Belle lebt in Paris und fährt jedes Jahr im Sommer mit ihren Eltern zu den Großeltern aufs Land. In ihren Rucksack packt sie auch ein Tagebuch, in das sie die wichtigen Erlebnisse notiert. In diesem Jahr bekommt sie von ihrem Großvater ein Fahrrad geschenkt. Ihr erster Ausflug endet jäh, als sie über eine Baumwurzel stürzt. Mit Entsetzen stellt sie fest, dass sie sich verirrt hat. Zu ihrer Überraschung nähert sich ihr eine Biene, die lesen und sprechen kann. Belle folgt ihr auf eine Blumenwiese, wo ihr die Biene erklärt, wie sie die Blütenblätter einer Arnika zerdrücken muss. Mit dem so gewonnenen Öl reibt sich Belle die wunden Knie ein.

Danach führt die Biene das Mädchen zu ihren Freunden in den Wald und Belle bestaunt die fleißigen Ameisen. Sie erfährt, welche Aufgaben die Bienen erfüllen und dass ohne diese Insekten nicht nur der Honig auf dem Frühstückstisch, sondern unzählige Obst- und Gemüsesorten fehlen würden. Schließlich klettert Belle auf einen Baum und entdeckt das Haus der Großeltern. Belle notiert alles in ihrem Tagebuch, was sie bei der Biene gelernt hat. Jeden Tag treffen sie sich und für Belle ist es der schönste Sommer.

Al MacCuish hat mit Die Biene, die sprechen konnte ein sehr informatives Kinderbuch geschaffen. Er macht damit die Unterschiede zwischen Stadtkindern und denen, die auf dem Land aufwachsen, deutlich. Allerdings muss angemerkt werden, dass den Leseanfängern zumindest bei der ersten Lektüre eine erwachsene Person zur Seite stehen sollte, die zur Klärung einiger verwendeter Begriffe beitragen kann. Denn kaum ein Schulanfänger, für die das Buch gedacht ist, wird die Glocken von „Sacré-Cœur“ oder die „Rue Saint-Rustique im 18. Arrondissement“ aussprechen können, in der Belle lebt. Vielleicht wissen einige Eltern nicht einmal selbst, dass es sich beim Montmartre um einen Hügel in Paris handelt.

Es sind aber nicht nur die französischen Begriffe, derentwegen sich Eltern oder ältere Geschwister die Zeit nehmen sollten, um für Fragen des Kindes zur Verfügung zu stehen. Bei den ersten Leseversuchen werden die Kleinen immer wieder neue Dinge in dem Buch entdecken und verstehen, wozu unbedingt auch die wunderschönen Illustrationen von Rebecca Gibbon beitragen. Das großformatige Kinderbuch Die Biene, die sprechen konnte von Al MacCuish regt die Fantasie an und weckt in jedem Kind die Vorfreude auf einen erlebnisreichen Sommer voller Abenteuer.

Al MacCuish, Die Biene, die sprechen konnte, Orell Füssli Verlag 2014, Hardcover, 32 Seiten, ISBN 978-3-280-03478-1, Preis: 14,95 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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