Frieda und Anselm besuchen dieselbe Schule. Anselm, der von allen nur Amsel gerufen wird, gilt als Außenseiter in der Klasse und verbringt als Nerd die Nachmittage am liebsten vor seinem Computer. Mathematik bereitet ihm im Gegensatz zu Frieda keine Probleme, die in dem ihr verhassten Fach sogar Nachhilfe von einer älteren Schülerin benötigt. Dafür ist sie in Musik und Sport die Bessere.

Während der Vorbereitungen zu einer Radfahrprüfung zum Ende des vierten Schuljahres kommt es zwischen den beiden im Verkehrsgarten zu einem Zusammenstoß. Obwohl sie bis zu diesem Zwischenfall den jeweils anderen wegen seiner Schwächen ausgelacht haben, zeigt sich Frieda nun hilfsbereit und übt mit Anselm für die anstehende Prüfung. Beide stellen überrascht fest, dass der andere eigentlich ganz nett ist. An einem Teich, wo sie Kaulquappen beobachten, kommen sie sich näher, und Frieda hat plötzlich ein Gefühl Wie Brausepulver im Bauch.

Frieda und Anselm verbinden zu ihrem Erstaunen gleiche Interessen. Mit Stolz erzählt sie von ihrer Froschsammlung, und bei ihm zu Hause zeigt er ihr seine beiden Echsen. Seine jeansblauen Augen gehen Frieda nicht mehr aus dem Kopf und sie schämt sich, zusammen mit Anselm gesehen zu werden. Doch spätestens, als Anselm sie zu seinem 10. Geburtstag einlädt, weiß die ganze Klasse von den sich entwickelnden zarten Banden.

Christine Fehér hat mit dem Kinderbuch Wie Brausepulver im Bauch wieder einmal bewiesen, wie sehr sie sich in die Lage und die Gefühlswelt junger Menschen versetzen kann, wenn sie sich im Übergangsstadium vom Kind zum Jugendlichen befinden und erste Gefühle für das andere Geschlecht entwickeln. Im Wechsel lässt sie ihre beiden Protagonisten zu Wort kommen. Dadurch wird die anfängliche Abneigung von Frieda gegenüber Anselm und umgekehrt besonders deutlich und auch die Entwicklung von allmählicher Akzeptanz bis hin zu einem Eingeständnis ihrer Zuneigung.

In kurzen und klaren Sätzen schreibt die Autorin in einer für junge Leser angemessenen Sprache, wenn sie Begriffe wie „zutexten“ verwendet. Das Kinderbuch ist sowohl für Mädchen, wie auch für Jungen ab einem Alter von neun Jahren zu empfehlen, wobei sich das Interesse an dem in dieser Form dargebotenen Thema ab einem Alter von zwölf Jahren verlieren dürfte. Das unterstreichen auch die eingestreuten Illustrationen von Daniela Bunge, die passend zum Text angefertigt wurden und in erster Linie Leser im Alter der Protagonisten ansprechen.

Bevor für Frieda und Anselm ein neuer Lebensabschnitt mit dem Wechsel von einer Grundschule zur weiterführenden Schule beginnt, freuen sie sich mit den Klassenkameraden auf einen Schulausflug mit einer Nachtwanderung und dem Besuch eines Schwimmbades. Beide machen die Erfahrung, dass innere Werte wichtiger sind als Äußerlichkeiten. Wer das Gefühl Wie Brausepulver im Bauch schon kennt, weiß gaaanz genau, wovon Christine Fehér spricht, und wer es noch nicht kennt, wird es wie Frieda und Anselm sicher auch bald verspüren.

Christine Fehér, Wie Brausepulver im Bauch, cbt Verlag 2017, Hardcover, 224 Seiten, ISBN 978-3-570-16504-1, Preis: 12,99 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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