Seitdem Finn mit seinen Eltern während der Sommerferien in eine neue Stadt gezogen ist, quält ihn die Langeweile, denn die Schule hat noch nicht wieder begonnen. Seine Eltern sind den ganzen Tag auf der Arbeit, und er hat noch keine Freunde gefunden. So, wie er früher gerne mit Marek Detektiv spielte, stellt er sich jetzt vor, einen Einbrecher zu jagen. Dazu stürmt er im Treppenhaus die vielen Stockwerke herunter, wobei er mit dem Hausmeister zusammenstößt, der überhaupt keine Kinder mag.

Daraufhin schlendert Finn traurig durch die Straßen und beobachtet zufällig, wie ein Junge einen Geldbeutel aufhebt, der einem Mann an einer Bushaltestelle aus der Tasche fällt. Doch anstatt den Geldbeutel abzugeben, steckt ihn der Junge einfach ein. Für Finn ist klar, dass er diesem Jungen nachgehen muss. Er verfolgt ihn bis zu einer Eisdiele und einem Spielwarenladen, wo dieser sich ausgerechnet den Detektivkasten von dem gefundenen Geld kauft, den sich Finn selbst schon lange wünscht. Seine weitere Verfolgung ergibt, dass der Junge sogar im selben Haus wie er wohnt, lediglich in einem anderen Stockwerk. Obwohl Finn keinen Dieb als Freund möchte, ist er doch neugierig und steht am nächsten Tag vor der Wohnungstür des Jungen. Zu seiner Überraschung hält dessen Mutter ihn für einen Freund ihres Sohnes Fabian und bittet Finn herein. Er kann Fabian, den sein schlechtes Gewissen krank gemacht hat, dazu überreden, den Detektivkasten zurück zu bringen, und gemeinsam übergeben sie auch dem rechtmäßigen Besitzer den Geldbeutel. Aber wie sie sich kennengelernt haben, darüber geben sie ihren Eltern, wie es sich für echte Detektive gehört, keine Auskunft, denn das bleibt ihr Geheimnis.

Juma Kliebenstein spricht mit ihrem Kinderbuch Finn auf heißer Spur ein Thema an, das viele Kinder belastet, wenn sie sich, bedingt durch einen Umzug, von ihren Freunden trennen müssen und in eine neue, fremde Umgebung kommen. Wenn auch gerade Kinder schnell Anschluss und neue Freunde finden, so überwiegt doch zu Beginn der Verlust um das Vertraute und Liebgewonnene.

In dem Buch geht es um Mut, den es manchmal braucht, wenn man die Wahrheit sagen will. Denn Fabian ist es nicht leicht gefallen, gegenüber dem Mann, dessen Geldbeutel er gefunden hat, zuzugeben, dass er das Geld eigentlich behalten wollte, um sich seine Wünsche zu erfüllen. Umso erstaunter ist er, dass er von dem freundlichen Mann sogar noch für seinen Mut gelobt wird. Nicht nur für Fabian, sondern auch für die jungen Leser ist es eine Überraschung, dass es sich bei dem Mann um einen Polizisten handelt. Natürlich besteht dieser auch darauf, dass Fabian den ihm zustehenden Finderlohn annimmt.

Nicht nur die witzig anzuschauenden Illustrationen von Lena Hesse in dem Kinderbuch Finn auf heißer Spur von Juma Kliebenstein entlocken den Lesern ein Schmunzeln. Sie amüsieren sich bestimmt auch bei der Szene, an der Fabians Mutter wie selbstverständlich davon ausgeht, dass es sich bei Finn um einen neuen Freund ihres Sohnes handeln muss. Natürlich sind die Leser auf den Fortgang der Geschichte gespannt und auch, wenn zwei Jungen die Protagonisten sind, dürften sich auch Mädchen schnell in die Lage der beiden hineinversetzen können.

Juma Kliebenstein, Finn auf heißer Spur, Oetinger Verlag 2013, Hardcover, 64 Seiten, ISBN 978-3-7891-2340-5, Preis: 7,95 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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