Zwischen Trauma, Terror und der Suche nach Wahrheit – Tsai Kun‑Lins letzter Weg

Cover von Tsai Kun-Lin – Was bleibt von Yu Pei-yun und Zhou Jian-xin

Ein Leben zwischen Haft und politischem Umbruch

Die beachtenswerte vierbändige Graphic Novel aus Taiwan, deren einzelne Bände isoliert gelesen kaum verständlich wären, schildert zum einen das schicksalhafte Leben des unschuldig inhaftierten Tsai Kun‑Lin und beleuchtet zugleich die politischen Verhältnisse des Landes. Die Vielzahl an Ereignissen ließ sich nicht in einem einzigen Buch unterbringen, weshalb vier chronologisch aufeinanderfolgende Bände erschienen.

Der abschließende Band Tsai Kun‑Lin – Was bleibt* knüpft nahtlos an seinen Vorgänger an: 1969 zerstörten zwei verheerende Taifune alles, was Kun‑Lin und seine Familie über Jahre aufgebaut hatten. Besonders belastete ihn, dass er Verwandte und Freunde, die ihm Kredite gewährt hatten, in die Insolvenz riss.

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Liebe in der DDR, Hoffnung und Verrat – ein junger Mann zwischen Zukunftstraum und Stasi‑Albtraum

Cover von Eric & Emilia: Lehrzeiten von Erik D. Schulz

Ein schüchterner Anfang – und eine Begegnung, die alles verändert

Eric arbeitet als Nachrichtentechniker in Ostberlin und wohnt seit dem Auszug aus dem Elternhaus bei seiner Tante. Er träumt davon, das Abitur nachzuholen und später Medizin zu studieren.

In einer Disco fällt ihm ein Mädchen auf, doch er ist zu schüchtern, sie zum Tanzen aufzufordern. Erst draußen fasst er Mut und spricht sie an. Er erfährt, dass sie Emilia heißt, auf Klassenfahrt ist und als Chemiefacharbeiterin bei Brandenburg arbeitet. Als sie sich verabschieden müssen, weiß Eric nur ihren Vornamen und dass sie in Rathenow am Theater spielt.

Sein Freund Alex gibt ihm Tipps, wie er Emilia finden kann. Doch ausgerechnet in einer Nacht, in der Eric Dienst hat, bricht in der U‑Bahn ein Brand aus. Da er unerlaubt die Funkwerkstatt verlassen hat, um nach Emilia zu suchen, kann er die Störung nicht melden – ein Disziplinarverfahren ist die Folge.

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Tsai Kun-Lin – Ein neues Leben: Der dritte Band der bewegenden Graphic Novel aus Taiwan

Cover von Tsai Kun-lin – Ein neues Leben von Yu Pei-yun und Zhou Jian-xin

Ein Neuanfang nach zehn Jahren Haft

Unvermittelt knüpft der dritte Band Tsai Kun-Lin – Ein neues Leben an die Graphic-Novel-Reihe aus Taiwan an. Er beginnt mit der Ankunft Tsai Kun-Lins im Jahr 1960 nach einer zehnjährigen Haftstrafe. Die Enttäuschung ist groß: Sein Vater, der aus Kummer Suizid beging, ist nicht mehr am Leben. In Taipeh sucht Tsai täglich nach Arbeit und findet schließlich eine Anstellung bei einem Zeitungsverlag. Durch Zufall erfährt er, wo seine Jugendliebe Kimiko lebt. Bei ihrem Besuch werden Erinnerungen an die gemeinsame Schulzeit wach. Aufgrund seiner Vorstrafe muss Tsai jedoch die Stelle beim Verlag aufgeben – seinem Chefredakteur drohen Repressalien. Nach einer erneuten Phase der Arbeitslosigkeit wird Tsai freier Mitarbeiter bei einem Comicverlag.

