Ein Kind im Krieg – und ein Überleben gegen jede Wahrscheinlichkeit

Cover von Das einzige Kind von Hera Lind

Früheste Erinnerungen: Angst, Flucht und der Verlust der Heimat

Hera Lind zeichnet in ihrem Roman Das einzige Kind die ersten Lebensjahre von Djoko nach, dem späteren Franz Peters‑Engl, der ihr dreiundachtzig Jahre später erzählt, wie er im Frühling 1939 als kleiner Junge von drei bis vier Jahren bei seiner Mame und seinem Tate im damaligen Jugoslawien lebte, im heutigen Landesteil Bosnien.

Wenn sein Tate im Wald war, fürchtete er sich gemeinsam mit seiner Mame in der Hütte vor den hungrigen Wölfen. Im Herbst 1940 suchte die Familie Schutz vor dem von Ante Pavelić gegründeten Geheimbund Ustascha und floh zu Tates Eltern in eine Siedlung. Noch wusste der Junge nicht, dass er seine Nachbarn nie wiedersehen würde. Er musste mitansehen, wie seinem Freund das Gesicht zerschossen wurde, und flüchtete nachts in den Wald, als auch diese Siedlung überfallen wurde.

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Wenn ein Hund das letzte Wort hat – und meist auch recht behält

Cover von Der Hund hat Recht von Elfriede Hammerl

Ein Frauchen, ein Tierheimhund und ein ungewöhnlicher Dialog

In dem Dialog Der Hund hat Recht von Elfriede Hammerl unterhält sich ein namentlich nicht erwähntes Frauchen mit ihrem Hund, den sie aus einem Tierheim geholt hat. Wie der Titel bereits vermuten lässt, fühlt sich der Hund, der im Laufe des Gesprächs den Namen Herbert erhält, seinem Frauchen überlegen.

Von ihm erfährt man, dass er für alles Britische schwärmt, von seiner Mutter getrennt und anschließend von einer Katzenmutter aufgezogen wurde. Das Frauchen arbeitet im Homeoffice, sofern sie nicht eine Leserreise unternimmt. Sie hat einen Sohn, der in Triest lebt, und einen Freund in Amerika. Als dieser über Weihnachten zu Besuch kommt, stellt der Hund fest, dass die beiden nicht zueinander passen. Angeblich sei der Freund ein Frauenversteher, könne aber nicht einmal sein eigenes Frauchen verstehen. Zudem sei er ein „handwerklicher Depp“, der Herbert störe.

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Andromeda von Therese Bohman – Eine literarische Hommage an die Kunst des Erzählens

Cover von Andromeda von Therese Bohman

Ein Praktikum in Stockholm: Sofie Anderssons Einstieg in die Literaturwelt

Nach dem Umzug in eine Einzimmerwohnung in Stockholm freut sich Sofie Andersson auf ihr Sommersemesterpraktikum beim renommierten Verlag Rydéns. Als der literarische Leiter Gunnar Abrahamsson sie nach ihrer Meinung zu einem Roman fragt, der nur schlechte Kritiken erhalten hat, antwortet sie ehrlich: Sie hält das Buch nicht für gelungen. Überrascht über ihre eigene Offenheit fürchtet sie, durch diese Äußerung ihre Chance auf eine spätere Anstellung im Verlag verspielt zu haben.

Umso erstaunter ist Sofie, als sie von Gunnar einen Stapel Erstlingswerke der Andromeda-Reihe zur Durchsicht erhält – eine Reihe, in die er große Hoffnungen setzt. Trotz Unsicherheit wählt sie ein Werk aus, das sie für qualitativ hochwertige Literatur hält, obwohl dessen kommerzieller Erfolg fraglich ist.

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Ein Mord in Triest – und ein Ermittler zwischen Krieg, Geheimnissen und Gefahren

Cover von Die Geister von Triest von Christian Klinger

Ein Verbrechen im Schatten des Jahres 1914

Man schreibt das Jahr 1914: In Sarajevo wird der österreichisch‑ungarische Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand gemeinsam mit seiner Ehefrau ermordet, woraufhin Österreich‑Ungarn Serbien den Krieg erklärt.

