Die letzte Hexe – Kajas geheimnisvolle Reise ins Unbekannte

Buchcover: Die Legende von der letzten Hexe

Ausgrenzung im Waisenhaus

Kaja lebt in einem Waisenhaus und wird wegen ihrer knallroten Haare von den anderen Kindern ausgegrenzt und gedemütigt. Das macht sie sehr unglücklich. Eines Tages verkauft Herr Knochowitsch, ein böser alter Mann, vor dem sich alle Kinder fürchten, das Mädchen für fünf Mettwürste an den Händler Dutsch. Mit ihm verlässt Kaja zum ersten Mal das abgelegene Dorf im Tal.

In der ersten Nacht schläft sie besser als jemals zuvor, da sie im Gegensatz zum ungeheizten Waisenhaus in einem warmen Stall untergebracht ist. Während der Wanderschaft, auf der Dutsch sie bei Bauern als Magd verkaufen will, entdeckt Kaja zwischen seinen Sachen das Buch „Die Legende von der letzten Hexe“, das sie mit Spannung liest.

Verkauft für eine Schweinehälfte

Als Frau Fenn, die gelbe Haut und gelbe Haare hat, eine Hilfe für den Haushalt sucht, wird Kaja für eine Schweinehälfte an sie verkauft. Ihr Nachtlager muss sie im dunklen, kalten Keller unter der anderen Schweinehälfte aufschlagen. Die unfreundliche Frau nutzt das Mädchen aus: Kaja muss hart arbeiten und sich um deren Kinder kümmern.

Eines Tages schickt Frau Fenn sie trotz eisigen Schneesturms in den Wald, wo Kaja einem alten Brauch folgend dem Drachen Geschenke bringen soll. Dort begegnet sie einem Kobold, der sich als Digobald der Dritte vorstellt.

Digobald und das Geheimnis der Sonne

Digobald, kurz Diggel genannt, behauptet, er habe Kaja schon lange gesucht. Ihr richtiger Name sei Luara, ihre Eltern hießen Sola und Magno. Außerdem habe er jenes Buch geschrieben, das Kaja bei Dutsch gefunden hat. Obwohl sie seinen Worten kaum Glauben schenkt, folgt sie ihm.

Vor langer Zeit, so erzählt Diggel, hätten die Hexen den Kampf gegen die Rotte verloren. Nur Kaja könne als letzte noch lebende Hexe die Sonne wieder aufgehen lassen – von deren Existenz sie nicht einmal überzeugt ist.

Im Land der Kobolde, Trolle und Elfen erlebt Kaja mit Diggel, dem Drachen Mu, Feddy und Grunz viele Abenteuer. Ihr gemeinsames Ziel ist Dragorn, Kajas ursprüngliches Zuhause, das die böse Schneefee Kristelle zerstört haben soll.

Abenteuer voller Gefahren

Das Buch Die Legende von der letzten Hexe* von Lucie Flebbe richtet sich an Kinder, die spannende Fantasy-Abenteuer lieben. Die Episoden aus dem Waisenhaus, die Zeit mit dem Händler Dutsch oder der Aufenthalt bei Frau Fenn – die Kaja wegen ihrer Dürre „die Bohne“ nennt – nehmen nur einen geringen Teil der Handlung ein.

Den Hauptteil bilden die Abenteuer, die Kaja bestehen muss: Sie kämpft gegen Ungeheuer und Monster, rettet einem Jungen das Leben, dem ohne ihre Hilfe der Tod durch Erfrieren gedroht hätte, und stellt sich am Ende ihrer Reise einem unheimlichen alten Mann, dessen Augen wie schwarze Kohlen glühen.

Fantasie, Humor und ein gutes Ende

Lucie Flebbe versteht es, sowohl Jungen als auch Mädchen ab neun Jahren schon mit den ersten Sätzen zu fesseln. Langeweile kommt nie auf. Spannende oder bedrückende Szenen werden durch humorvolle Namensgebungen wie „Knochen“ für Herrn Knochowitsch aufgelockert. Junge Leser können sich köstlich amüsieren, wenn sie vom Trollsabber lesen, der auf eine Schulter tropft.

Natürlich hat die Geschichte einen guten Ausgang und endet mit einer rührenden Szene: Kaja findet endlich das, wonach sie sich ihr ganzes Leben gesehnt hat – und sieht zum ersten Mal die Sterne am Himmel.

Die Legende von der letzten Hexe von Lucie Flebbe

Buchcover: Die Legende von der letzten Hexe
CreateSpace 2016
Broschur
264 Seiten
ISBN 978-1-534-78097-2

Bildquelle: Lucie Flebbe

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