Der 10-jährige Linus Lindbergh lebt direkt auf dem Flughafengelände des Ortes Kesselheim, dessen Besitzer Herr Tober immer neue Mietforderungen stellt, denn Linus Großvater Anton hat sich mühsam ein lebenslanges Bleiberecht erstritten. Und so wohnt Linus heute mit seinem Großvater und seiner Mutter Anna neben dem Tower und der Start- und Landebahn. Mit zur Familie gehört sein bester Freund Majus 12, ein intelligenter und mitfühlender Roboter und sein Hund Captain Einsicht, der allein mit seinen Gedanken ein Fahrzeug lenken kann. Linus Ziel ist es, zu den Q1-Mitgliedern zu gehören, einer Organisation, die sich mit Spiel-, Traum- und Zeiterfindung beschäftigt. Denn schließlich stammt er aus einer Erfinderfamilie und fliegt mit Varius, einer aus Abfällen gebauten Flugmaschine seines Großvaters. Seine Mutter gehört dem Rat der Erfinder als Präsidentin an und sein Vater hat sogar eine Zeitmaschine erfunden. Doch leider weiß niemand, was mit ihm passiert ist, denn seit drei Jahren gilt er als vermisst.

In der Schule schlägt sich Linus mehr schlecht als recht. Immer wieder hat er Ärger mit seinem Lehrer Herrn Weigel wegen nicht gemachter Hausaufgaben. Dabei hatte er doch wegen seiner Erfindungen keine Zeit dazu! Seinen Freunden darf er nicht mal etwas von dem von ihm entwickelten Traumhelm verraten, weil alles streng geheim bleiben muss. Auch die neue Mitschülerin Riana von Waldenfels darf eigentlich nichts davon wissen. Aber dummerweise ist ihr Hund ausgerissen und Linus hilft ihr mit Roboter Majus, der ihr sehr seltsam vorkommt, bei der Suche. Riana stellt viele Fragen und erfährt mehr, als erlaubt ist. Sie glaubt, dass sie es mit Außerirdischen zu tun hat und ist von dieser Welt fasziniert.

Doch dann tauchen die Zwillinge Chin und Chan auf und bitten Riana, Linus und den Roboter mitzukommen. Linus hofft, über den Verbleib seines Vaters etwas zu erfahren und entdeckt tatsächlich versteckte Botschaften von ihm. Aber er scheint mit Riana in einen Hinterhalt geraten zu sein. Prof. Dagendorf lässt die Beiden um ihr Leben bangen und auch Majus wird nicht gut behandelt.

Tobias Elsäßer ist mit Linus Lindbergh und der Riss in der Zeit ein spannendes Kinderbuch gelungen. Der junge Leser wird sich schnell mit der Figur des Linus identifizieren können und sich wünschen, so wie er zu sein. Was die Mutter betrifft, so dürfte es kaum einen Schüler geben, der sie sich nicht so wünschen würde: Als sie nämlich wegen schlechter Noten zur Schule gebeten wird, meint sie nur lapidar, dass der Lehrer sie nicht alle hat! In der erdachten Welt des Autors gibt es so fantastische Dinge wie einen Geruchsneutralisator, eine Weitwinkelbrille, einen DNA-Luftscanner oder auch einen Hypnose-Kaleidograf. Der Roboter Majus ist als der beste Freund von Linus für den Frieden und möchte von Fremden nicht mit „du“ angeredet werden. Mit seiner Art wird er auch für den Leser zu einem liebenswerten Freund, was Erinnerungen an Star-Wars weckt. Aber der Autor zeigt auch Parallelen zu Szenen aus Der unsichtbare Dritte auf und an anderer Stelle soll wie in Zurück in die Zukunft Energie aus einem Gewitter gewonnen werden. Linus Lindbergh und der Riss in der Zeit von Tobias Elsäßer ist der erste Band einer Trilogie und Kinder ab ungefähr zehn Jahren werden es kaum noch erwarten können, welche Abenteuer Linus und Riana noch zu bestehen haben und ob es Linus gelingt seinen Vater aus einem Riss in der Zeit zu holen.

Tobias Elsäßer, Linus Lindbergh und der Riss in der Zeit, Sauerländer Verlag 2012, Hardcover, 224 Seiten, ISBN 978-3-411-80808-3, Preis: 12,99 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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