
Ein bedrohliches Szenario: Staatsbankrott in Lettland
Droht ein Staatsbankrott, sind drastische Maßnahmen unumgänglich – ein umfassender Logistikplan muss greifen. So schildert es Claudio Cantele in seinem packenden Wirtschaftsthriller Im Visier der Heuschrecken* am Beispiel Lettlands: Ausstehende Zahlungen an ausländische Energieversorger führen zur Rationierung von Benzin. Polizei und Feuerwehr genießen Vorrang, wodurch Berufspendler zunehmend Schwierigkeiten haben, zur Arbeit zu gelangen. Für medizinisches Personal werden Kleinbusse bereitgestellt, während Strom nur noch stundenweise zur Verfügung steht – inklusive Ausfällen im Telefonnetz. Auch Beamtengehälter bleiben aus, Unmut macht sich breit, das öffentliche Leben bricht zusammen.
weiterlesenWirtschaftsthriller mit realem Hintergrund: Claudio Canteles „Im Visier der Heuschrecken“
Isolde Schwartz ist Anfang sechzig, lebt in München und ist eine berühmte Philosophin. Eines Tages eröffnet sie in einem Telefonat der erstaunten Sylvie Vaughan, dass sie Nachbarinnen sind. Sie würden sich von einem Symposium in Boston kennen und Sylvie könnte ihr Haus vom Fenster aus sehen. Am nächsten Tag trifft Sylvie die „Frau hinter Hecken“, die ihr erzählt, dass ihr Mann bereits vor zehn Jahren verstorben ist. Sie hätte einen Geliebten, Florian Waldeck, der sie jedoch nur ausnutzen würde. Aus Dummheit hätte sie ihm ihre Haushälfte überschrieben und will ihn nun loswerden, wobei ihr Sylvie helfen soll.
Das Buch von Reinhard Deutsch beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Maschen, mit denen kreative Betrüger ihren Opfern „Das Blaue vom Himmel“ versprechen, um ihnen letztendlich in die Tasche zu greifen. Trotz intensiver Aufklärungsarbeit der Polizeibehörden, die auch in direktem Bürgerkontakt versuchen vor Betrügern zu warnen, fallen immer wieder Menschen auf deren Tricks herein. Denn obwohl über einige dieser Betrugsmaschen häufig in den Zeitungen berichtet wird, scheint es nichts zu nützen. Von dem Mann, der den Eiffelturm verkaufte, über geplatzte Urlaubsträume, weil das gemietete Ferienhaus gar nicht existiert, bis hin zu dem üblen Enkeltrick, fasst der Autor einige Methoden der Trickbetrüger im ersten Teil des Buches zusammen.
„Was ist also Wahrheit? Ein bewegliches Heer von Metaphern…“, heißt es bei Friedrich Nietzsche in „Über Lüge und Wahrheit im außermoralischen Sinn“. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an Katharina Tiwalds Roman „Die Wahrheit ist ein Heer“.
„Ich war im Sarkophag von Tschernobyl“ von Anatoly N. Tkachuk beginnt mit düsteren Horrorszenarien eines Atomkrieges. Es ist die Rede von Spionagetätigkeiten zwischen der UDSSR und den USA, wobei der Autor selbst KGB-Spion war und hier mit der Person Andrey identisch ist. Berichte über Inspektionen der Testgelände nach Atomwaffenerprobungen machen das Ausmaß und die verheerenden Schrecken deutlich.
Katrin Unterreiner lässt mit ihrem Buch