Für sein Alter ist Frank Einstein ein Genie. Während seine Eltern in der Antarktis weilen, experimentiert er mit seinem langjährigen Freund Watson in der von seinem Großvater Grampa Al zu einem Wissenschaftslabor umfunktionierten Garage in Midville. Frank will unbedingt den diesjährigen Wissenschaftspreis gewinnen. Aus einem Sammelsurium ausrangierter Sachen baut er einen Roboter zusammen, der jedoch durch einen Blitz zerstört wird. Plötzlich hört Frank die Stimme eines Roboters, der sich Klink nennt und der sich selbst neu zusammengesetzt hätte. Kurz darauf gesellt sich Klank, ein weiterer Roboter mit künstlicher Intelligenz zu ihnen. Und natürlich kommt auch Watson aus dem Staunen über die Roboter nicht mehr heraus.

Doch dann droht T. Edison mit seinem Schimpansen Mr. Chimp, der sich mittels Zeichensprache verständlich macht, den Fortgang der weiteren Arbeiten im Wissenschaftslabor zu durchkreuzen. Denn wenn Frank Einstein den Wissenschaftspreis nicht erhält und Grampa Al seine Rechnungen nicht begleicht, gehört T. Edison das Gebäude. Noch ahnt Frank nicht, dass er längst von seinem Feind überwacht wird, der es auf seine Roboter abgesehen hat.

Ohne Zweifel hält das Buch Frank Einstein – Die Entführung der Roboter von Jon Scieszka einiges Wissenswertes für Leser ab zehn Jahren bereit: Sie erfahren, wie die Entfernung eines Gewitters berechnet werden kann, dass ein Neutronenbeschuss eines Atoms eine Kettenreaktion in Gang setzt und dass Sonnenenergie in Nahrung umgewandelt wird. Nach der Lektüre wissen sie, warum Bienen summen, dass Walter Diemer 1928 auf eine Kaugummi-Mischung stieß, die Blasen erzeugen konnte und die Brüder Kellogg durch Zufall die Cornflakes erfunden haben. Von Materie und Antimaterie ist die Rede, von der Brechung des Sonnenlichts, vom CERN und vom Ozonloch, das durch FCKW verursacht wird, wobei der Autor auf das FCKW nicht näher eingeht. Ebenso ist der Begriff der Doppelhelix-DNA an keiner Stelle erläutert.

Grundsätzlich ist die Idee, dass ein Blitz eine nicht vorhersehbare Veränderung bewirkt, nicht neu, und auch das von Frank Einstein entwickelte Schwebeskateboard ist schon in dem Film Zurück in die Zukunft verarbeitet worden. Doch daraus hätte durchaus eine interessante und informative Geschichte entstehen können. Dagegen, dass Jon Scieszka Wissen auf humorvolle Art vermitteln möchte, ist nichts einzuwenden. Aber das vorliegende Buch wirkt auf den Leser völlig chaotisch. Das Layout mit fett gedruckten Großbuchstaben unterstreicht diesen Eindruck unnötigerweise und erschwert das Lesen.

Vieles ist nur kurz angerissen und man muss sich die Frage stellen, was die Kinder am Ende wirklich von all den Themen verstanden haben. Denn das Ziel dieses Buches sollte ja wohl die Vermittlung von Wissen sein, und nicht nur Unterhaltung auf niedrigem Niveau. Schön anzusehen sind auf jeden Fall die teils informativen oder einfach nur witzigen Illustrationen von Brian Briggs.

Jon Scieszka, Frank Einstein – Die Entführung der Roboter, Heyne Verlag 2015, Hardcover, 235 Seiten, ISBN 978-3-453-26978-1, Preis: 12,99 Euro.

Wie bewerten Sie dieses Buch? schrecklichschlechtdurchschnittlichgutausgezeichnet 1 Stimme(n) | Bewertung 3,00 | Sie müssen sich registrieren, um am Leservoting teilzunehmen.
Loading...

Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *