Was bewegt einen Wirtschaftsprüfer dazu, ein Buch wie Krebs verstehen und natürlich heilen zu schreiben? Durch den Krebstod seiner Eltern sah sich Ty Bollinger veranlasst, umfangreiche Recherchen durchzuführen und präsentiert nun dem Leser ein umfangreiches Werk mit vielen Hintergrundinformationen. Es handelt sich hierbei lediglich um eine Zusammenfassung verfügbarer Literatur und von Interneteinträgen, nicht etwa um Ergebnisse eigener Experimente. Der Autor deckt auf, dass der Pharmaindustrie gar nicht daran gelegen ist, den Krebs zu besiegen. Es zählt nur die Profitgier, Ethik ist zu einem Fremdwort geworden. Ty Bollinger führt manipulierte und gefälschte Studien an, die als Grundlage für die Ausbildung unserer Mediziner dienen. Ein früheres Erkennen von Krebs gaukelt ein längeres Leben vor, gutartige Erkrankungen fließen in die Statistik als geheilte Fälle ein und alternative Ärzte werden sogar bedroht und verfolgt.

Um überhaupt zu verstehen, worum es geht, muss der Autor einen Exkurs in die Geschichte der Medizin und ebenfalls in die Chemie und die Biologie machen. Dabei bedient er sich vieler Zitate von Ärzten, die er jeweils mit einer Quellenangabe versieht. Eine aufgestellte Behauptung ist, dass sich in den letzten 80 Jahren in punkto Krebsheilung nichts bewegt hat und auch heute nur 3% wirkliche Heilungschancen bestehen. Der Autor führt eine Vielzahl an unglaublich anmutenden nichttoxischen Behandlungen an, die beachtliche Erfolge erzielt haben sollen, wobei er auch jeweils die Kontaktadressen im Internet angibt. Es ist sehr bedauerlich, dass diese Ansätze offensichtlich nicht weiter erforscht wurden. Nichts lässt Ty Bollinger unerwähnt. Er geht auf den Einfluss von Cäsium, pH-Wert, Ozon, künstlichem Fieber, Hyperthermie, Aprikosen- und Apfelkernen ein, führt Mineralstoffe, Vitamine, Kräuter und Gewürze an. Er widmet den Impfungen ein eigenes Kapitel und erklärt, warum gerade die Sonnenschutzmittel erst Krebs erzeugen, obwohl sie ja eigentlich vor Hautkrebs schützen sollen.

Da Ty Bollinger offensichtlich an einer umfassenden und detaillierten Beschreibung vieler Zusammenhänge gelegen ist, sind sämtliche Erklärungen sehr wissenschaftlich abgefasst und die geballte Ladung an Informationen kann den Laien schon überfordern. Die vielen komplexen Sachverhalte mögen für einige Leser schwer verständlich sein. Doch es muss auch nicht jeder alles bis ins Detail verstehen. Es bleibt allemal genug von den wirklich sehr aufschlussreichen Kapiteln „hängen“.

Hart geht der Autor mit dem Bayer-Konzern ins Gericht und wirft ihm Massenmord vor. Verflechtungen von Konzernen, die Gewinne mit Medikamenten erzielen und gleichzeitig im Besitz von Fernsehsendern sind, prangert er an. Keiner wird verschont! Wir alle werden als Volk von Fresssäcken und Faulenzern tituliert. Sarkasmus und Zynismus begegnen dem Leser auch in zahlreichen Cartoons, passend zu den Inhalten der Kapitel. Wenn sie nicht zum lachen wären, könnte man darüber heulen!

Man mag die Therapien, die Ty Bollinger in seinem Buch Krebs verstehen und natürlich heilen zusammengefasst hat, belächeln und alles als Scharlatanerie abtun. Doch gerade im medizinischen Bereich wurden schon viele ausgelacht, bevor dann der Nachweis erbracht wurde, dass sie Recht hatten. Unzähligen Menschen hat das unnötigerweise in der Vergangenheit das Leben gekostet. Es wäre fatal, wenn mit so einfachen Mitteln, wie in Krebs verstehen und natürlich heilen beschrieben, Menschenleben gerettet werden könnten! So kann es sich für jeden nur lohnen, einmal das Buch von Ty Bollinger zu lesen oder als Nachschlagewerk zu benutzen, und nicht erst, wenn man mit der Diagnose Krebs konfrontiert wird.

Ty Bollinger, Krebs verstehen und natürlich heilen, Kopp Verlag 2011, gebunden, 511 Seiten, ISBN 978-3-942-01684-1, Preis: 19,95 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

4 Kommentare

  1. Selbst vom Krebs in der eigenen Familie betroffen habe ich mich für das Buch von Bollinger interssiert. Es ist anfänglich recht schwer reinzukommen in die Ausführungen von Ty, jedoch eröffnet er einem neue Sichtweisen, die durchaus hilfreich für den Umgang mit Krebs und dessem Bekämfung sein können. In diesem Buch stecken sehr viel Energie und Recherche, sowie Antworten auf die Frage „Werden alle Möglichkeiten zur Bekämpfung des Krebses wirklich ausgeschöpft?“ Danke Herr Bollinger

  2. … Ich hätte auch noch einen Buchtipp für den einen oder anderen Krebserkrankten oder für einen Betroffenen in seinem Umfeld (Familie, Freunde, Bekannte …). Das Buch heißt „Geschichten aus dem Rohr“ und behandelt 22 Kurzgeschichten, die von einem Journalisten erzählt werden, der selbst vom Krebs zerrüttert das Leben nicht aufgibt. Mit viel Mut und Willen geht er diesen Kampf an ohne jemals Wehleidig zu sein. Ein tolles Buch, dass ich nur empfehlen kann.

    Ich habe Amazon als entsprechende Bezugquelle ausfindig machen können:
    Geschichten aus dem Rohr: Das böse Buch

  3. Hallo Meika!
    Es ist sicher für einen Laien nicht einfach, sich in medizinische Bücher einzulesen. Bollinger verfügt über viel medizinisches Hintergrundwissen und hat auch alles ausführlich geschrieben, um sich kein Halbwissen nachsagen lassen zu müssen. Aber die Anregungen, die er gibt, sollten ausreichen, über Alternativen in der Therapie nachzudenken. Dazu ist es nicht erforderlich, alles bis ins Detail zu verstehen. Es ist schade, dass sich die meisten Menschen erst dann mit der Materie beschäftigen, wenn es akut geworden ist und nicht schon im Vorfeld, wenn man alles noch aus einer Distanz betrachten kann und die nötige Ruhe dafür aufbringt.

  4. Meika Mephis

    Es handelt sich bei „Geschichten aus dem Rohr“ nicht um eines der vielen medizinischen Bücher. Es handelt vom Alltag, Fragen um Leben und Tod. Das ist so viel mehr, als Ärzte sagen können. Dieses Buch ist eine echte „Lebenshilfe“

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