Interview mit Lizbeth Khiel über ihr Buch “Drei Farben: Gold – Aurelia”

Lizbeth Khiel hat das Schlimmste durchgemacht, was einer Mutter passieren kann, nämlich ein Kind zu verlieren. Bei ihrer dritten Schwangerschaft hatte sie von Anfang an ein ungutes Gefühl. In der 36. Woche ist sie auf den Bauch gestürzt. Weil sich das Kind nicht mehr bewegt hat, fuhr sie sofort in eine Klinik und hat um eine Ultraschallaufnahme gebeten. Schließlich wurde Aurelia klinisch tot geboren und musste reanimiert werden. Nach einem lebensgefährlichen Unfall kämpfte Lizbeth Khiel mit letzter Kraft darum, ihr sterbendes Kind noch zu sehen, bevor es in eine andere Klinik gebracht wurde. Sie hat drei schwere Notoperationen überstanden und wurde auf die Intensivstation verlegt. Ein Nahtoderlebnis kehrte für sie in dieser Situation plötzlich alle ihre bisherigen Haltungen und Werte um. Es geht ihr um die letzten Fragen der Menschheit: Leben und Tod. Freiheit und Bestimmung. Schuld und Sühne. Gott und Mensch. Vater und Mutter. Eltern und Kind. Sie gelangte zu unerwarteten Schlussfolgerungen, die ihr Weltbild vollkommen veränderten und auch ihr Gottesbild von Grund auf revolutionierten. „Eine Liebeserklärung an das Leben!“, wie sie es nennt. Letztlich hat Aurelia den Kampf ums Überleben verloren und ist wenig später verstorben.

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Die Annäherung von Anna Mitgutsch

Die AnnäherungTheo ist in zweiter Ehe über vierzig Jahre mit Berta verheiratet. Sein Verhältnis zu seiner Tochter Frieda aus erster Ehe war spätestens ab dem Zeitpunkt belastet, als die Achtjährige von ihrem Vater wissen wollte, ob er als Soldat in Russland Verbrechen begangen hat. Frieda war erst zwölf Jahre alt, als ihre Mutter verstarb, und der Einzug von Berta in das Haus hat die Entfremdung von Theo zu Frieda noch vergrößert. Berta hatte ihr sogar ein Hausverbot erteilt, so dass sie ihren Vater allenfalls nur heimlich besuchen konnte. Seit mehr als zehn Jahren hat Frieda ihren Vater nicht mehr gesehen, als sie ihn im Spital besucht, nachdem er einen Unfall hatte. Von den Sprachlähmungen erholt sich der Sechsundneunzigjährige wieder. Doch dann erleidet Berta einen Herzinfarkt und muss ausgerechnet die verhasste Stieftochter bitten, sich um Theo zu kümmern. Nach Bertas Genesung bleibt den beiden alten Leuten keine andere Wahl und sie müssen die Hilfe der Pflegerin Ludmilla aus der Ukraine in Anspruch nehmen. Die Spannungen im Haus nehmen zu, die Stimmung wird zunehmend schlechter und sowohl Theo, als auch Berta reagieren immer gereizter.

Anna Mitgutsch hat für ihren Roman Die Annäherung zum einen die Erzählperspektive gewählt, wenn von Theo die Rede ist, und im Wechsel seine Tochter Frieda in der Ich-Form berichten lassen. Auf diese Weise hat die Autorin die unterschiedlichen Sichtweisen von Vater und Tochter verdeutlichen können, wenn es um deren jeweilige Betrachtungen zu den Geschehnissen im Krieg geht.

