Zwischen Bühne und Abgrund: Anne Enrights Roman Die Schauspielerin

Buchcover des Romans Die Schauspielerin

Die Suche nach der Mutter

In ihrem Roman Die Schauspielerin* lässt Anne Enright die Ich-Erzählerin Norah der Frage nachgehen, wer ihre Mutter wirklich war – nicht nur als öffentliche Figur, sondern als Mensch. Für Norah ist es bereits rätselhaft, dass ihre Mutter, die Schauspielerin Katherine O’Dell, ihren Geburtsort London geheim hielt. In Irland feierte Katherine erste Erfolge, die ihr als Sprungbrett für eine Karriere dienten, die sie ab Mai 1948 für dreiundzwanzig Jahre an den Broadway führte. Norah, die 1952 in Brooklyn geboren wurde, erinnert sich an die vielen Zigaretten, die ihre Mutter rauchte, und an deren übermäßigen Alkoholgenuss.

Der Zusammenbruch einer Schauspielerin

Schon früh berichtet Norah von einem Vorfall im Jahr 1980, bei dem ihre Mutter den Filmproduzenten Boyd O’Neill in den Fuß schoss.

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Ein Mord im Schnee – und die Frage nach Identität

Buchcover: Girl in Snow

Der Fund am Spielplatz

An einem eisigen Morgen im Februar wird auf dem Spielplatz neben der Grundschule von Broomsville, einer Kleinstadt am Fuße der Rocky Mountains, die Leiche der fünfzehnjährigen Lucinda Hayes vom Hausmeister der Schule entdeckt. Da in der Nacht Schnee gefallen war, ist die Tote mit einer dünnen Schneeschicht bedeckt, die alle Spuren beseitigt hat. Die Tatwaffe und das Handy des Opfers sind verschwunden, und auch die Befragung der Anwohner liefert keine neuen Erkenntnisse.

Erste Ermittlungen

Bis zum späten Nachmittag hat es der Fall bereits in die landesweiten Medien geschafft. Die Mitarbeiter des Broomsville Police Department versammeln sich im Konferenzraum, um sich auf den neuesten Stand der Ermittlungen bringen zu lassen.

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Reise nach Orkney von Amy Sackville

Reise nach OrkneyWer mag schon ausgerechnet in den Flitterwochen eine „Reise nach Orkney“, einem aus siebzig kleinen Inseln bestehender, etwas nördlich von Schottland im Atlantik gelegener Archipel, unternehmen? Doch genau dorthin zieht es den sechzigjährigen Prof. Richard Stevens auf Wunsch seiner vierzig Jahre jüngeren frisch vermählten Frau, die alle für seine Tochter halten. Während er eigentlich weiter an einem Buch über volkstümliche Märchen schreiben wollte, verbringt er die Tage damit, seine Frau zu beobachten, die draußen aufs Meer blickt. Sie träumt nachts immer wieder davon, dass die Flut kommt, dass das Wasser sie holt und sie ertrinken könnte.

So viel zum Inhalt des Romans von Amy Sackville, den der Literaturprofessor in der Ich-Form erzählt, wobei er sich in Rückblicken daran erinnert, wie seine junge Frau sein Seminar besucht hat und errötete, sobald sich ihre Blicke trafen. Er kann sein Glück kaum fassen, dass sich seine beste Studentin in ihn verliebt haben will und ihn geheiratet hat. Da stört es ihn wenig, dass sie nicht kochen kann und sogar den Toast verbrennen lässt, das Kaffeepulver versengt und den Tee „ruiniert“.

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