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Drei Frauen, drei Wege – und ein Neubeginn im Rundfunk

Cover von Die Radioschwestern - Tanz in ein neues Leben von Eva Wagendorfer

Neue Herausforderungen für Gesa Kellermann

Die ersten beiden Teile der Trilogie umfassen die Freundschaft der Frauen Gesa, Margot und Inge in den Jahren von 1926 bis 1955, woran der Roman Die Radioschwestern – Tanz in ein neues Leben direkt anschließt.

Gesa Kellermann, deren erster Ehemann im Krieg blieb und die inzwischen mit dem Programmdirektor Philip vom Hessischen Rundfunk verheiratet ist, sorgt sich um ihren Sohn Julius, nachdem er in Berlin beruflich scheiterte und nun ausgerechnet von der Konkurrenz eine Zusage als deutsch‑amerikanischer Koordinator erhalten hat.

Zu allem Überfluss will plötzlich auch Rikard van Leeuwen, der Vater ihres Enkelkindes Peterchen, den Jungen sehen, obwohl er Christel Bronnen damals im Stich gelassen hat.

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Geheimoperation Gehlen – Ein packender Kriminalroman zwischen Geheimdiensten und dunkler Vergangenheit

Cover von Geheimoperation Gehlen von Mike Steinhausen

Ein Fremdenlegionär im Schatten der Nachkriegszeit

Im Jahr 1955 besitzt der ehemalige Fremdenlegionär Louis Richard zwei Wohnungen in Essen – eine davon dient konspirativen Zwecken. Als er eine junge Frau namens Monika aus den Fängen ihrer brutalen Zuhälter befreit, die er krankenhausreif schlägt, erwartet er Dankbarkeit. Doch Monika reagiert verärgert: Sie weiß, dass ihre Peiniger sich rächen werden.

Tatsächlich wird sie bald Opfer brutaler Übergriffe. Louis beschließt, sie in seiner Wohnung zu beschützen. Kurz darauf erhält er von seinem Mittelsmann einen neuen Auftrag: Er soll den berüchtigten Zuhälter Roland „Mucki“ Kahrmann davon überzeugen, dass der Kokainhandel in der Nordstadt bereits „besetzt“ ist.

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Der Einsturz von Münchenstein – als eine Brücke zur tödlichen Falle wurde

Cover von Eiffels Schuld von Stefan Haenni

Ein Ausflug, der im Desaster endet

Am 14. Juni 1891 wurde die Schweiz vom größten Eisenbahnunglück ihrer Geschichte erschüttert. Nahezu zweihundert Passagiere wurden teils schwer verletzt, dreiundsiebzig Menschen verloren ihr Leben. Zu den Überlebenden zählte Ida Gutzwiller Gysin, die ihrem Sohn Willi siebzig Jahre später ein Geheimnis anvertraut:

Ein Jahr vor dem Unglück hatte sich die damals achtzehnjährige Ida mit Wilhelm Münch verlobt, der plötzlich spurlos verschwand. Selbst ein vom Vater engagierter Privatdetektiv konnte ihn nicht finden. Da Ida ein Kind erwartete, gab sie schließlich den Avancen von Karl Gutzwiller nach und heiratete ihn. Mit dem inzwischen geborenen Sohn Willi wollte das Ehepaar einen Ausflug nach Münchenstein bei Basel zu einem Bezirkssängerfest machen – nicht ahnend, dass der Zug sein Ziel nie erreichen würde.

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Ein Mord im Jahr 1944 – und ein Geheimnis, das bis heute nachwirkt

Cover von Etwas verborgen Schönes von Arne Jensen

Ein erschlagener Vater und eine verstörte Jugendliche

Im Alter von sechzehn Jahren sitzt die zutiefst verstörte Ottilie im Jahr 1944 neben ihrem im Bett liegenden, erschlagenen Vater Walter Rabe. Sie hat keine Erinnerung daran, warum Blut an ihrer Hand ist. Von Kriminalrat Werner Beltheim wird verlangt, den Mord an dem Gestapo-Offizier und Mitarbeiter im Sicherheitsdienst schnellstmöglich aufzuklären. Da Ottilie nichts zum Tathergang aussagen kann, gelingt es Beltheim, der von ihrer Schuld nicht überzeugt ist, nicht einmal zu erwirken, dass sie vor ein milderes Jugendgericht gestellt wird. Stattdessen wird die Jugendliche zu einer zehnjährigen Haft in der Uckermark verurteilt. Für den nicht linientreuen Kriminalrat wird klar, dass der wirklich Schuldige geschützt wird, und während seiner Ermittlungsarbeit tauchen immer neue Fragen auf. Gleichzeitig muss er aufpassen, nicht selbst in die Fänge der Gestapo zu geraten.

