Der neunjährige Lasse lebt mit seinem vier Jahre jüngeren Bruder Julius sowie den Eltern auf einem Bio-Bauernhof. Seine Oma näht ihm ein Superman-Kostüm, allerdings hat sie aus Unwissenheit ein B anstelle eines S aufgenäht. Auch nicht schlecht, denkt sich Lasse, schließlich kann auf einem Biohof auch ein BioBoy leben und weil er gerne neue Wörter erfindet, nennt er sich nur noch BioBoi.

In seinem neuen Kostüm kommen ihm die besten Ideen. Als der clevere Junge eines Abends seine Eltern belauscht und hört, dass der Bauernhof verkauft werden soll, kann er das mit seinem Einfallsreichtum verhindern. In einem Traum rettet er mutig die Menschen von einem Drachen, vor dem sie sich sehr fürchten. Obwohl auf einem Bauernhof das ganze Jahr viel zu tun ist, fährt die Familie für zwei Wochen nach Mecklenburg-Vorpommern. Auch wenn es nicht ein Flugurlaub nach Mallorca oder Ibiza ist, von dem seine Klassenkameraden schwärmen, verlebt Lasse auf dem Campingplatz aufregende Tage, denn es geht mit dem Kanu auf die Havel und zum Angeln. Die beiden Brüder finden sogar eine Schatzkarte und wieder zu Hause, freuen sie sich auf ihr Versteck in einer Höhle im Wald. Doch eines Tages finden sie in ihrer Höhle abgeladenen Müll vor. Entschlossen begibt sich Lasse auf die Suche nach den Verursachern und erreicht, dass die Täter von der Polizei abgeführt werden. Außerdem erlebt er sein schönstes Weihnachtsfest mit einem chinesischen Mädchen, das sich im Stall versteckt hat.

Tanja Weitner lässt ihren Protagonisten in der Ich-Form erzählen. Dadurch hat sie die Möglichkeit, den Sprachstil der Zielgruppe, Kindern von sieben bis neun Jahren, anzupassen. Aufgelockert wurde das lustige Kinderbuch BioBoi durch einige Illustrationen von Sven Roth und Tanja Weitner.

In den Geschichten vermittelt die Autorin den jungen Lesern viel Hintergrundwissen über das Leben und die Arbeit auf einem Bauernhof. Die Kinder erfahren, dass es im Mittelalter noch keine Autos und kein Benzin gab und dass die Menschen weder Popcorn, noch den Begriff des Superhelden kannten. Tanja Weitner klärt auch über die Umweltbelastung durch Flugzeuge sowie Nachteile von Pestiziden auf und dass skrupellose Geschäftemacher mit Pestiziden einen illegalen Handel betreiben. Wenn das Buch insgesamt auch empfohlen werden kann, so muss doch der Satz, dass ein Indianer keinen Schmerz kennt, als Unsinn angesehen werden, da das Volk der Indianer natürlich, wie alle anderen Menschen auch, Schmerzen empfindet. Über den pädagogischen Wert von extra Taschengeld bei guten Schulnoten lässt sich streiten. Zumindest sollte dieses Thema sensibel behandelt und nicht unbedingt in einem Buch für Kinder thematisiert werden.

Tanja Weitner, BioBoi, Papierfresserchens MTM-Verlag 2014, Taschenbuch, 102 Seiten, ISBN 978-3-86196-335-6, Preis: 9,90 Euro.

Wie bewerten Sie dieses Buch? schrecklichschlechtdurchschnittlichgutausgezeichnet 5 Stimme(n) | Bewertung 4,80 | Sie müssen sich registrieren, um am Leservoting teilzunehmen.
Loading...

Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.