Die 30-jährige Journalistin Claire will gegen den Willen ihres heimlichen Geliebten Jerome, dem Chefredakteur von Le Monde, unbedingt nach Rom reisen, um für ihre Kolumne vor Ort recherchieren zu können. Es heißt, dass dort in einem Viertel eine neue, intakte Völkergemeinschaft entstanden sein soll. Aber auch ihr Vater, Staatssekretär des Verteidigungsministeriums, will ihr die Reise in die einem Pulverfass gleichkommende Stadt verbieten, da er wegen der nach Europa eingereisten Flüchtlingsströme eine Einwanderung von Schläfern sowie die Bildung neuer Terrorzellen fürchtet. Trotz aller Drohungen der beiden Männer verlässt Claire Paris.

Noch am selben Abend ihrer Ankunft in Rom trifft Claire auf Ajan, einen jungen und gut aussehenden Mann, der ihr jedoch seltsam und unheimlich vorkommt. Er stammt, so erzählt er ihr, von der im Atlantik gelegenen Insel Share und kann sich an das eigene Energiefeld anbinden, was er seelen nennt. Darüber hinaus ist er als Seeker in der Lage, auch die Energiefelder anderer zu lesen. Von seinen Ausführungen überzeugt, folgt ihm Claire auf die geheimnisvolle Insel, wo sie die Bekanntschaft von Étienne und Lucia Santos macht, die Gründer und Führer der Kolonie. Weiterlesen »

In Finnland lebt der elfjährige Nikolas mit seinem Vater Joel, einem Holzfäller, in ärmlichsten Verhältnissen. In ihrem Haus gibt es nur ein einziges Zimmer und ein Loch hinter ihrem Haus dient ihnen als Klo. Nikolas hat keine Geschwister und sein einziger Besitz sind ein Schlitten und eine Steckrübenpuppe, die er von seiner verstorbenen Mutter bekommen hat. Da er am Weihnachtstag geboren wurde, nennt ihn sein Vater auch Weihnacht.

Eines Tages kommt der Jäger Anders zu ihnen und überbringt dem Vater eine Bitte des Königs: Wer ihm den Beweis erbringt, dass es Wichtelgrund tatsächlich gibt, soll eine hohe Belohnung erhalten. Obwohl Nikolas seinen Vater anfleht, nicht mit den anderen Männern zu ziehen, ist dieser entschlossen, seinen Sohn ein paar Monate für ein zukünftig besseres Leben zu verlassen. Weil er auch den Schlitten mitnehmen muss, bleiben dem traurigen Jungen nur noch die Steckrübenpuppe und der Mäuserich Miika. Doch für Nikolas kommt es noch schlimmer. Tante Carlotta, die überhaupt keine Kinder mag, zieht ins Haus und denkt gar nicht daran, sich um ihn zu kümmern. Von nun an muss er trotz Kälte draußen auf der Wiese schlafen. Als er die Schikanen seiner Tante nicht mehr aushält, will er dem Vater in eine ungewisse Zukunft folgen. Weiterlesen »

Thomas Biermann hat für die einunddreißig Gutenachtgeschichten für Manager zumindest zum Teil auf eigene Erfahrungen während seiner langjährigen Tätigkeit als Manager und später als Professor für Betriebswirtschaft zurückgreifen können. Wie nicht anders zu erwarten, drehen sich die meisten seiner Geschichten um Seminare und Konferenzen, wobei ein Abteilungsdirektor schon einmal an Morbus Meeting erkranken kann, wenn er irrtümlich glaubt, überall und jederzeit gebraucht zu werden. Fatal kann es auch sein, wenn ein Controller nichts von der Arbeit versteht, die an der Basis ausgeführt werden muss. Der Autor schreibt vom Aufstieg einer Schreibkraft zur Direktionsassistentin und eines Lehrlings zum Vorstandsvorsitzenden, während sich ein Mann wohl oder übel mit der Position eines ewigen Stellvertreters abfinden muss. Zum Erstaunen erreicht ein nur mittelmäßiger Schüler einen Posten am Oberverwaltungsgericht, trotz eines Sozialplans bekommen die „falschen“ Mitarbeiter eine Kündigung, und zwei Seminarteilnehmer empfinden nur deshalb Freude, weil ihr Chef den Schaden hat.

In einer Geschichte lässt der Bräutigam bei der Hochzeit auf sich warten, ein inzwischen Einhundertjähriger wartet immer noch auf den Gewinn in der Lotterie, ein anderer kämpft hartnäckig um die Verleihung eines Ordens, und ein Freund aus frühesten Kindheitstagen wird einfach abgewimmelt. Weiterlesen »

Tim ist fünfundzwanzig Jahre, Student und hat, seit einem denkwürdigen Ereignis mit der Mutter seines ehemaligen Freundes, ein gestörtes Verhältnis zu Frauen. Als er zufällig seinen früheren Klassenkameraden Bullwinkel trifft, gesteht der ihm, ebenfalls noch „Jungfrau“ zu sein. Die beiden sind sich einig, dass ihr erstes Mal etwas Besonderes sein muss und möchten deshalb nicht die Dienste einer Prostituierten in Anspruch nehmen. Auf einer Party lernen sie die zwei Stewardessen Adele und Lisa kennen. Um sie für ein nächstes Treffen gefügig zu machen, versprechen sie den beiden Frauen für die „Flashnight“ eine Droge, die sie umhauen wird.

