Ella besucht in Finnland eine zweite Schulklasse. Da von der Gemeinde einige Schulen geschlossen werden sollen, müssen alle Lehrer eine Erklärung ans Schulamt schreiben. Dummerweise verwechselt ihr Lehrer seinen Brief mit einem Aufsatz von Ella, der vom letzten Schulausflug zum Zoo handelt. In der Konsequenz führt das zu ungeahnten Verwicklungen und die Verantwortlichen im Schulamt glauben, dass sie die Schüler vor ihrem Lehrer schützen müssen. So muss Ella mit ihren Mitschülern Hanna, Tiina, Timo, Rambo, Mika und Pekka von nun an eine „Monsterschule“ besuchen, die viel zu groß und unübersichtlich ist.

An der neuen Schule treffen sie auf Anna, die ihnen von einem Schüler erzählt, den niemand berühren darf und vor dem sich alle fürchten. Denn sein einflussreicher Vater hat viel Geld und will genau auf dem Platz, auf dem ihre alte Schule steht, eine Formel-1-Rennstrecke für seinen Sohn Kimi errichten lassen. Der Lehrer und die Mütter der Schüler arbeiten gemeinsam an einem Plan, wie sie die alte Schule vor dem Abriss retten können. Doch kommt es noch schlimmer, als eines Tages Kimis Vater vor der Haustür des Lehrers steht und ihm einen weiteren gemeinen Plan unterbreitet. Als schon sämtliche Hoffnungen, die Schule zu retten, aufgegeben sind, meldet sich plötzlich zur allgemeinen Überraschung Anna, die helfen will und Kimi zu einem Rennen herausfordert. Zur Verblüffung aller sorgt ausgerechnet der kleine Käfer Martti dafür, dass sich das Blatt hin zum Guten wendet.

Timo Parvela hat mit dem Kinderbuch Ella und das große Rennen ein weiteres Abenteuer von Ella und ihren Freunden zu Papier gebracht. Der Verlag empfiehlt die Geschichten für Acht- bis Zehnjährige, wobei aber durchaus auch ältere Kinder bei den herrlich komischen Verwechslungen vor Lachen kaum ihre Tränen zurückhalten können. Der Autor beweist Einfallsreichtum, wenn er die Kinder mit Bärten verkleidet als Präsidenten eine Polizeidienststelle aufsuchen lässt. Oder wenn der Lehrer, dem Timo Parvela keinen Namen gegeben hat, ein umweltfreundliches Auto kreiert, das von zwei Hunden gezogen wird und anstelle von Benzin auf zehn Kilometern jeweils ein Kilogramm rohes Hack verbraucht. Das mag zwar auf den ersten Blick nur ein Scherz sein, doch hat der Autor damit auch unterschwellig auf die Umweltbelastung durch unsere Kraftfahrzeuge hingewiesen und an anderer Stelle hat er ganz nebenbei den heutigen Bewegungsmangel bei Jung und Alt kritisiert.

Die liebenswerte Ella in dem Kinderbuch Ella und das große Rennen erzählt alles so natürlich, dass sich die jungen Leser schnell mit der Figur identifizieren können und dazu sind die Bilder von Sabine Wilharm eine schöne Ergänzung. Abgesehen davon, dass sich wohl alle Schüler einen Lehrer wie den im Buch beschriebenen wünschen, können sie in unserem Land auch nur von Klassenstärken mit so wenigen Schülern träumen.

Timo Parvela, Ella und das große Rennen, Carl Hanser Verlag 2013, Hardcover, 176 Seiten, ISBN 978-3-446-24306-4, Preis: 9,90 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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