Harrer, der sich im Roman mit dem Dalai Lama treffen will, hat es gegeben. Er war tatsächlich ein Freund des geistigen Oberhaupts der Tibeter, verstarb aber bereits im Jahr 1998.

Wahrscheinlich ist der im richtigen Leben als Polizeibeamter tätige Joachim H. Peters gewohnt, schnelle Entscheidungen zu treffen und nicht lange zu fackeln. Denn auch in seinem sechsten Band der Koslowski-Reihe kommt der Autor sofort zur Sache. Mit Rückblicken in die Vergangenheit seines Protagonisten und durch verschiedene Handlungsstränge, die scheinbar keine Verbindung zueinander aufweisen, steigert er die Neugier des Lesers, für den sich immer neue Fragen auftun. Er wird mit nicht vorhersehbaren Ereignissen überrascht und manchmal sogar geschockt, doch dem Autor gelingt es immer wieder aufs Neue, mit einer weiteren Wendung der Handlung zu verblüffen. Allen potentiellen Lesern sei geraten, für die Lektüre einen langen, freien Tag zu wählen, sonst kann es ihm passieren, dass er auch noch nachts den Krimi Koslowski – Schatten der Vergangenheit in Händen hält.

Joachim H. Peters, Koslowski – Schatten der Vergangenheit, Verlag Topp + Möller 2014, Papperback, 259 Seiten, ISBN 978-3-936867-54-1, Preis: 11,20 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

1 Kommentar

  1. Meine wohlwollende Beurteilung darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass es dem Verlag bisher nicht gelungen ist, die Fehlerquote auf ein erträgliches Maß herunterzudrücken. So weist bereits der Klappentext einen logischen Fehler auf, und durch das ganze Buch reihen sich Fehler an Fehler, die durch ein Korrektorat ganz einfach hätten vermieden werden können.

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