Nun ist guter Rat teuer. Die beiden extrem unter sexuellem Druck stehenden jungen Männer sehen nur noch einen Ausweg: In Finnland gibt es einen giftigen Pilz, den nur Elche fressen und der in ihrem Urin eine wohldosierte Konzentration erzeugt, die beim Menschen eine halluzinogene Wirkung hervorruft. Kurz entschlossen besteigen sie einen Flieger von Frankfurt nach Vantaa in Helsinki. Zum Entsetzen von Tim quartieren sie sich dort bei Victor, einem „Freund“ von Bullwinkel ein. Doch es kommt noch schlimmer, als dieser seine Freunde einlädt. Weiterlesen »

An einem frühen Morgen erhalten die Bewohner des Hauses Lienhardstrasse 7 alle den gleichen Brief, die Kündigung ihrer Wohnung. Der Besitzer möchte das Haus in dem angesagten Viertel sanieren und anschließend teurer vermieten. Notgedrungen bildet sich eine Schicksalsgemeinschaft der Mieter, die gemeinsam gegen die Kündigung vorgehen wollen. Der Immobilienmakler Fabio Sonetto, der zusammen mit seiner Freundin, der Journalistin Paola Kesselmann und dem Mops Momo die Wohnung im zweiten Stock bewohnt, hat alle Mieter zu einem ersten Treffen eingeladen.

Als Delphine, die in einer WG unterm Dach wohnt, bei Paola und Fabio eintrifft, sind die anderen Mieter alle schon im Wohnzimmer versammelt. Tim Gutjahr, der mit seiner Frau Judith und den beiden Kindern Luca und Laurin im ersten Stock lebt, unterhält sich mit Paola und Virginia Caviezel, einer 38-jährigen, alleinerziehenden Mutter, die mit ihrer Tochter Cosima die Wohnung im dritten Stock bewohnt. Vischer, der inmitten seiner Fahrräder im Erdgeschoss lebt, steht unbeteiligt bei der Gruppe, und Delphine wundert sich, dass sie in den zwei Jahren, die sie in dem Haus wohnt, noch nie ein Wort mit ihm gewechselt hat. Nachdem Tim die inoffizielle Zusammenkunft eröffnet hat, berichtet Fabio über die Möglichkeiten, gegen die Kündigungen anzugehen und schlägt vor, sich zunächst beim Mieterverband zu erkundigen, bevor sie die nächsten Schritte bereden. Weiterlesen »

Wer möchte nicht von einer chronischen Krankheit geheilt werden oder für die Zukunft vor einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder Demenz gefeit sein? Dr. Joel Fuhrman verspricht genau das jedem, der seine Ernährung entsprechend den Angaben in seinem Buch Eat for Health umstellt. Aufgrund seiner über zwanzigjährigen Erfahrung als Allgemeinmediziner mit Tausenden Patienten ist er davon überzeugt, dass wir mit unserer Nahrung nicht ausreichend Mikronährstoffe aufnehmen, denn nur wertvolle und kalorienfreie Bestandteile sind in der Lage, Karzinogene in unserem Körper unschädlich zu machen oder DNA-Schäden zu reparieren.

Um es vorweg zu nehmen: Auch wenn es im Untertitel „gesund abnehmen“ heißt, ist das Buch in erster Linie kein Ratgeber für eine neue Diät, sondern es geht vielmehr um eine gesunde Lebensweise, bei der sich das Abnehmen ohne zu hungern von ganz alleine ergeben soll. Der Autor baut auf eine schrittweise, völlige! Ernährungsumstellung, bei der weniger Fett, Proteine und Kohlenhydrate konsumiert werden darf und auf Zucker, Süßstoffe, Weißmehl, raffinerierte Öle und überhaupt auf alle verarbeiteten Produkte möglichst verzichtet werden soll. Weiterlesen »

Es sind die Nachkriegsjahre, die uns den wirtschaftlichen Aufschwung gebracht haben und vielfach als Wirtschaftswunder bezeichnet werden. In dieser Zeit ist auch Margit Kruse groß geworden und hat ihre Erinnerungen in dem Buch Wir Kinder der 60er & 70er Jahre – Aufgewachsen in Gelsenkirchen festgehalten. Sie schreibt von der Wohnsituation in der ehemaligen Bergarbeiterstadt, in der extra für die unter Tage Beschäftigten Zechensiedlungen erbaut wurden. Familienausflüge führten in die nahe Umgebung, nach Schloss Berge, an den Kanal oder in den Zoo. Was zu Weihnachten auf den Wunschzetteln der Kinder stand, weiß sie noch genauso wie die Dinge, die in eine Schultüte gehörten.

