Nach einem Umzug muss Nino eine andere Schule besuchen, was ihm gar nicht gefällt. Denn dort kennt er weder seine Mitschüler noch die neue Klassenlehrerin und möchte deshalb viel lieber zu Hause bleiben. Nachdem ihn seine Mutter am ersten Tag zur Schule begleitet hat, heißt ihn Frau Hahn in der Klasse 2a willkommen und stellt ihn den anderen Schülern vor. Doch anstatt sich auf den angebotenen, freien Platz neben Lara zu setzen, zieht der sehr schüchterne Nino einen freien Tisch ganz hinten im Klassenraum vor und setzt sich auf den Boden unter den Tisch. Ben macht sich darüber lustig und fragt Nino, ob er als „Tiefseetaucher“ auch seine Schwimmflossen und den Schnorchel mitgebracht hat.

Doch Nino staunt nicht schlecht, als ein Drache aus seinem Lesebuch steigt und ihm Mut macht. Die Mitschüler fragen sich verwundert, mit wem sich Nino unterhält, da der Drache Chili für sie unsichtbar ist. Ben hält Nino schon für „plemplem“, während Lara bewundernde Blicke auf Nino wirft. So vertraut er ihr auch eines Tages sein Geheimnis an und als sie ihn besuchen kommt, bittet er seinen Drachen, sich für sie sichtbar zu machen. Lara ist von Chili begeistert und erfährt, dass er aus Angst vor dem Feuer seine Feuerspuckprüfung nicht bestanden hat. Deshalb ist es seine Aufgabe, anderen zu helfen, wenn sie Angst haben. Sie besteht darauf, dass alle in der Klasse den Drachen kennenlernen sollen, worüber sich der zu Streichen aufgelegte Drache Chili sehr freut. Nachdem sich Direktor Stolze ausgerechnet das Lesebuch von Nino ausleiht, glaubt er, dass es in der Schule spukt.

Das Kinderbuch Nino und der Schul-Drache aus der Reihe „Erst ich ein Stück, dann du“ ist für Kinder ab sechs Jahren geschrieben, die einzelne, besonders hervorgehobene Passagen schon selbst lesen können. Christine Fehér hat in der Geschichte einen Umstand beschrieben, den alle Kinder nachempfinden können, die selbst schon durch einen Umzug eine andere Schule besuchen mussten. Am Beispiel einer Rechenaufgabe, die Nino zunächst nicht lösen kann, gibt sie den jungen Lesern durch den Drache Chili den Tipp, sich eine reale Situation aus ihrem Leben vorzustellen. In dem Fall von Nino hat ihm der Gedanke geholfen, dass es sich um die Anzahl seiner Bilder im Star-Wars-Album handelt, die er leidenschaftlich sammelt. Ohne belehrend zu wirken, weist die Autorin darauf hin, dass nach einem Besuch einer Toilette die Hände gewaschen werden. Besonderes Lob dürfte Christine Fehér von allen Müttern ernten, indem sie den Papa von Nino ganz selbstverständlich die Spülmaschine einräumen lässt. Denn leider ist für viele Männer die Mithilfe im Haushalt auch heute noch nicht üblich und es ist wichtig, schon in Kinderbüchern auf diese positiven Beispiele hinzuweisen, damit sich dieses Bewusstsein schon bei den jungen Menschen festsetzt.

Christine Fehér, Erst ich ein Stück, dann du – Nino und der Schul-Drache, cbj Verlag 2013, Hardcover, 88 Seiten, ISBN 978-3-570-15626-1, Preis: 7,99 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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