In dieser angespannten Zeit wird im Kriminalroman Die Geister von Triest Ispettore Gaetano Lamprecht von der Polizeidirektion Triest in das Haus der Olivetta Franciulo gerufen, die von ihren Nachbarn für eine Hexe gehalten wird. Der hinzugerufene Leichenarzt ist überzeugt, dass Olivetta erwürgt wurde, bevor ihr der Täter Wunden in Form von Kreuzen zufügte.

Von einem Mitarbeiter erfährt Lamprecht, dass die Ermordete allein mit ihrer Tochter Flora Franciulo lebte und nie eine Kirche besucht hat.

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Eine verbotene Liebe im Schatten des Krieges

Cover von Im nächsten Jahr zur selben Zeit von Jana Voosen

Zwischen Pflicht, Erwartungen und einem unerfüllten Traum

Anni, die Tochter des Hamburger Süßwarenfabrikanten Friedrich Brand, wünscht sich sehnlichst, in den Familienbetrieb einzusteigen und die Handelsschule zu besuchen. Doch ihr Vater ist der Meinung, dass Frauen sich auf die Aufgaben als Ehefrau und Mutter beschränken sollten. So schickt er sie für ein Jahr in die Haushaltsschule des Bundes Deutscher Mädel nach Köln.

Als sie im Juni 1940 nach Hamburg zurückkehrt, trifft sie am Bahnhof ihre Eltern und ihren älteren Bruder Hans, der inzwischen als Soldat eingezogen wurde und ausgerechnet zum Zeitpunkt ihrer Rückkehr an die Front muss.

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Ein Mord, ein Massaker und ein tödliches Spiel – nichts ist, wie es scheint

Cover von Rotkäppchen lügt von Elias Haller

Eine Tote in der Grube und ein Fall, der sofort eskaliert

Als Konrad König, Leiter der Berliner Mordkommission, eine Leiche in einer mitten auf der Straße befindlichen Grube in Augenschein nehmen will, ist seine Kollegin Manja Steinke bereits vor Ort. Erstaunt stellt der Kriminalhauptkommissar fest, dass er die Tote als Margot Schreiner identifizieren kann – eine hartnäckige Journalistin. Unklar bleibt zunächst, ob sie gestürzt ist oder ermordet wurde.

Für Kriminalhauptkommissarin Nora Rothmann bedeutet Schreiners Tod, dass ihre wichtigste Kronzeugin für eine Anhörung zu Korruptionsvorwürfen gegen den pensionierten Polizeipräsidenten Wilhelm Tuchfeldt wegfällt. Ihr Kollege Benjamin Jasser hält die Angelegenheit für zu brisant und begleitet sie nicht zu dem Gespräch.

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Gefangenschaft, Folter und verlorene Jugend – Tsai Kun-lins erschütternde Jahre

Cover von Tsai Kun-lin Die gestohlenen Jahre von Yu Pei-yun und Zhou Jian-xin

Ein junger Mann gerät unschuldig in die Fänge des Regimes

Tsai Kun-lin – Die gestohlenen Jahre ist der zweite von vier Bänden, die inhaltlich eine geschlossene Einheit bilden. In dieser ausführlichen Comicform erzählt Yu Pei-yun das Leben von Tsai Kun-lin, der ihr und Illustrator Zhou Jian‑xin in zahlreichen Gesprächen seine Erinnerungen anvertraut hat.

Die Fortsetzung knüpft direkt an den ersten Band an, der mit Kun‑lins Abführung zum Verhör endet: Nachdem sein ahnungsloser Bruder Kun‑chang die Militärpolizisten unwissentlich zu ihm geführt hat, gerät der knapp Zwanzigjährige am 10. September 1950 unschuldig in die Gewalt des Regimes von Chiang Kai‑shek. Sein einziges „Vergehen“ besteht darin, während der Schulzeit einem Lesezirkel angehört zu haben, der als „aufrührerische Vereinigung“ eingestuft wurde.