Die Autorin erinnert sich an den ersten Kinobesuch, die erste Tanzveranstaltung und erste Küsse, wobei durch Flaschendrehen ausgelost wurde, wer wen küssen darf oder muss! Die Jugendlichen griffen zur ersten Zigarette, fieberten dem ersten Moped oder später Auto entgegen, fuhren zum ersten Mal alleine in den Urlaub und durften mit 18 Jahren endlich zur Wahlurne. Sie weiß von Freibadbesuchen zu berichten und von einem Autokino, das es nur in wenigen Städten gab. Weiterlesen »

Prior Giovanni Luigi Picinardi, Leiter des Juristenkollegs, wird eines Tages im August 1665 zu Giovanni Andrea Sirani gebeten. Wie die Bewohner der Stadt Felsina, das heutige Bologna, ist er untröstlich über den vor zwei Tagen eingetretenen Tod seiner Tochter Elisabetta, die er in der Malerei unterrichtet hat. Obwohl die Verstorbene bereits beigesetzt wurde, soll ihr zu Ehren eine Feier in der Basilika abgehalten werden, wozu der Prior die oratio funebris, eine Trauerrede, halten soll. Sein Auftraggeber ahnt jedoch nicht, dass Picinardi in die junge Frau verliebt war und selbst trauert.

Erst von seiner Haushälterin erfährt der Prior von dem Gerücht, Elisabetta sei von ihrer Magd Lucia Tomolelli vergiftet worden. Als Jurist will er der Sache auf den Grund gehen und trifft sich daher häufig mit Bartolomeo Zanichelli, dem Leiter der Werkstatt im Hause Sirani, der zudem für die Trauerfeier ein Portrait der Verstorbenen malen soll. Ginevra Cantofoli, eine ihrer ehemaligen Schülerinnen, sucht den Prior auf und behauptet zu seiner Überraschung, dass Lucia nicht die Mörderin gewesen wäre. Picinardi ist auch an den Ausführungen von Graf Carlo Cesare Malvasia interessiert, der das Talent der Toten entdeckt hat und als ihr Förderer gilt. Und natürlich kommt er als Jurist auch nicht umhin, die des Mordes beschuldigte Magd Lucia mehrmals im Kerker aufzusuchen. Weiterlesen »

Roofing ist ein besonders in Russland sehr beliebter Extremsport, bei dem ohne Sicherung hohe Gebäude oder andere Bauwerke erklommen werden. Die Roofer lassen sich bei ihren gefährlichen und bei uns verbotenen Kletteraktionen filmen und stellen später die Videos auf Internetplattformen ein, wo sie häufig millionenfach aufgerufen werden. Wie schon von Bergsteigern bekannt, die allen Gefahren zum Trotz die höchsten Gipfel erklimmen, suchen auch sie die Herausforderung, sind von der Sucht nach dem besonderen Kick besessen und genießen den Adrenalinstoß.

Diese Leidenschaft scheint auch Korbinian Meier zu teilen, der mit vier weiteren jungen Leuten unter Alkoholeinfluss auf einen Baukran klettert und bei der Aktion zu Tode stürzt. So zumindest lautet die Nachricht an Kriminalhauptkommissar Lennard Staschek von der Mordkommission Bochum. Zufällig hören sein bester Freund Ben Danner, der vor Jahren den Dienst bei der Polizei quittiert hat, und dessen Freundin Lila Ziegler das Gespräch mit, während sie alle drei bei ihrem Hauswirt Molle in der Kneipe sitzen. Lila und Ben, die eine private Detektei betreiben, sind natürlich neugierig und sehen sich auch das Video auf Youtube an, das die Roofer bei ihrer Aktion zeigt und auch deutlich macht, dass es vor dem Sturz zu einer Auseinandersetzung kam. Weiterlesen »

Geld allein, so lehrt der Volksmund, soll ja nicht glücklich machen, und nach der Lektüre dieses Buches ist man mehr als nur geneigt, dem zuzustimmen.
Eine abgewetzte Aktentasche geht eines Tages verloren und alsdann auf Wanderschaft. Ein jeder, dem das alte Lederutensil in die Hände fällt, ist außer sich vor Freude, weil es mit einer Riesenmenge Geld gefüllt ist. Doch die Begeisterung hält jeweils nur kurz an, denn auf der Tasche scheint ein Fluch zu liegen. Alle neuen Besitzer sind ihres Lebens nicht mehr sicher. Ein Reigen aus Mord und Totschlag nimmt seinen Lauf …

Die Aktentasche von Beatrix Petrikowski ist ein Kriminalhäppchen für zwischendurch. Das Werk ist spannend, ohne ein Thriller zu sein, es ist amüsant, ohne eine Satire oder eine Komödie zu sein, und es ist abgründig, ohne ein Drama zu sein. Die Autorin beschränkt sich stilistisch und inhaltlich aufs Wesentliche, das Geschehen wird nicht großartig aufgeblasen, beinahe lakonisch wird die Handlung erzählt, es kommt, wie es kommen muss. Geradezu zwangs- und beiläufig segnen die Protagonisten das Zeitliche. Es zeichnet gute Schriftsteller aus, dass sie eine Geschichte ohne Effekthascherei zu schildern in der Lage sind und dabei trotzdem den Leser zu fesseln vermögen. Weiterlesen »