Wie sich Mileva Einstein Alberts Nobelpreisgeld sicherte von Anne-Kathrin Kilg-Meyer

Wie sich Mileva Einstein Alberts Nobelpreisgeld sicherteAlbert Einstein dürfte jeder kennen, doch wer hat schon von seiner ersten Ehefrau Mileva Einstein gehört? Anne-Kathrin Kilg-Meyer hat in ihrem Buch ein Porträt dieser außergewöhnlichen Frau gezeichnet, die 1875 im heutigen Serbien zur Welt kommt. Nach einer unbeschwerten Kindheit geht die erst Neunzehnjährige alleine in die Schweiz, die ihr ein Studium in den Fächern Medizin, Mathematik und Physik ermöglicht. Dort trifft sie auf ihren späteren Ehemann Albert, und in der Folgezeit tauschen sie in Briefen sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse, als auch Liebesschwüre aus. Die beiden heiraten und trotz dreimaliger Mutterschaft unterstützt Mileva ihren Mann bei seinen Studien- und Forschungsarbeiten in Bern, da er sie als ebenbürtige Partnerin anerkennt. Doch mit achtunddreißig Jahren muss Mileva erkennen, dass ihr Mann sie mit seiner Cousine Elsa betrügt. Fast zeitgleich mit Beginn des Ersten Weltkrieges kommt es zur Trennung, und um ihren Kindern weiterhin eine beste Ausbildung zukommen zu lassen, muss Mileva Hunger leiden.

Albert verlangt von seiner Frau die Scheidung, denn er konnte als Ehebrecher zur damaligen Zeit diesen Antrag nicht stellen. Er drängt sie mehrmals dazu, um bei der erwarteten Verleihung des Nobelpreises ganz offiziell mit Elsa an seiner Seite erscheinen zu können. Erst, nachdem er ihr das Preisgeld überlassen will, willigt die stark unter der Trennung leidende Frau ein, die immer häufiger im Krankenhaus aufgenommen werden muss. Nachdem die Wohnungen von Albert, der Jude ist, nach der Machtergreifung durch Hitler ausgeraubt werden, die Nazis sein Vermögen beschlagnahmen und er 1933 in die USA auswandert, sieht sie ihn nie mehr wieder. Mit dreiundsiebzig Jahren verstirbt Mileva nach mehreren Schlaganfällen. Allerdings hat sie zuvor ein ihrem Mann gegebenes Versprechen gebrochen, indem sie alle Briefe, die das Paar miteinander oder auch mit anderen getauscht hat, aufbewahrte.

Gerade diese Briefe haben es Anne-Kathrin Kilg-Meyer ermöglicht Recherchen für das vorliegende Buch zu betreiben. Denn von der erstgeborenen, unehelichen Tochter Lieserl existieren keine amtlichen Dokumente, so dass die Autorin quasi einer Sisyphusarbeit diesbezüglichen Hinweisen im Schriftverkehr nachgehen musste. Mileva musste nicht nur Lieserl betreffend Stärke beweisen, sondern war neben der Scheidung von ihrer großen Liebe auch noch vom Leben durch ihren Sohn Eduard gestraft, der mit der Unterbringung in einer Nervenheilanstalt einen Großteil des ihr zugesprochenen Nobelpreisgeldes aufgebraucht hat.

Am interessantesten und bedeutungsvollsten ist der Umstand, dass bis heute nicht geklärt ist, inwieweit Mileva tatsächlich eine maßgebliche Rolle an der Entwicklung der Relativitätstheorie gespielt hat, zumal Albert Einstein die Grundlagen während ihrer gemeinsamen Ehejahre in Bern entwickelte. In diesem Zusammenhang zitiert die Autorin einen seiner Briefe, in denen er deutlich von einer gemeinsamen „Arbeit über die Relativbewegung“ spricht, die beide „siegreich zu Ende“ führen wollen. Außerdem weist Anne-Kathrin Kilg-Meyer darauf hin, dass für die verlorenen Originalmanuskripte, in denen Mileva als Mitverfasserin stehen soll, eine Belohnung von elf Millionen Dollar ausgesetzt ist. Das sehr informative Buch „Wie sich Mileva Einstein Alberts Nobelpreisgeld sicherte“ ist demnach eng mit dem Leben ihres berühmt gewordenen Mannes Albert Einstein verknüpft und bietet neben einigen Fotos auch einen Quellennachweis.

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Wie sich Mileva Einstein Alberts Nobelpreisgeld sicherte von Anne-Kathrin Kilg-Meyer

Wie sich Mileva Einstein Alberts Nobelpreisgeld sicherte
Elisabeth Sandmann Verlag 2015
Hardcover mit Schutzumschlag
112 Seiten
ISBN 978-3-945543-02-3

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Bildquelle: Elisabeth Sandmann Verlag
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