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Ein Bauch voller Geheimnisse von Pimm van Hest

Ein Bauch voller GeheimnisseMoira lebt mit ihren Eltern und zwei Hunden zusammen. Eines Morgens entdeckt sie beim Anziehen einen losen Faden an ihrer Strumpfhose und zieht daran, bis ein kleines Loch entsteht. Das ist ihr peinlich, weshalb sie schnell eine andere Strumpfhose anzieht. In der Schule mag sie ihre Birne vor lauter schlechtem Gewissen nicht essen. Aber dann fällt ihr auf dem Nachhauseweg ein, wie wichtig es für ihren Vater immer ist, dass sie jeden Tag Obst isst. Damit er die Birne nicht sieht und sie ihn nicht enttäuscht, wirft sie die Birne einfach in die Mülltonne. Am Nachmittag will sie mit ihrem Freund Benjamin spielen und beide verkleiden sich. Moira zieht das Hochzeitskleid ihrer Mutter an, doch ganz plötzlich muss sie auf die Toilette. Da passiert ihr das nächste Missgeschick: der Urin läuft auf die Schleppe! Schnell hängt sie das Kleid zurück in den Schrank. Doch vor lauter Bauchweh mag sie am Abend nichts essen und erst, als sie im Bett liegt, hält sie es nicht länger aus und gesteht den Eltern unter Tränen, was sie bedrückt.

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Alle für einen von Jutta Profijt

Alle für einenSeit vier Monaten leben die einundsiebzigjährige Rosa, ihre Tochter Ellen sowie Enkelin Kim, der straffällig gewordene Konrad Schmitt und der ehemalige Major Hans Seefeld in der von ihnen besetzten Villa Zucker zusammen, die direkt hinter dem Rheindeich in Kaiserswerth liegt. Sie konnten nur knapp einer Zwangsräumung entgehen. Ihr Ziel ist, die Villa zu kaufen, weshalb sie sich mit dem Insolvenzverwalter Doppersen von der MultiLiving GmbH, die sie seinerzeit um ihr Geld betrogen hat, in Verbindung setzen. Doch das sind nicht ihre einzigen Sorgen, denn jeder einzelne hat mit eigenen Problemen zu kämpfen:

Rosa trifft der Schlag, als sie mit dem Zug nach München reist, um dort ihren Geliebten Roland Stettin zu treffen, weil der offensichtlich schon eine Frau hat. Als er ihr von einem Projekt zugunsten der Flüchtlingshilfe erzählt, reift in Rosa der Plan, eine Benefizauktion zu veranstalten. Ellen ist sich unschlüssig, ob sie mit dem jüngeren Patrick Mittmann zusammenziehen soll, zumal sie eine gescheiterte Ehe hinter sich hat. Ihre Tochter Kim muss verschmerzen, dass Hans Seefeld nicht mehr ihr Physiklehrer sein kann, weil er sich im Landeskommando NRW melden muss.

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Die Engelsmühle von Andreas Gruber

Die EngelsmühleWährend der Versicherungsdetektiv Peter Hogart mit Inspektor Wolfgang Eichinger und dessen Kollege Rolf Garek von der Kriminalpolizei Wien auf einem Flohmarkt zusammentrifft, werden die beiden zu einem Mordfall gerufen. Wenig später erzählt ihm sein Bruder Kurt, dass er Doktor Abel Ostrovsky weder auf seinem Handy erreichen kann, noch ihn in seiner Villa antrifft. Das würde ihn deshalb beunruhigen, weil der pensionierte Arzt ihm eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen hat: Er habe ein Videoband in seinem Haus versteckt und könnte niemandem mehr trauen. Als Hogart bei der Villa von Ostrovsky eintrifft, sieht er sofort den Zusammenhang zwischen dem Arzt, der sich nicht mehr meldet und dem Mordfall, zu dem Eichinger und Garek gerufen wurden. Die finden Ostrovsky an einen Stuhl gefesselt und durch Folter grausam zu Tode gekommenen vor.

Obwohl Hogart die Ursache eines im Archiv der Krankenkasse ausgebrochenen Brandes aufklären müsste, verschafft er sich illegal Zugang in die Villa und findet dort tatsächlich ein Videoband, auf dem allerdings lediglich Übungen von Linda Bohmann, einer querschnittsgelähmten Patientin, zu sehen sind.

