Gleich auf den ersten Seiten erfährt der Leser von Prof. Dr. Klaus Maar, worum es ihm in seinem Buch Rebell gegen den Krebs geht. Nämlich um mehr Aufklärung des Patienten seitens seines Arztes! Damit er überhaupt versteht, was mit ihm geschieht und was Sinn und Zweck geplanter Untersuchungen sein soll. Und der Autor beklagt die mittelalterlich anmutenden Zustände, wenn Patienten sich nicht einmal trauen, um eine Überweisung zu bitten.

Ihm, der sich selbst einmal zu den „Hardlinern“ und Verfechtern der Onkologie gezählt hat, sind Zweifel an unserem System der Schulmedizin gekommen. Insbesondere kritisiert er, dass unserem Immunsystem zu wenig Beachtung geschenkt wird. Die meisten Menschen sterben nicht an ihrem Primär-, sondern am Sekundärkarzinom und da hält Prof. Dr. Klaus Maar unseren Schulmedizinern Untätigkeit vor. Sie würden zu lange nur hoffen. Er selbst hat als Konsequenz eine biologische Krebsintensivtherapie ins Leben gerufen, die er sich 2006 sogar patentieren ließ. Allerdings werden die Kosten hierfür nicht von den Krankenkassen übernommen und der Patient muss alles, einschließlich der Hotelkosten, aus eigener Tasche zahlen.

Zum Verständnis führt Prof. Dr. Klaus Maar das „Für und Wider“ der Chemotherapie an und gibt einen Überblick über die verschiedenen Krebsarten. Ausführlicher geht er auf unser Immunsystem ein und auf den Zusammenhang einer möglichen späteren Bildung von Metastasen. Er behandelt die Wirkung der Sonne auf unsere Haut, erklärt bildgebende Verfahren, gibt eine Begriffserklärung der Tumormarker und macht deutlich, dass die Strahlentherapie nicht immer von Vorteil ist. Ganz wichtig ist ihm die Kernaussage, nachdem eine Krebserkrankung nicht nur als lokal auftretendes Übel verstanden werden darf.

In seiner Klinik arbeitet Prof. Dr. Klaus Maar mit der Mistel-Therapie, deren Bedeutung er in seinem Buch auch ausführt. Er versucht, die negativen Begleitsymptome bei einer Chemo- oder Strahlentherapie zu reduzieren und geht in diesem Zusammenhang auf verschiedene Bausteine und ihre Rolle ein. Der Leser erfährt, was man heute über die freien Radikale weiß und welche Auswirkungen die Hyperthermie auf 40-41° hat. Und natürlich wird auch das Thema Ernährung behandelt und was jeder selbst für sich tun kann.

Es ist schon ungewöhnlich, wenn gerade ein Vertreter der Ärzteschaft den Patienten darin bestärkt, seinen Arzt um mehr Aufklärung zu bitten. Eine zweite Meinung einzuholen und nachzufragen, was er nicht verstanden hat. Und in der Tat scheint Prof. Dr. Klaus Maar ein ungewöhnlicher Vertreter seiner Zunft zu sein, denn er zeigt durchweg menschliche Züge, die vielen seiner Kollegen leider abhanden gekommen sind. Wenn er schreibt, dass viel medienwirksame Propaganda betrieben wird, aber im Grunde nichts passiert, dann kann das jeder nachvollziehen. Denn wer kennt nicht jemanden, der nach wie vor an der Krebskrankheit verstorben ist, nachdem er oftmals zuvor über Jahre gequält und malträtiert wurde? In einer auch für Medizinlaien verständlichen Sprache ruft Prof. Dr. Klaus Maar in seinem Buch Rebell gegen den Krebs zu mehr Eigenverantwortung und Eigeninitiative auf und erinnert den Leser immer wieder an eines: „Es geht hier um IHR Leben, vergessen Sie das nie!“

Prof. Dr. Klaus Maar, Rebell gegen den Krebs, Kopp Verlag 2008, gebunden, 197 Seiten, zahlreiche Abbildungen, ISBN 978-3-938-51671-3, Preis: 22,90 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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