InselTrip Gran Canaria von Dieter Schulze

InselTrip Gran CanariaEinen ersten Überblick über die Insel verschafft bereits das aufklappbare Cover des Reiseführers InselTrip Gran Canaria von Dieter Schulze, worauf eine kurze Vorstellung seiner vier Lieblingsorte folgt. Da die Insel mehr als nur Dünenstrände im Süden zu bieten hat, empfiehlt der Autor Erkundungen entweder mit dem Bus, oder ins Inselinnere mit einem Mietauto, wobei er auch Tourenvorschläge macht. Vielleicht wäre an dieser Stelle der Hinweis angebracht, dass die Fahrt unvermittelt ins zerklüftete Gebirge auf kurvenreiche Pässe führt, was nicht jedem Autofahrer liegt. Ein Pass, so ist zu lesen, markiert die Wetterscheide. Die höchste Erhebung der Insel liegt immerhin auf fast zweitausend Metern und während es nördlich davon häufiger regnet und kühl ist, verwöhnt der Süden alle Sonnenanbeter.

Es folgen Informationen zur Hauptstadt Las Palmas mit dem Hinweis auf einen vier Kilometer langen Stadtstrand mit ausgezeichneter Wasserqualität sowie auf ein bei Ebbe begehbares Riff. Ansonsten ist vom Baden im Norden wegen der gefährlichen Brandung abzuraten. Dass mittags die Geschäfte schließen, wie Dieter Schulze schreibt, trifft zumindest für die Hauptstadt nicht zu. Weiter stellt er einige im Osten gelegene Orte vor, gefolgt von den bereits in den 1960er Jahren aufstrebenden, im Süden gelegenen touristischen Hochburgen San Agustin und Playa del Inglés mit den Einkaufszentren Yumbo und Cita, wo sich das Nachleben konzentriert. Der Autor verschweigt an dieser Stelle weder die Alterserscheinungen der Zentren, noch die in die Jahre gekommenen Hotels in San Agustin, die sich von den exklusiven Ressorts der Insel in Maspalomas unterscheiden. Im Westen, so ist zu erfahren, kann man einen „Urlaub unter Einheimischen“ genießen.

Der Autor beschreibt sechs Wanderungen sehr gut und ausführlich, wobei er auch auf ausgesetzte Stellen hinweist, an denen erhöhte Vorsicht geboten ist. Von Vorteil wäre in diesem Zusammenhang die Empfehlung fester Schuhe, die beim Überqueren kleiner Hindernisse oder leicht rutschiger Passagen angebracht sind. Weiter widmet er sich dem Golfen und Radfahren, wobei er zu Bedenken gibt, dass die Busse keine Fahrräder transportieren. Dieter Schulze informiert über Feste, kulinarische Genüsse, Pflanzen und Tiere. Er schreibt von den Besiedlungen vergangener Jahrhunderte bis heute und gibt nützliche Tipps wie beispielsweise Webadressen, die zusätzliche Infos bereithalten. Außerdem weist er darauf hin, was beim Verlust wichtiger Dokumente in die Wege zu leiten ist. Natürlich fehlen auch zum Ende einige spanische Übersetzungen nicht, die dem Urlauber eine praktische Hilfe sind.

Dieter Schulze, der die Wintermonate auf Gran Canaria verbringt, rät in seinem Buch InselTrip Gran Canaria immer wieder zur Vorsicht. Mal weist er auf erhöhten Sonnenschutz in den Dünen hin, ein anderes Mal empfiehlt er nur trittsicheren Wanderern den weiteren Weg in einer Schlucht. Als Insider weiß er, welche Strände nur von Einheimischen besucht werden, welche Vergehen mit Geldstrafen geahndet werden, an welchen Orten angebauter Wein und Kaffee genossen werden kann oder wo auf der Insel ein Höhlenrestaurant zu finden ist. Zu den vorgestellten Ortschaften nennt er unter anderem eine Auswahl an Unterkunftsmöglichkeiten, gastronomische Betriebe und Attraktionen in der Umgebung. Stadtpläne von Las Palmas und Playa del Inglés finden sich direkt im Buch, das mit schönen, farbigen Fotos auf die kanarische Insel lockt, während ein Faltplan gesondert beiliegt. Eine Besonderheit ist noch die vom Verlag kostenlos bereitgestellte WebApp. Nicht immer wird der auf eigene Faust erkundende Autofahrer einen Abzweig oder ein Ziel auf Anhieb finden, aber Dieter Schulze hat ihm mit seinen Beschreibungen zumindest eine Hilfe mit auf den Weg gegeben.

Bildquelle: Reise Know-How Verlag

InselTrip Gran Canaria von Dieter Schulze

  • Reise Know-How Verlag 2018
  • Klappenbroschur
  • 144 Seiten
  • ISBN 978-3-8317-3056-8
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2 Gedanken zu “InselTrip Gran Canaria von Dieter Schulze

  1. „…während es nördlich davon häufiger regnet und kühl ist.“ In den Sommermonaten ist es im Norden wesentlich angenehmer.

  2. Da will ich dir nicht widersprechen! Und natürlich hat der Norden auch für das Auge viel mehr zu bieten, weil der Regen dort alles blühen und gedeihen lässt. Aber es ist nun einmal eine Tatsache, dass es im Norden von Grand Canaria – wie übrigens auch von Teneriffa – häufiger regnet und somit auch durch die Wolken, die die Sonne verdecken, kühler ist. Die meisten Urlauber fliegen aber, wie die Hochburgen im Süden zeigen, gerade wegen der seltenen Regentage und der vielen Sonnenstunden auf die Insel.

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