Tools and Weapons – Digitalisierung am Scheideweg von Brad Smith und Carol Ann Browne

Tools and Weapons – Digitalisierung am ScheidewegIn ihrem Buch „Tools and Weapons – Digitalisierung am Scheideweg“ haben die beiden Insider Brad Smith, Präsident von Microsoft, und Carol Ann Browne, Senior Direktorin für Kommunikation bei Microsoft, die vielversprechenden Möglichkeiten, aber auch die potentiellen Gefahren, die in der weitreichenden digitalen Veränderung liegen, in insgesamt siebzehn Kapiteln leicht verständlich erklärt. Sie zeigen auf, dass Informationstechnologie nicht nur als nützliches Werkzeug, sondern auch als mächtige Waffe eingesetzt werden kann und erläutern, warum es verbindlicher Regelungen zwischen Unternehmen und Regierungen bedarf, um Missbrauch zu verhindern.

In der heutigen Zeit wird das gesamte wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben durch Daten am Laufen gehalten, und durch die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz werden es mehr Daten als je zuvor. In gigantischen Rechenzentren wird die dafür erforderliche unterstützende digitale Infrastruktur bereitgestellt, die als Cloud bezeichnet wird, aber in Wirklichkeit eine Festung ist, da kaum jemand Zutritt zu diesen Rechenzentren erhält. Die Autoren bezeichnen die Cloud als den „Aktenschrank der Welt“ und die Versuchung, auf diese Daten zugreifen zu können, ist für Regierungen groß. Microsoft hat in der Vergangenheit bereits diverse Prozesse führen müssen, um Zugriffe auf die Daten ihrer Kunden durch Behörden zu verhindern.

Durch Cyberwaffen werden die Möglichkeiten der modernen Kriegsführung neu definiert, denn wenn Regierungsbehörden fortschrittliche Angriffssysteme entwickeln, die auf einem USB-Stick gespeichert und gestohlen werden können, ist es um so wichtiger, diese Cyberwaffen vor fremden Zugriffen zu schützen. So wurde im Jahr 2017 mit einem Softwarecode, der von der NSA gestohlen wurde, ein Cyberangriff auf die Ukraine gestartet, der weitreichende Auswirkungen hatte und in der Folge viele internationale Unternehmen betraf. Doch die Öffentlichkeit ist sich über die Risiken der Cyberkriegsführung nicht im Klaren.

Aber auch die Gesichtserkennungstechnologie bedarf einer Regulierung, denn sie kann in Kombination mit Überwachungskameras von Regierungen sowohl für die Überwachung der Menschen, wie auch zur Vorbeugung gegen Sicherheitsrisiken und Terrorangriffe eingesetzt werden. Die wachsenden Fähigkeiten der Künstlichen Intelligenz werden, wie alle neuen Technologien, nicht nur Arbeitsplätze verdrängen und verändern, sondern auch neue Berufe hervorbringen. Doch unterscheidet sich die Künstliche Intelligenz von Erfindungen in der Vergangenheit und wird im Hintergrund in viele Lebensbereiche eingesetzt werden. Sie wird Abläufe steuern und vermutlich von kaum jemandem wahrgenommen werden – bis eines Tages der Strom ausfällt.

Das Sachbuch „Tools and Weapons – Digitalisierung am Scheideweg“ ist eine leichtverständlich geschriebene Einführung in die Thematik der Digitalisierung, die dem interessierten Leser eine Fülle an Informationen bietet. Die Autoren haben die Kapitel in interessante Geschichten verpackt und zur Einführung in die einzelnen Themen mit geschichtlichen Hintergründen oder persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen bereichert. Es entsteht jedoch der Eindruck, als wäre das Werk an einigen Stellen von Carol Ann Browne, die für die externe Kommunikation bei Microsoft zuständig ist, schöngefärbt worden, um dem Image von Microsoft nicht zu schaden und auch sonst niemandem in der Branche auf die Füße zu treten. Eine wirklich kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Informationstechnologie kann aufgrund der Verwurzelung der Autoren mit dem Unternehmen Microsoft wohl auch nicht erwartet werden.

Tools and Weapons – Digitalisierung am Scheideweg von Brad Smith und Carol Ann Browne

Tools and Weapons – Digitalisierung am Scheideweg
Redline Verlag 2020
Hardcover
400 Seiten
ISBN 978-3-86881-783-6

Bei amazon.de bestellen

Bildquelle: Redline Verlag


Schreibe einen Kommentar