Ein Mädchen wird schwer verletzt unterhalb einer englischen Steilküste aufgefunden. Mehr kann die Polizei den verstörten Schülern und Lehrern im Moment noch nicht sagen. Allen Anwesenden in der Jugendherberge ist klar, dass es sich um ihre Mitschülerin Valerie handelt, die ohnehin schon vermisst wurde. Wer kann etwas gegen sie gehabt und sie von den Klippen gestoßen haben? Ihr ehemaliger Freund? Der neue Referendar? Ihre Freundin? So beginnt der Thriller Schwarze Stunde von Christine Fehér.

Im Rückblick befindet sich die 17-jährige Valerie, nach einem Konzertbesuch in London, auf dem Rückflug nach Berlin. Sie kommt mit ihrem Sitznachbarn über die Musik ins Gespräch und beide merken schnell, dass sie nicht nur die Musik verbindet. Obwohl der junge Mann rund zehn Jahre älter sein könnte als sie, wollen sich die Beiden in Berlin treffen. Als Valerie nach Hause kommt, wird sie gleich von ihrer Freundin Alena bestürmt. Manuel, mit dem Valerie vor sechs Wochen Schluss gemacht hat, liegt im Krankenhaus. Aus lauter Liebeskummer hat er zu viel getrunken und ist ins Koma gefallen.

Dann rückt der erste Schultag an und die Lehrerin macht die Schüler mit dem neuen Referendar bekannt. Valerie will ihren Augen nicht trauen, als sie Corvin erblickt, ihren Sitznachbarn vom Rückflug nach Berlin, in den sie sich spontan verliebt hat. Aber auch den anderen Mädchen verdreht der Referendar mit seiner liebenswerten Art und seinem guten Aussehen den Kopf. Valerie und Corvin treffen sich heimlich. Sie schreiben sich übers Handy SMS und Mails. Bei den Verabredungen gesteht er ihr seine Liebe und dass sie für ihn etwas ganz Besonderes ist. Sie tauschen lediglich Zärtlichkeiten und Küsse aus, alles Weitergehende wollen sie sich für später aufheben.

Doch die Vertrautheit der Beiden lässt sich nicht weiter geheim halten. Die verliebten Blicke fallen den Mitschülern auf und sie stellen Valerie zur Rede. Natürlich streitet sie alles ab. Doch sie werden verfolgt und beobachtet. Valerie erhält von unbekannten Absendern Briefe und Drohungen auf ihr Handy, die immer massiver werden. Es wird mit Mord gedroht, sollte sie den Referendar nicht aufgeben. Zu Hause betreibt ein Unbekannter sogar in den Nächten Telefonterror und schließlich wird Valerie von der ganzen Klasse unter Druck gesetzt und erpresst. Sie trifft eine Entscheidung, die ihre Beziehung zu Corvin betrifft und hofft, dass nun alles ein Ende findet. Dann fährt die Klasse an die englische Küste…

In dem Jugendroman Schwarze Stunde nimmt Christine Fehér schon gleich zu Anfang quasi den Schluss vorweg. Allerdings verrät sie noch nicht den Namen, den Valerie undeutlich auf dem Weg ins Krankenhaus ausgesprochen hat. Damit wird sofort Spannung beim Leser aufgebaut, obwohl er schon weiß, was passieren wird. Die Autorin erzählt den weiteren Verlauf aus der Perspektive der Protagonistin, wie sich diese in den angehenden Lehrer verliebt hat. Sehr einfühlsam schildert die Autorin die Liebesbeziehung, so dass sich ein junger Mensch sehr gut in die Rolle der beiden Liebenden hineinversetzen kann. Sie spricht die Sprache der jungen Leute und auch offen von der Liebe unter Mädchen. So ist Schwarze Stunde von Christine Fehér eine gelungene, spannend geschriebene Liebesgeschichte, ohne schmalzige Untertöne, die für Teenies wie geschaffen ist.

Christine Fehér, Schwarze Stunde, cbt Verlag 2011, ab 14 Jahren, Klappenbroschur, 336 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, ISBN: 978-3-570-16081-7, Preis: 9,99 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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