
Zwangseinweisungen: Ein gesellschaftlich relevantes Thema
Laut einem Bericht der Frankfurter Rundschau vom 12. März 2010 werden jährlich rund 100.000 Menschen gegen ihren Willen in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung untergebracht. Besonders auffällig ist dabei das regionale Gefälle: In Bremen ist das Risiko einer Zwangseinweisung etwa 15-mal höher als im Saarland. Nicht eingerechnet sind in dieser Zahl die Patienten, die sich freiwillig einer Therapie unterziehen. Diese Statistik verdeutlicht, dass es sich bei den Betroffenen nicht um eine Randgruppe, sondern um einen relevanten Teil unserer Gesellschaft handelt.
Einblicke in den Klinikalltag: Erfahrungen eines Pflegers
Seit 1995 arbeitet Thorwald Börner als Krankenpfleger in einer bewusst anonym gehaltenen psychiatrischen Abteilung. In seinem Buch Mein Bruder der Nichtraucher* gewährt er anhand eindrucksvoller Fallbeispiele Einblicke in den Alltag dieser oft verborgenen Welt.
weiterlesenAlltag und Herausforderungen in der Psychiatrie: Ein Blick hinter verschlossene Türen
Um ihre vor über zehn Jahren gemachten Erlebnisse einer Schwangerschaft und anschließenden Abtreibung zu verarbeiten, hat Monika Hey das Buch „Mein gläserner Bauch“ geschrieben. Ihr ist damit ein Balanceakt zwischen einem Erfahrungsbericht einerseits und einem wissenschaftlichen Ratgeber andererseits gelungen, der mit sachlichen Informationen und Fakten aufwartet.
Das Statistische Bundesamt verzeichnet für das Jahr 2000 gut 100.000 deutsche Auswanderer. Die Spitze wurde 2008 mit knapp 180.000 Auswanderern erreicht und im Jahr 2010 hat sich die Anzahl wieder auf 140.000 verringert. Die Autorin Christina Zacker ist eine von ihnen und hat in dem Buch „Kann denn Fado fade sein?“ ihre Abenteuer als Auswanderin nach Portugal niedergeschrieben.
Über zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung ist die Unwissenheit vieler Bundesbürger über die Geschichte der DDR erschreckend und mit jedem Jahr seit ihrem Untergang scheint sie schöner zu werden. Darum ist das Wissen über das Alltagsleben in der DDR wichtig für das Verständnis dieser Epoche. Der „DDR-Führer“ des DDR-Museums in Berlin lädt den Leser zu einer spannenden Reise in einen vergangenen Staat ein.
Horst Kraemer will mit seinem Praxisbuch „Soforthilfe bei Stress und Burn-out“ dem Leser Hilfen an die Hand geben, wie er einem sich schleichend einstellenden und oft erst zu spät bemerkten Erschöpfungszustand vorbeugen kann. Gerade Menschen mit einem hohen Selbstanspruch wären hier gefährdet. Durch andauernden Stress schüttet unser Körper das Hormon Cortisol aus, das eine realistische Wahrnehmung verhindert. In der Folge will der Mensch mehr schaffen, als es ihm möglich ist und er beutet seinen Körper immer mehr aus. Durch Essen, Alkohol, Drogen und weniger Bewegung will er das kompensieren. Doch er fühlt sich zunehmend ausgelaugt, hat Kreislaufprobleme und das Infarktrisiko steigt enorm. Der Stoffwechselhaushalt gerät durcheinander und die Launenhaftigkeit führt zu Beziehungsproblemen.
Patrick N. Kraft hatte eigentlich alles, was man sich wünschen kann: Erfolg in seinem Beruf als Banker und eine Familie, die hinter ihm steht. Als begeisterter Sportler nimmt er 2006 an seinem ersten Halbmarathon teil und setzt sich gleich als nächstes Ziel die Teilnahme am Ruhr-Marathon im Mai 2008. Er ist selbst überrascht, dass er für die Strecke von 42,195 km nur gute dreieinhalb Stunden benötigt hat und will sofort noch höher hinaus. Jetzt lernt er extra fürs Triathlon das Kraulen und kauft sich ein neues Rennrad. 13 bis 14 Stunden trainiert er pro Woche und vernachlässigt dabei seine Kinder und seine Frau. Für Sex bleibt da keine Zeit mehr und die Urlaube werden zu Trainingszwecken missbraucht.