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Ein Hund namens Tulpe – und ein Griesgram, der sich verändern muss

Cover von Tulpe - Gewissen auf vier Pfoten von Thomas Letocha

Ein Schrebergarten, ein Unfall und ein unerwarteter Störenfried

Nachdem die Ehefrau von Karlheinz Kallemann vor einem Jahr bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist, hat sich der Neunundsechzigjährige zu einem regelrechten „Kotzbrocken“ entwickelt. Er lebt seitdem allein in seinem kleinen Häuschen im Schrebergarten und ist bei allen Nachbarn als Nörgler, Miesepeter und unberechenbarer Griesgram verschrien.

Als eines Tages ein Hund seinen Weg kreuzt, gerät er beim Versuch, ihn zu verscheuchen, ins Straucheln und stürzt zu Boden. Beim Abendrundgang entdeckt Kallemann große Löcher in seinem geliebten Tulpenbeet. Sogar Blumenzwiebeln wurden herausgerissen – für ihn ist klar: Das war der Hund. Hinter dem Geräteschuppen entdeckt er ihn tatsächlich und macht Jagd auf seinen vermeintlichen Feind. Doch immer wieder landet er selbst auf dem Boden, bis er sich schließlich schmerzgeplagt ins Bett legt.

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Eine Pietà aus Fleisch und Blut – und ein Killer, der zurückkehrt

Cover von Pietà - Steinerner Tod von von Alex Thomas

Ein grausiger Fund unter dem Brandenburger Tor

Die Pietà zeigt den vom Kreuz genommenen und in den Schoß seiner Mutter Maria gelegten Leichnam Jesu. In der bildenden Kunst ist Michelangelos Marmor‑Pietà im Petersdom das bekannteste Werk dieser Art.

Im Thriller von Alex Thomas entdecken Touristen unter dem Brandenburger Tor eine Frau und einen Mann, den sie in ihren Armen hält – beide unbekleidet, mit bronzener Farbe und Blut beschmiert. Als Kriminalkommissarin Annetta Niedlich am Tatort eintrifft, wurde die Frau, die im Gegensatz zum Mann noch lebt, bereits in die Charité gebracht.

Dr. Ralf Lewandowski richtet ihr im Auftrag von Kriminaldirektor Kurt Monsen aus, dass sie dem wegen eines Herzleidens pensionierten, nun aber reaktivierten Polizeihauptkommissar Magnus Böhm assistieren soll. Böhm hatte vor vierzehn Jahren in Rom einen Killer gejagt, der Menschenskulpturen inszenierte – ohne ihn je zu fassen.

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Zwölf Ruhrpott‑Geschichten voller Herz, Humor und Erinnerung

Cover von Ruhrgebiet – Taubengurren und Kohlenhaufen von Margit Kruse

Konfirmationen, Kirchenfreizeiten und unerfüllte Liebe

In ihrem Buch Ruhrgebiet – Taubengurren und Kohlenhaufen präsentiert Margit Kruse zwölf Geschichten und Anekdoten, die allesamt im Ruhrgebiet angesiedelt sind.

Da geht es um die Vorbereitungen für Karins Konfirmation, die mit dem Nähen eines Kleides, das so gar nicht ihrem Geschmack entsprach, lange vor dem großen Tag begannen und in der völligen Erschöpfung der Mutter endeten. Petra freute sich auf die Kirchenfreizeit mit Sabine und dachte nicht daran, auf ein deutlich jüngeres Mädchen aufzupassen – sie wollte lieber ihre ersten Lungenzüge ausprobieren.

Während Matthias seinen Vater nicht aus der Kneipe bekommt, obwohl die Mutter zu Hause vergeblich mit dem Mittagessen wartet, findet in einer anderen Geschichte die Liebe von Paul zu Lydia ein trauriges Ende. Nur weil er nicht der „richtigen“ Konfession angehörte. Obwohl Lydia volljährig ist, fehlt ihr die Kraft, sich gegen ihre Eltern zu stellen.

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