Seit zwei Monaten wohnt der fast zehnjährige Max mit seiner Mutter im Altenheim Burg Geroldseck, die dort als Altenpflegerin tätig ist. Mit seinem übergewichtigen Kater Motzkopf soll er eines Tages alleine zum Tierarzt fahren. Als er sich bereits auf dem Rückweg von Dr. Blümlein zur Bushaltestelle befindet, wird er von einem Motorradfahrer in ein Gespräch verwickelt. Max, der dazu den Tierkäfig abgestellt hat und einen Weg beschreibt, sieht gerade noch, wie ein Mann Motzkopf aus dem Käfig holt und ihn in einen schwarzen Lieferwagen packt. Für Max steht fest, dass der Motorradfahrer nur ein Ablenkungsmanöver war und geht mit seiner Mutter zur Polizei. Doch Polizeimeister Poschke glaubt Max nicht, der sich sogar an einen Drachenkopf auf dem Tank des Motorrads erinnern kann.

Von Laura, seiner Sitznachbarin aus der Klasse 4 b, erfährt Max, dass auch ihr Dackel verschwunden ist. Zusammen mit Vera, Horst und Kilian, den Altenheimbewohnern von Tisch Nummer 7, will er der Sache auf den Grund gehen. Tatsächlich ist die wilde 7 einer Drachenbande auf der Spur, die übergewichtige Hunde und Katzen für Tierversuche einfängt, um eine Diätnahrung zu testen. Für eine wilde Verfolgungsjagd stellt Horst seine Hermine, einen alten VW-Käfer, zur Verfügung und Max schwänzt sogar die Schule. Seine Mutter ist darüber natürlich verärgert und bestraft ihn. Doch ist er von ihr auch sehr enttäuscht, nachdem er festgestellt hat, von ihr belogen worden zu sein.

Lisa-Marie Dickreiter und Winfried Oelsner haben mit Max eine Figur geschaffen, wie sie sich wohl jedes Kind erträumt: Weil er bereits einen Dieb entlarven konnte, wird er von den wilden 7 als Meisterdetektiv gefeiert. So schnell kann ihn nichts abschrecken, er ist mutig, krabbelt unter ein Auto und bietet seiner Mutter bei einer Auseinandersetzung die Stirn, nachdem er sie zufällig Händchen haltend mit einem Mann beobachtet hat. Auch wenn Kinder das verständlicherweise nicht gerne sehen, so machen die Autoren den jungen Lesern klar, dass Erwachsene durchaus auch ein Recht auf eine Beziehung haben. Zumal dann, wenn der Mann wie der Vater von Max seit drei Jahren einfach verschwunden ist.

Mit flotten und lustigen Sprüchen sowie mit einer fesselnden Handlung überzeugt das Kinderbuch Max und die wilde 7 – Die Drachen-Bande, wobei sich Acht- bis Zehnjährige gut mit dem Protagonisten identifizieren können. Sie lernen darüber hinaus aus dem Buch einiges über Bienen und den von ihnen produzierten Honig, können nach der Lektüre etwas mit dem Begriff Körpersprache anfangen und wissen, dass Übergewicht zu Fettleber oder Diabetes führen kann. Ob nun unbedingt nur Schokokekse mit dickem Zuckerstreusel lecker sind und Vollkornprodukte keinen Spaß am Leben lassen, darf bezweifelt werden.

Passende Illustrationen von Ute Krause bereichern den Text und lassen den Leser schmunzeln, der ohnehin allein schon bei dem Beinamen des Lehrers Weber als Mieseweber oder Motzeweber amüsiert ist. Der Verlag hat sich auch noch eine Besonderheit einfallen lassen, indem er an einer ausgesucht spannenden Stelle weiße Schrift auf schwarzem Hintergrund gedruckt hat. So kann ganz klar eine Empfehlung für dieses informative und spannende Buch ausgesprochen werden. Warum Max für seine Freunde den Begriff des Kumpels verwendet und er selbst den Nachnamen Bergmann trägt, bleibt wohl das Geheimnis von Lisa-Marie Dickreiter und Winfried Oelsner.

Lisa-Marie Dickreiter und Winfried Oelsner, Max und die wilde 7 – Die Drachen-Bande, Oetinger Verlag 2016, Hardcover, 256 Seiten, ISBN 978-3-7891-3338-1, Preis: 12,00 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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