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Drei Farben: Gold – Aurelia von Lizbeth Khiel

Drei Farben: Gold - AureliaLizbeth Khiel verarbeitet in ihrem Buch Drei Farben: Gold – Aurelia den Tod ihrer Tochter Aurelia. Es ist ihre dritte Schwangerschaft und bereits ab dem vierten Monat hat sie jede Woche denselben Traum, der nichts Gutes verheißt. Obwohl ihr Gynäkologe mit dem Verlauf der Schwangerschaft zufrieden ist, fürchtet Lizbeth, dass ihre Tochter nicht gesund sein wird. In der sechsunddreißigsten Woche stürzt sie direkt auf ihren Bauch. Da sich das Kind plötzlich nicht mehr bewegt, fährt sie mit ihrem Mann ins Krankenhaus und fordert eine sofortige Ultraschallaufnahme. Doch eine unerfahrene Hebamme sieht nicht die Notwendigkeit und es vergehen wertvolle Minuten. Erst als endlich eine Ärztin hinzugezogen wird, stellt diese anhand der Ultraschallaufnahmen fest, dass das Baby klinisch tot ist. In erster Linie geht es zu diesem Zeitpunkt darum, die Mutter zu retten, die innerlich zu verbluten droht, da sich die Plazenta bereits ablöst. Eine Notoperation wird in die Wege geleitet.

Nachdem die kleine Aurelia reanimiert wurde und Lizbeth aus der Narkose erwacht, kämpft sie darum, wenigstens einen Blick auf ihr Kind im Brutkasten werfen zu dürfen. Nur zwei Minuten sind ihr vergönnt. Am nächsten Morgen wird sie mit der Nachricht konfrontiert, dass ihr Kind verstorben ist.

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Grün ist die Liebe von Marlies Ferber

Grün ist die LiebeSchon seit einigen Jahren gibt es in deutschen Kliniken Grüne Damen. Sie werden so genannt, weil sie häufig einen grünen Kittel tragen oder zumindest ein grünes Tuch um den Hals. Es handelt sich dabei um ein Ehrenamt, zu dem sie sich aus sozialem Engagement oder auch aus christlicher Nächstenliebe berufen fühlen. Die Grünen Damen helfen bei der Essensausgabe, machen kleine Besorgungen und betätigen sich oftmals auch als Seelsorger. Eine von ihnen ist die Protagonistin in dem Roman Grün ist die Liebe von Marlies Ferber.

Im Krankenzimmer lernt Elisabeth Müller bei einem Besuch Justus Grün kennen. Er trauert um seine kranke Ehefrau Lenya, die seine große Liebe ist und nicht einmal mehr wahrnimmt, wenn er mit ihr spricht. Als Lenya wenig später verstirbt, kommt Justus nach einem Sturz bei der Beerdigung selbst ins Krankenhaus. Bei weiteren Besuchen erfährt Elisabeth von Justus, dass seine Frau aus Amsterdam stammte und wie er sie kennengelernt hat. Elisabeth bringt er damit auf die Idee und sie plant mit ihrem Mann einen Ausflug nach Amsterdam, zumal der Alltag ihrer Ehe eintönig geworden ist.

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Die Politik und ihr Wahnsinn – Der Reichstag von Ralph Llewellyn

Die Politik und ihr Wahnsinn – Der ReichstagIm Januar 2017 finden sich während eines Symposiums irgendwo in Deutschland vier Immobilienmakler an der Hotelbar zusammen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Hans Burchard ist Anfang vierzig, intelligent und wortgewandt. Er ist zuverlässig und lernfähig, doch leidet er unter einer Schmutzphobie und hadert mit seinem Schicksal, das ihn in die Welt der Immobilien geführt hat, wo es viele schmutzige Dinge zu sehen gibt. Frank Hauser steht an der Klippe des Untergangs, zu viel Alkohol und zu viele Frauen. Obwohl seine Geschäfte gut laufen, versucht er ein Gefühl der Leere zu ertränken. Susanne Christ betreibt die Immobilienakquise mit Charme und weiblicher Überzeugungskraft, wobei gelegentlich ein Maklervertrag durch sexuelle Dienste zustande kommt. Den gut gekleideten, schwulen Ronaldo Roy quälen sexuelle Selbstzweifel. Er ist Mitte dreißig und wurde gerade von seinem Liebhaber verlassen, der einen wesentlich älteren Millionär kennengelernt hat.