Dr. med. Gunter Frank erhebt in seinem Sachbuch „Schlechte Medizin – Ein Wutbuch“ Zweifel an unseren staatlichen Gesundheitsprogrammen. Er wirft dem Krebsforschungszentrum Heidelberg Manipulation vor, greift die Kassenärztliche Vereinigung an und verschont auch nicht Greenpeace und Jürgen Trittin. Der Arzt hinterfragt, ob ein erhöhter Cholesterinspiegel, der keine Beschwerden und Symptome zeigt, behandelt werden soll. Zumal gerade die Statine, die zur Senkung des Cholesterinspiegels verschrieben werden, auch Todesfälle zur Folge haben. Nach Dr. Frank werden somit Milliarden Gesunde aufgrund ihrer Cholesterinwerte für krank erklärt und seit 60 Jahren wird an dem Irrtum festgehalten, dass ein hoher Cholesterinwert, Bewegungsmangel und eine falsche Ernährung für die Entstehung von Herzkrankheiten verantwortlich sind. Was bedeuten schon Grenzwerte, die willkürlich festgesetzt werden? Sie erzeugen mehr Kranke, deren Cholesterinwerte medikamentös gesenkt werden müssen und auch solche, deren vermeintlich zu hoher Blutdruck einer Therapie bedarf. Die Korruption in der Medizin ist für den Patienten gleich bedeutend mit mehr Leid und frühem Tod, doch für die Pharmazeuten und Ärzte ist es ein gewinnbringendes Geschäft!
Wenn es um „Die Höhe des Unterhalts“ geht, geben Beate und Hans Heiß kompetente Auskunft in ihrem Ratgeber. Zunächst ist die Frage, wer überhaupt unterhaltsberechtigt ist. Eltern schulden ihren Kindern Unterhaltsleistungen zumindest für eine Erst-, und unter bestimmten Voraussetzungen auch für eine Zweitausbildung. Nach einer Trennung ist eine Rangordnung der Kinder zu berücksichtigen, ob sie noch minderjährig oder schon volljährig sind und auch, ob es sich um eheliche oder uneheliche handelt. Eine neuerliche Ehe des Unterhaltspflichtigen entbindet ihn nicht. Für behinderte Kinder gelten Sonderregeln.
Das aufwändig gestaltete und reich bebilderte Cabrio-Buch wurde ohne Zweifel für eine besondere Spezies Autofahrer, den Cabrio-Liebhaber, geschrieben. Die fantastischen Fotos in dem Band „Wem der Himmel offen steht“ lassen sicherlich die Herzen vieler Autoliebhaber höher schlagen und könnten den Blick für die Realität verklären.
Martin Kreuels hat in „17 Jahre wir: Heike ist gegangen“ seine sehr persönlichen Erinnerungen an siebzehn gemeinsam verbrachte Jahre mit seiner Ehefrau niedergeschrieben und gleichzeitig mit der Niederschrift versucht ihren Tod zu verarbeiten. Sein Rückblick setzt an, wie er Heike kennen und lieben lernt. Nach einer zweiten Fehlgeburt hat sie bereits erste Anzeichen einer Depression gezeigt, was er jedoch erst später bei der Durchsicht ihrer Aufzeichnungen erfährt. Das vierte Kind ist gerade fünf Wochen alt, da wird bei Heike ein Tumor diagnostiziert. Nach der OP schließt sich eine Chemotherapie an, es gibt weitere Rückschläge und die Tage schleppen sich dahin zwischen Hoffen und Bangen. Martin Kreuels hat immer wieder Angst vor der Zukunft und dem Alleinsein. Sein Hass auf die Ärzte wächst, weil sie in den Patienten nur noch eine Nummer sehen und mit ihnen nach Belieben umspringen. Er muss hilflos dem Verfall seiner Frau zusehen, ohne etwas ändern zu können.