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Zwölf Taten, die die Welt erschütterten – und die Menschen dahinter

Cover von Jahrhundertverbrechen von André Groenewoud

Erpressung, Sprengsätze und ein Täter namens „Dagobert“

In seinem Sachbuch Jahrhundertverbrechen erinnert André Groenewoud an zwölf Verbrechen, die in die Geschichte eingingen. Den Anfang macht Arno Funke, der unter seinem Pseudonym „Dagobert“ bekannt wurde und in den 1990er‑Jahren Karstadt erpresste, indem er in mehreren Filialen Sprengbomben zündete. Zu Wort kommt nicht nur Arno selbst, sondern auch der damals ermittelnde Polizeibeamte, den der Täter immer wieder hinters Licht geführt hat.

Terror in Paris: Das Bataclan‑Massaker

Der sogenannte „Islamische Staat“ bekannte sich im Jahr 2015 zu einem Anschlag mit über zweihundert Toten. Der Autor sprach mit einem Ehepaar, das das Rockkonzert im Bataclan überlebte, mit der Witwe eines dort Umgekommenen sowie mit dem Barbesitzer, auf dessen Terrasse seine Lebensgefährtin und Mutter seiner Tochter starb.

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Ein Mord in Triest – und ein Ermittler zwischen Krieg, Geheimnissen und Gefahren

Cover von Die Geister von Triest von Christian Klinger

Ein Verbrechen im Schatten des Jahres 1914

Man schreibt das Jahr 1914: In Sarajevo wird der österreichisch‑ungarische Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand gemeinsam mit seiner Ehefrau ermordet, woraufhin Österreich‑Ungarn Serbien den Krieg erklärt.

In dieser angespannten Zeit wird im Kriminalroman Die Geister von Triest Ispettore Gaetano Lamprecht von der Polizeidirektion Triest in das Haus der Olivetta Franciulo gerufen, die von ihren Nachbarn für eine Hexe gehalten wird. Der hinzugerufene Leichenarzt ist überzeugt, dass Olivetta erwürgt wurde, bevor ihr der Täter Wunden in Form von Kreuzen zufügte.

Von einem Mitarbeiter erfährt Lamprecht, dass die Ermordete allein mit ihrer Tochter Flora Franciulo lebte und nie eine Kirche besucht hat.

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Wenn die Zukunft verstrahlt ist – Gudrun Pausewangs düstere Vision

Cover von Noch lange danach von Gudrun Pausewang

Atommüll ohne Ende – ein ungelöstes Problem

Noch sind in Deutschland sieben Atomkraftwerke am Netz, und bis heute hat niemand eine Lösung dafür gefunden, wo und wie der anfallende Atommüll sicher und dauerhaft entsorgt werden kann. Der Müll, dessen Halbwertzeit bei Technetium-99 beispielsweise über 200.000 Jahre und im Fall von Neptunium-237 sogar unvorstellbare 2,1 Millionen Jahre beträgt, wird vorerst in Zwischenlagern deponiert oder wiederaufbereitet – ein Vorgehen, das wegen der damit verbundenen Gefahren höchst umstritten ist. Ein Endlager für den radioaktiven Abfall, der weltweit und auch in Deutschland bis zum Jahr 2022 anfällt, ist noch nicht in Sicht.

Ein Jugendbuch als Warnung

Gudrun Pausewang hat in ihrem Jugendbuch Noch lange danach das Szenario einer Reaktorkatastrophe in Deutschland literarisch Wirklichkeit werden lassen.

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