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In ihrem Buch „Von Frau zu Frau“ gibt Annette Kerckhoff unter anderem einen Überblick über die vielfältige Verwendung von Äpfeln und Kartoffeln, wobei letztere nicht nur als Mahlzeit auf dem Teller landen sollten, sondern sich auch als Auflage bei Verspannungen oder Entzündungen bestens eignen. Essig, Natron und Seife, im speziellen die Gallseife, sind ebenfalls in vielerlei Hinsicht nützlich. Bei Kopfschmerzen empfiehlt die Autorin, Anissamen auf glühende Kohlen zu geben und den davon ausgehenden Duft mit der Nase einzuziehen. Aber auch bei einer Verstopfung, Brustentzündung, Beschwerden in den Wechseljahren oder Krampfadern hat sie Ratschläge parat. Sie hebt die gesundheitsfördernde Wirkung von Petersilie, Brennnesseln oder Kamille hervor und ganz besonders die einer gut gemachten Hühnersuppe. Dass diese die Abwehrkräfte stärkt, wussten schon Generationen von Müttern, doch ist es nun auch wissenschaftlich belegt, wie im Buch zu lesen ist. Backpulver gehört nicht nur in den Kuchen, sondern auch in ein wohltuendes Fußbad, und ein Lavendelsäckchen verbreitet nicht nur im Kleiderschrank einen angenehmen Duft, sondern hilft auch gegen Mottenbefall.
Allein der Titel „Unbeugsame Lehrerinnen“ macht schon deutlich, dass es sich in dem Buch von Luise Berg-Ehlers um Frauen handelt, die den Kampf für eine ihnen wichtige Sache aufgenommen haben: Die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Bis in unsere Tage ist die soziale und politische Gleichstellung der Frau nur zum Teil verwirklicht worden, denn sonst hätte es kaum eine gesetzlich geforderte Frauenquote geben müssen, wie sie der Bundestag erst im März dieses Jahres beschlossen hat.
Albert Einstein dürfte jeder kennen, doch wer hat schon von seiner ersten Ehefrau Mileva Einstein gehört? Anne-Kathrin Kilg-Meyer hat in ihrem Buch ein Porträt dieser außergewöhnlichen Frau gezeichnet, die 1875 im heutigen Serbien zur Welt kommt. Nach einer unbeschwerten Kindheit geht die erst Neunzehnjährige alleine in die Schweiz, die ihr ein Studium in den Fächern Medizin, Mathematik und Physik ermöglicht. Dort trifft sie auf ihren späteren Ehemann Albert, und in der Folgezeit tauschen sie in Briefen sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse, als auch Liebesschwüre aus. Die beiden heiraten und trotz dreimaliger Mutterschaft unterstützt Mileva ihren Mann bei seinen Studien- und Forschungsarbeiten in Bern, da er sie als ebenbürtige Partnerin anerkennt. Doch mit achtunddreißig Jahren muss Mileva erkennen, dass ihr Mann sie mit seiner Cousine Elsa betrügt. Fast zeitgleich mit Beginn des Ersten Weltkrieges kommt es zur Trennung, und um ihren Kindern weiterhin eine beste Ausbildung zukommen zu lassen, muss Mileva Hunger leiden.
In dem Ferienhaus ihrer Eltern in Cunardo, nahe des Lago Maggiore gelegen, lernt die 1899 geborene Olga den Begründer und Inhaber der Mailänder Schokoladenfabrik, Luigi Zaini, kennen. Als seine Frau Luisa 1923 stirbt und dem Fünfundvierzigjährigen zwei kleine Kinder hinterlässt, heiratet er im Jahr darauf Olga, die ein Diplom als Buchhalterin hat, was für die damalige Zeit sehr ungewöhnlich war. Um die mit in die Ehe gebrachten Kinder Piero und Rosetta, wie auch für die gemeinsamen Kinder Luisa und Vittorio, kümmert sich ein Dienstmädchen. Der Familie geht es finanziell gut, sie beschäftigen weitere Bedienstete und verbringen die Sommer in einem Haus am Comer See. Doch im Jahr 1938 wird bei Luigi ein Hirntumor entdeckt. Das Unternehmen beschäftigt zu der Zeit einhundert Mitarbeiter, und Luigi äußert den Wunsch, dass Olga die Unternehmensführung übernimmt, bis die Söhne dazu in der Lage sind.
Nicht allen vorgestellten Frauen in dem Buch „Heldinnen – 45 Vorbilder fürs Leben“ vom Elisabeth Sandmann Verlag ist ihr Lebensweg an der Wiege gesungen worden. Einige von ihnen stammten beziehungsweise stammen aus ärmlichen Verhältnissen und konnten sich durch heldenhaften Mut und Tapferkeit auszeichnen. In Bild und Text werden beispielhafte Karrieren, aber auch traurige Schicksale vorgestellt. Ein Teil der Frauen hat durch Gesang, Tanz oder als Schauspielerin Berühmtheit erlangt und wegen ihrer Schönheit sind viele von ihnen auch beneidet worden. Ein anderer Teil hat sich für Hilfsprojekte engagiert oder für bedrohte Tierarten und Menschen in Not stark gemacht. Von den fünfundvierzig ausgewählten Frauen leben noch dreiundzwanzig, andere sind schon vor Jahrzehnten gestorben und manch eine in viel zu jungen Jahren.
Frauen müssen auch heute noch einen Spagat machen, wenn sie ihr Familienleben mit einer Berufstätigkeit vereinbaren wollen und darüber hinaus werden sie oftmals noch geringer bezahlt wie ihre männlichen Kollegen. In Deutschland wurden sie erst ab 1908 zum Studium zugelassen und die Frage, was angeboren oder anerzogen ist, sorgt immer noch für Diskussionsstoff. Das Buch „Frauen, die denken, sind gefährlich und stark“ ist eine Geschichte der Emanzipation, denn durch den kriegsbedingten Frauenüberschuss nach dem 1. Weltkrieg mussten die Frauen „ihren Mann stehen“, woraus ein gestärktes Selbstbewusstsein resultierte. Die Emanzipation hat erst durch diesen Krieg einen ungeahnten Vorschub erfahren, wie Stefan Bollmann schreibt.