Zauberschön von Irene Matt

ZauberschönSeit über vierzig Jahren wird das Königreich Florapis von Florobert dem Siebten regiert. Langsam ist es an der Zeit, dass er seinen Sohn an den Regierungsgeschäften beteiligt, doch seit dieser als Säugling von einer Biene gestochen wurde, hat er vor allem Angst. Bei seiner Rede an das Volk verkündet Florobert der Achte zur Überraschung aller zwei neue Gesetzte: Von nun an möchte er nur noch Geranobert genannt werden, weil er Geranien als die einzige Blume in seiner Nähe duldet, und zur Sicherheit der Bürger möchte er eine Mauer um Florapis bauen. Die Eltern des Prinzen sind verärgert, da sie den Bau für unnötig halten und das Volk ist entsetzt. Immerhin haben sie sich dank eines großen, auf drei Tage angesetzten Festes schnell beruhigt.

Da sogar nachts am Bau der Mauer gearbeitet werden soll, finden die Bewohner keinen Schlaf mehr. Niemand kümmert sich um die reifen Früchte und die viele Pflanzen verwelken. Die Touristen, die früher von den Bewohnern hergestellte gesunde Produkte zu schätzen wussten, bleiben wie die Kaufleute aus, mit denen ein reger Tauschhandel betrieben wurde. Zudem hat der Baulärm ein drachenähnliches Wesen, den Tatzelwurm Pankratz angelockt, der ihnen sämtliche Ideen aus der Nase saugt, so dass sie von Zweifeln und Mutlosigkeit geplagt werden. Niedergeschlagenheit und Hoffnungslosigkeit breitet sich unter dem einst glücklichen Volk von Florapis aus.

Eines Nachts entdeckt der Nachtwächter Lumo den Tatzelwurm und verkündet überall, dass er einen Drachen gesehen hat, den es zu besiegen gilt. Doch niemand schenkt im Glauben. Als Ava, die Tochter des Imkers Pirmin Propol, in ihrem Bett von Pankratz überrascht wird, erschreckt sie sich zunächst fürchterlich, freundet sich jedoch schnell mit dem friedlichen Wesen an, dass sich unsichtbar machen kann. Das gelingt Pankratz aber nur, wenn er Ratten oder Ideen zu fressen bekommt. Noch bevor sie dem Tatzelwurm helfen kann, wird er von einem Ehepaar im Wald entdeckt. Die aufgebrachten Bürger suchen nach dem vermeintlich gefährlichen Wesen und spüren es in seinem Versteck auf, wo sie es gefangen halten. Ava sucht verzweifelt nach einer Lösung, wie sie ihn befreien kann und ist unsicher, ob sie sich ihrem Vater anvertrauen kann. Plötzlich hat sie einen rettenden Gedanken, der nicht nur für die aufkommende Rattenplage eine Lösung ist, sondern auch dem Prinzen Florobert die Angst nehmen kann.

Handlungsort des Märchenromans Zauberschön von Irene Matt ist Florapis, an den Hängen eines erloschenen Vulkans gelegen. Die glücklichen und friedlichen Bewohner bereiten aus den vielen Früchten köstliche Marmeladen und sind dankbar über die vielfache Verwendung des selbst hergestellten Honigs. Die Biene, in der lateinischen Übersetzung Apis, hat dem gedachten Königreich Florapis wie auch der Begriff Flora, der für die Pflanzenwelt steht, den Namen gegeben, was die Autorin in einer Fußnote erklärt. Sie vermittelt in ihrer Geschichte Wissenswertes über die Bienen und guten Eigenschaften des Honigs. An anderer Stelle macht sie deutlich, dass nicht die Ratten die Überträger der Pest sind, sondern die auf ihnen sitzenden Flöhe.

Das Buch kann jungen Lesern allein schon aufgrund des Umfangs frühestens ab einem Alter von zehn Jahren empfohlen werden. Es finden sich zwar einige Illustrationen von Silvia Paparella über die Seiten verteilt, aber es bietet immer noch reichlich Lesestoff. Wie für ein Märchen üblich, finden sich in dem Plot keine witzigen Szenen. Dafür sorgt Irene Matt aber in angenehmem Schreibstil für zunehmende Spannung und Dramatik, womit sie dem Leser kaum eine Pause gönnt. Neugierigen Eltern, die vielleicht nur einmal einen kurzen Blick in das Buch werfen wollen, könnten unerwartet von der Geschichte fasziniert sein und finden dann wie ihr Kind kein Ende, weil auch sie unbedingt erfahren wollen, wie das Königreich gerettet werden kann. Das berührende Märchen ist einfach Zauberschön!

Zauberschön von Irene Matt

Zauberschön
Verlag am Eschbach 2019
Hardcover
184 Seiten
ISBN 978-3-86917-800-4

Preis: 20,00 Euro

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