»Sozialschmarotzerin« – Wie Nadine Wagenaar ein Tabu sichtbar macht

Cover von Sozialschmarotzerin von Nadine Wagenaar mit Lisa Ludwig

Vom Studium in Berlin zur abrupten Zäsur

Nadine Wagenaar zog 2010 für ihr Studium der Unternehmenskommunikation nach Berlin und arbeitete anschließend im SEO-Bereich. Über Monate war sie während ihres 40‑Stunden-Jobs „aufs reine Existieren und Funktionieren heruntergedampft“. Ohne jede Vorahnung erhält sie im August 2024 eine betriebsbedingte Kündigung als Redakteurin einer Plattform für Erwachsenenbildung.

Sie war vierzehn Jahre alt, als der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder einen aus Sicht vieler Kritiker „unsozialen Kurs“ einschlug, Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammenführte und damit die Einführung des Arbeitslosengeldes II – besser bekannt als Hartz IV – vorantrieb. Unter dem Einfluss der damaligen Medienberichterstattung aufgewachsen, glaubte sie lange an das Bild der „frechen und faulen Versager“, die sich angeblich auf Kosten arbeitender Menschen ein bequemes Leben machten.

weiterlesen»Sozialschmarotzerin« – Wie Nadine Wagenaar ein Tabu sichtbar macht

Ein Rembrandt, der keiner ist – und ein Mann, der sich neu erfindet

Cover von Der perfekte Mann von Ernest van der Kwast

Ein neues Zuhause und alte Probleme

Der Kunsthistoriker Peter Lindke lebt seit Kurzem mit seiner Frau Kee und den beiden Söhnen Tristen und Ewan in einem Reihenhaus innerhalb eines sozial gemischten Quartiers, umgeben von Sozialwohnungen aus den achtziger Jahren. Die Stadt hatte einen Teil der alten Mietshäuser abgerissen und durch moderne Reihenhäuser ersetzt, um gut ausgebildete Familien in Rotterdam zu halten.

Peter arbeitet als Kurator der Abteilung für niederländische Barockmalerei im örtlichen Museum, Kee ist eine erfolgreiche Illustratorin. Doch in ihrer Ehe kriselt es: Während Kee Haushalt und Kinder stemmt, vergräbt sich Peter immer tiefer in seine Arbeit.

Ein falscher Rembrandt und ein folgenschwerer Auftritt

Als ein angeblich neuer Rembrandt auftaucht – das Porträt eines unbekannten jungen Mannes –, widerspricht Peter der Zuschreibung, obwohl mehrere Experten das Werk für echt halten.

weiterlesenEin Rembrandt, der keiner ist – und ein Mann, der sich neu erfindet