In der ersten Geschichte Meistens mordsmäßig motzig aus dem Doppelband Judy Moody von Megan McDonald ist für die Drittklässlerin Judy nichts so, wie es sein sollte. Mit ihren Eltern und ihrem ein Jahr jüngeren Bruder Stink lebt sie in Virginia und möchte am liebsten Ärztin werden. Noch hat sie die Collage, die sie für den Unterricht anfertigen muss, nicht fertig. Ihre Laune wird nur noch schlechter, als sie von ihrem alten Verehrer Frank Perle eine Einladung zum Geburtstag bekommt, wo sie doch viel lieber mit Rocky auf Entdeckungsreise geht. Auf der Geburtstagsparty sind nur Jungs und am liebsten würde Judy sofort wieder gehen. Doch als alle anderen gegangen sind, lernt sie Frank von einer ganz anderen Seite kennen.

Wie werde ich berühmt? will Judy in der zweiten Geschichte wissen. Denn sogar ihre Klassenkameradin Jessica hat schon in einem Buchstabierwettbewerb gewonnen und kam damit in die Zeitung. Judy präpariert einen Kirschkern auf ganz alt und hofft damit den großen Durchbruch zu erlangen. Enttäuscht nimmt sie erneut Anlauf, als eine Zoohandlung einen Wettbewerb ausschreibt. Doch daraus wird auch wieder nichts. Ein letzter Versuch, ins Guinnessbuch der Rekorde zu kommen, endet damit, dass sich Frank einen Finger bricht und im Krankenhaus landet. Unerwartet wird Judy hier zum Puppendoktor-Phantom gekürt!

Megan McDonald spricht mit Judy Moody hauptsächlich Mädchen ab acht Jahren an. Die kurz gehaltenen Kapitel sind mit zum Teil doppelseitigen, wirklich sehr schönen Illustrationen von Peter H. Reynolds versehen. Die junge Leserin erfährt beispielsweise etwas über Fleisch fressende Pflanzen, nachtaktive Tiere und auch, wie kompliziert und teilweise widersprüchlich unsere Rechtschreibung ist, wenn ein Buchstabe in einem Wort gleich ausgesprochen, aber anders geschrieben wird.

Da der Ort der Handlung in Amerika ist, werden auch häufig Begriffe wie George Washington oder die Amerikanische Revolution sowie der Bürgerkrieg genannt, die deutschen Kindern wahrscheinlich fremd sind. Mit kurzen Erläuterungen könnten Eltern ihre Kinder unterstützen und ihre Wissenslücken füllen, damit sie auch verstehen, was sie lesen. Der geistige Horizont der jungen Leser wird auch erweitert, wenn sie sich über die im Buch erwähnte Kleopatra erkundigen, die sicher noch nicht alle Kinder dieser Altersstufe kennen. Traurig ist allerdings, dass die Autorin mehrmals die 1821 geborene Elizabeth Blackwell als die erste Ärztin und Vorbild für Judy vorgestellt hat. Ohne deren Verdienste in Abrede stellen zu wollen, ist das schlichtweg falsch. Denn bereits 1754 hat die Deutsche Dorothea Erxleben in Medizin promoviert.

Megan McDonald, Judy Moody, Deutscher Taschenbuch Verlag 2011, Hardcover, 255 Seiten, ISBN 978-3-423-76035-5, Preis: 12,95 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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