Ingolf Ludmann-Schneider beginnt in seinem Buch Sterben, Tod und Jenseits mit einem kurzen Abriss seines Lebenslaufes, bevor er sich dem eigentlichen Thema widmet: Er ist in der Lage, sich mit dem Universum, noch lebenden oder toten Tieren sowie bereits verstorbenen Menschen zu „unterhalten“. Zur Erklärung führt er an, dass Tierkommunikation die nonverbale Kontaktaufnahme zum Tier mittels Telepathie bedeutet und dass dabei die physische Ebene zugunsten der geistig-seelischen verlassen wird. Mit dem Universum unterhält er sich beispielsweise über das Sterben von Tieren und wie diese das empfinden. Er erfährt, dass es keine Hölle gibt und das Universum weiß sogar, dass der Autor selbst und sein sofort nach der Geburt verstorbener Zwillingsbruder im früheren Leben die Ordensbrüder Franziskus und Dominikus waren. Außerdem wird er gebeten, das alles in diesem Buch niederzuschreiben.

Ingolf Ludmann-Schneider erfährt in einem Gespräch mit einem verstorbenen Kater, dass dieser jetzt an einer Akademie lehrt und sich selbst als Lichtwesen bezeichnet. Er wird über den Trugschluss von uns Menschen aufgeklärt, dass wir meinen, die Tiere ständen unter uns. Ein anderer Kater hat ihm von seinem Tod erzählt und wie er den wahrgenommen hat. Ganz allgemein empfinden die Tiere das Schlachten als eine Erlösung, weil die unnatürliche Tierhaltung für sie nur Leid bedeutet. Er spricht mit verschiedenen Tieren über ihre Vorstellungen vom Jenseits. Der Autor selbst ist von dessen Existenz überzeugt, was er aus Gesprächen mit Menschen erfahren haben will, die über Nahtoderfahrungen berichtet haben, worauf er aber nicht näher eingeht. Aus Unterhaltungen mit Pflanzen weiß er, ob und wann sie Schmerzen empfinden. Wenn beispielsweise Tiere an ihrer Rinde knabbern, der Mensch Äste absägt oder ein Blitz einschlägt.

Der Autor sieht im Tod einen Freund, der auf der Schwelle zwischen Sterben und dem Jenseits steht, dem Licht. Er geht kurz auf die Existenz von Geistern ein und unterscheidet erdgebundene Geister und Geister des Universums. Bei einer Sterbebegleitung sollte man die Wünsche des Sterbenden berücksichtigen, nicht die der Angehörigen, was er notfalls auch vor einem Gericht durchsetzen würde. Zum Selbstmord meint er, dass jeder Mensch zwei Grundrechte hätte, nämlich das Recht auf Leben und das Recht auf Tod. Insofern sollten auch Patientenverfügungen Berücksichtigung finden und nicht gegen den Willen Nahrungssonden gesetzt werden. Er spricht die Tötung auf Verlangen und die Trauerarbeit an. Auch, dass viele Menschen den Tod eines geliebten Menschen verdrängen wollen. Das Buch schließt mit einem Gedicht über die Schöpfung, einem Glossar und Literaturverzeichnis.

Die Dinge, die Ingolf Ludmann-Schneider in Sterben, Tod und Jenseits anspricht, sind natürlich nicht nachprüfbar. Es sei denn, man ist auch wie er in der Lage, mit Tieren oder Toten zu kommunizieren. An einer Stelle versichert er dem Leser, dass er im Jenseits kein Grauen und keine Angst vorfinden wird. Nur, woher nimmt der Autor diese Sicherheit? Vorausgesetzt, das Jenseits ist existent. Von einer Giftschlange hat er erfahren, dass wir Menschen keine Angst vor ihnen haben müssten und dass alles nur eine Frage des Respektes sei. Es käme da auf einen Selbstversuch an! Obwohl sicherheitshalber doch vielleicht ein Antidot bereit stehen sollte. An anderer Stelle verweist der Autor darauf, dass unter Fachleuten Einigkeit über die Existenz des Jenseits besteht. Welche Fachleute sind hier gemeint? Warum werden sie nicht aufgeführt? Es gäbe sogar Studien darüber, die aber auch keine Erwähnung finden. Wer naiv genug ist und sich für Übersinnliches begeistern kann, wird sich in dem Buch Sterben, Tod und Jenseits von Ingolf Ludmann-Schneider bestätigt sehen. Für alle anderen ist es Zeitverschwendung.

Ingolf Ludmann-Schneider, Sterben, Tod und Jenseits, Periplaneta Verlag 2011, Softcover, 179 Seiten, ISBN 978-3-941-80907-9, Preis: 14,50 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

2 Kommentare

  1. Es ist schon erstaunlich, was Verlage so alles herausbringen!

  2. Ja, das ist in der Tat erstaunlich. Da frage ich mich manchmal, wie die Verantwortlichen „ticken“ und kann nur den Kopf schütteln.

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