Engel des Vergessens von Maja Haderlap

Engel des VergessensDas Mädchen lebt mit ihren Eltern, Geschwistern und der Großmutter in Kärnten, nahe der slowenischen Grenze. Ihre Großmutter erzählt oft von früher, vom Krieg und vom KZ in Ravensbrück. Sie hat ihr Lagerheft noch aufbewahrt und blättert darin. Der Enkelin erzählt sie von ihrer Heimkehr und den vielen verhafteten Nachbarn, die in den Tod geschickt wurden. Auf Spaziergängen kommen sie an unbewirt- schafteten Höfen vorbei, deren Bewohner im Krieg geblieben sind. Die Enkelin hört, dass auch andere von ihrer Flucht berichten, wie sie im Lager überlebt haben und von Internierungslagern für Kinder ist die Rede. Sie besucht ein ehemaliges KZ und sieht dort den Vater zum ersten Mal weinen. Von einem Tonband hört sie die Schreie von Kindern, die nach der Mutter rufen.

Maja Haderlap lässt in „Engel des Vergessens“ ein Mädchen in der Ich-Form von ihrer Kindheit berichten, wie sie mit der Großmutter für den Vater Zigaretten schmuggeln soll, wie sie mit einer Kindergruppe nach Bibione fährt und wegen eines traumatischen Erlebnisses Angst hat schwimmen zu lernen. Das Verhältnis der Eltern ist gespannt und manchmal sieht sie die Mutter weinen.

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Vorstadthimmel von Gabriele Kögl

VorstadthimmelIn ihrem Roman „Vorstadthimmel“ erzählt Gabriele Kögl die Geschichte eines Emporkömmlings und einer zeitgeistigen Journalistin, indem sie geschickt die verschiedenen Perspektiven der beiden Protagonisten beleuchtet, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Heinrich fährt mit seinem Lamborghini Diablo, den er liebevoll Panther nennt, von seiner Villa im Wiener Nobelviertel „Am Himmel“ zu seiner Zahnarztpraxis für die bessere Klientel. Inzwischen auf der Überholspur des Lebens, doch das war nicht immer so, stammt er doch aus ärmlichen Verhältnissen. Bei der Mutter aufgewachsen, ohne einen Vater, in einem schäbigen Mietshaus in der Vorstadt. Mit vierzehn begann er eine Lehre als Handelskaufmann und sein Studium verdiente er sich als Dressman. Bewusst hatte er eine Frau aus gutem Haus geheiratet. Doch sein Schwiegervater ist nicht glücklich über seine Herkunft. Heinrich war überzeugt, dass er niemanden so sehr liebe wie seine Frau, auch wenn er mit anderen Frauen ins Bett ging.

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Zwischen Himmel, Angst und Politik: Warum Flugzeugentführungen unsere Fantasie bis heute fesseln

Cover von Flugzeugentführungen von Annette Vowinckel

Eine Kulturgeschichte der Entführungen

Annette Vowinckel beschreibt in ihrem Prolog zu Flugzeugentführungen, dass aus dem Phänomen der Flugzeugentführung im Laufe der Jahrzehnte eine Geschichte der Kulturen geworden ist. Im Zentrum stehen meist politische Forderungen, mit denen Entführer die Weltöffentlichkeit auf Missstände aufmerksam machen wollen. Manche Fälle haben jedoch militärische oder kriminelle Hintergründe.

Die erste dokumentierte Flugzeugentführung fand 1931 statt, doch bis 1958 blieb die Zahl gering. Ab 1959 setzte – vor allem im Kontext der kubanischen Revolution – eine Welle von Entführungen ein. Ihren Höhepunkt erreichten sie in den 1970er‑Jahren. Erst in diesem Jahrzehnt traten auch kriminelle Geiselnahmen mit Lösegeldforderungen auf. Seit den 1980er‑Jahren ist ein deutlicher Rückgang zu beobachten, bedingt durch die in den 70ern eingeführten Sicherheitskontrollen und Detektoren.

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Das Streichelinstitut von Clemens Berger

Das StreichelinstitutWer möchte nicht gerne gestreichelt werden? Doch in Zeiten sozialer Kälte, in der alles zur Ware wird und der damit einhergehenden Isolierung der Menschen, nehmen sich viele nicht mehr die Zeit für die kleinen Gesten ihrer Zuneigung. Da erscheint die Idee eines Streichelinstituts gar nicht mehr so absurd.

Nach dem Philosophiestudium geht es für den orientierungslosen Sebastian mit der eigenen Promotion nicht voran, stattdessen verfasst er Dissertationen für andere. Während eines Sommerurlaubs ersinnt er mit seiner Freundin Anna die Idee das Streicheln professionell zu betreiben, denn für Anna ist Sebastian ein sensationeller Streichler, der damit reich werden könnte. Die Idee zu einem Streichelinstitut entsteht. Die erste Regel: Nicht unterhalb der Gürtellinie und kein Sex.

Unter dem klangvollen Namen Severin Horvath will Sebastian einige Monate später das bahnbrechende Geschäftskonzept in der Mondscheingasse in Wien umsetzen.

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