Aus eigener Erfahrung schildert Petra Habermehl das Leben mit einem Asperger-Autisten. Sie ist selbst Mutter eines an diesem Syndrom erkrankten Kindes und beginnt mit dem Verlauf der Schwangerschaft und Geburt von Nikolas im Februar 1998. Schon frühzeitig stellen die Eltern eine hohe Schmerztoleranz ihres Sohnes fest. Es gibt Auffälligkeiten in seiner Motorik und im Kindergarten hält er sich nicht an Regeln. Die Mutter stellt das Kind unter anderem einem Orthopäden, einem Psychologen und einem HNO-Arzt vor. Nach der Diagnose ADHS wird Nikolas mit Ritalin behandelt und bekommt ein Hörgerät. Später wird deutlich, dass es sich bei seiner Entwicklungsstörung um das Asperger-Syndrom innerhalb des Autismusspektrums handelt und er wird ab Mai 2005 therapiert.

Immer wieder kämpft die Mutter um einen Platz ihres Sohnes an einer geeigneten Schule, weil er abgeschoben werden soll. Sie übt Kritik an den Lehrern und Schulleitern, die wegen fehlender Kenntnisse Nikolas falsch behandeln. Für die Kostenübernahme eines Integrationshelfers fühlt sich niemand zuständig und sie schaltet die verschiedensten Gremien ohne nennenswerte Erfolge ein. Obwohl immer wieder auf andere Medikamente umgestellt wird, sind die Ergebnisse nur vorübergehend zufriedenstellend und immer noch nässt der Junge nachts ein.

Petra Habermehl hat sich in aufopfernder Weise um ihren Sohn gekümmert und ihn sehr genau beobachtet, doch hätte sie trotzdem besser daran getan, sich bei ihrem Bericht auf das Wesentliche zu beschränken. Immerhin hat sie die Erwartungen der Leser mit einer Auflistung von Merkmalen des Asperger-Syndroms bedient, auch wenn sie diese aus einem Buch übernommen hat. Sie nennt die Unterschiede zum Krankheitsbild ADS und in Anlehnung an ein anderes Buch gibt sie Anregungen, wie Kindern in verschiedenen Situationen geholfen werden kann. Interessant ist auch ihre Mitschrift eines Fachvortrages über Autisten und anschaulich stellt sie dar, wie Autisten ihre Umwelt wahrnehmen. Zahlen zur Häufigkeit, Entdeckung oder unterschiedlich ausgeprägter Intelligenz fehlen ebenso wie die weitere Entwicklung im Erwachsenenalter. Wenn auch jeder Leser Verständnis dafür aufbringt, dass diese Mutter bis an den Rand der Verzweiflung und Erschöpfung gegangen ist und dass sie sich nichts sehnlicher wünscht, als nach vierzehn Jahren auch einmal eine Auszeit nehmen zu können, so mutet die Autorin dem Leser mit den immer gleichen Erfahrungen, die sich auch noch häufig wiederholen und der ausführlichen Schilderungen der familiären Situation einfach zu viel zu.

Das Buch Asperger-Autisten – Kinder einer fremden Welt ist in jeder Hinsicht für den Leser eine Zumutung. Gleich auf den ersten Seiten fallen unangenehm viele Grammatik-, Rechtschreib- und Zeichenfehler auf und einige Wörter sind sogar kontinuierlich falsch geschrieben. An sehr vielen Stellen bedient sich Petra Habermehl unglücklicher Formulierungen oder beginnt in Folge die Sätze mit demselben Wort. Was den Inhalt ihres Erfahrungsberichtes anbelangt, so ist es erstaunlich, dass sie dem Leser über fast dreihundert, ausnahmslos voll bedruckte Seiten so wenig Informationen vermittelt und ihn damit extrem langweilt.

Petra Habermehl, Asperger-Autisten – Kinder einer fremden Welt, agenda Verlag 2013, Broschur, 287 Seiten, ISBN 978-3-89688-501-2, Preis: 19,80 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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