Welt unter Sechs von Beile Ratut

Welt unter SechsIn drei Erzählungen setzt sich Beile Ratut in ihrem Buch Welt unter Sechs mit dem Handeln und dem Charakter von Männern auseinander, die sich selbst im Leben erst sehr spät erkennen und zu sich selbst finden. So fragt sich der Priester Mattei in „Das Schandmal“ immer wieder, wer und was er ist. Fast zwölf Jahre ist er mit Malessa verheiratet, doch sie reden kaum mehr, haben keine Gemeinsamkeiten und leben in verschiedenen Welten. Ihr Rückzugsort ist der Garten, er sucht seinen Frust im Schreiben von Büchern zu verarbeiten. Mattei genießt es, seine Frau zu demütigen, die dazu schweigt und ihm intellektuell nicht gewachsen scheint.

In der Erzählung „Heilige Nacht“ ist der angesehene Wissenschaftler Heinrich darüber erstaunt, dass er über seinen Sohn Sebastian kaum etwas weiß, nachdem dieser eines Tages im Wald verschwunden ist. Während die Polizei nach Spuren sucht und weitere Fragen stellt, denkt Heinrich viel an seinen Vater und erkennt mit Erschrecken, dass er ihm in vielerlei Hinsicht ähnlich ist. Sebastian war nie der Sohn, den sich Heinrich gewünscht hat. Aber eine Schuld, die er sich nur schwer eingesteht, lässt ihn nicht zur Ruhe kommen und ihn schließlich die Suche aufnehmen.

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Nachhall von Beile Ratut

NachhallDer Politiker und Jurist Friedrich Barthelemy war stolz auf seine Tochter Espen, als sie sich zu einem Politikstudium entschloss. Heute ist die gebildete Frau auf der Durchreise, ihrer letzten Reise auf der Suche nach der Wahrheit. An der Grenzstation hofft sie, dass man ihr den Weg zum Haus der Freude erklärt. Enttäuscht irrt sie als Fremde durch die Stadt, nimmt sich ein Zimmer und muss auf den Transport warten, der sie zu ihrem Ziel bringen soll. In den Gassen, im Gasthaus oder Kaffeehaus trifft sie auf Menschen, die ihr von einem verlorenen Mädchen erzählen und davon, dass sie etwas verloren hat. Nur weiß sie nicht, was das sein soll. Immer wieder wird Espen gefragt, ob sie sich nicht schämt und es dringen sogar Personen in ihr Zimmer, von denen sie nicht weiß, wer sie sind. Sie bittet einen Geistlichen um Hilfe, der sich jedoch nicht für Fremde zuständig fühlt und im Völkerkundemuseum unterhält sie sich mit Lammarck, der dort beschäftigt ist. Schließlich erfährt sie von Mitarbeitern des Fundbüros, dass gegen sie ein Verfahren eröffnet wird, weil sie etwas Wichtiges verloren hat, das sie nicht hätte verlieren dürfen, und sie deshalb die Stadt nicht verlassen darf.

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