Während ihres Gesprächs stellen Frank, Hans, Susanne und Ronaldo schnell fest, was sie eigentlich verbindet: Immobilienmakler genießen in Deutschland kein hohes Ansehen und finden nur wenig Anerkennung für ihre Arbeit. Schuld an ihrem schlechten Ruf sind Politiker, die ihnen mit neuen Gesetzen das Leben schwer machen, um sich vor ihren Wählern zu profilieren.

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Die Expansion von Christoph Martin

Die ExpansionDer Panamakanal verbindet seit seiner Eröffnung im Jahr 1914 den Atlantik mit dem Pazifik in Mittelamerika. Laut Wikipedia erkrankten und verstarben allein von 1881 bis 1889 zweiundzwanzigtausend Arbeiter in der Sumpflandschaft, was die Arbeiten vorübergehend ruhen ließ. Von 1906 bis 1914 verstarben nochmals über fünftausendsechshundert durch Unfälle und Krankheiten. Die panamaischen Behörden mussten sich verpflichten, allen Schiffen die Passage gegen eine Transitgebühr zu gewähren, wobei für die rund siebenhundert Kilometer durchschnittlich eine Fahrzeit von über fünfzehn Stunden benötigt wird. Die Erweiterung des Kanals wurde im Jahr 2016 fertiggestellt und genau darum geht es in einer fiktiven Geschichte des Romans Die Expansion von Christoph Martin.

Max Bruns, der als Ingenieur eine Doktorarbeit über den Suezkanal geschrieben und erst vor zwei Monaten einen neuen Vertrag bei seinem zukünftigen Schwiegervater unterschrieben hat, erhält ein überraschendes Angebot von seinem früheren Freund Godfredo. Mit ihm war Max vor sechzehn Jahren auf einem exklusiven Internat in den Alpen. Doch nachdem seine Eltern bei einem Hubschrauberabsturz, den Max Vater selbst herbeigeführt hat, ums Leben kamen, trennten sich die Wege der einstigen Freunde.

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Señor Gonzalez und der Garten des Lebens von Claus Mikosch

Señor Gonzalez und der Garten des LebensNach achtjähriger Tätigkeit als Kundenberater einer Bankfiliale erhält Niklas die Kündigung. Er entscheidet sich für die angebotene Abfindung und gönnt sich eine Auszeit in Andalusien. Eine Woche später trifft er in Estepona ein und zieht dort in die Wohngemeinschaft von Pedro und dem aus dem Senegal stammenden Khadim ein. Als Niklas von Pedro gefragt wird, warum er nach Andalusien gekommen ist, antwortet er, dass er auf der Suche nach Inspiration ist. Pedro rät ihm deshalb zu einem Besuch bei Señor Gonzalez. Niklas besucht den achtundsiebzig Jahre alten Bauern auf seiner Finca und erfährt, dass dieser nur bis zum achten Lebensjahr eine Schule besucht hat und bereits mit fünf Jahren beim Gemüseanbau mithelfen musste.

Anfangs hilft Niklas dem alten Mann nur beim Tomaten pflanzen und Unkraut jäten, um mit ihm ins Gespräch zu kommen. Doch mit der Zeit merkt er, dass ihn die ungewohnte Arbeit trotz Schmerzen und Müdigkeit glücklich macht. Gonzalez würde sein Land, auf dem er geboren ist und das er kaum verlassen hat, niemals mit einer Wohnung im Ort tauschen, wo er nur auf einem Sofa dahinvegetieren würde. Er ist stolz darauf, ausschließlich mit Kompost zu düngen und keinerlei Pestizide oder Herbizide einzusetzen.

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