Zwischen Fragment und Dunkelheit: Eine kritische Betrachtung von Günter Abramowskis „das leichte ist im schweren“

Buchcover des Gedichtbands das leichte ist im schweren

Formale Auffälligkeiten und thematische Schwerpunkte

Wie gibt man den Inhalt eines Buches wieder, wenn dieser – wie im Fall des Gedichtbandes das leichte ist im schweren* von Günter Abramowski – unverständlich bleibt? Zunächst fällt auf, dass sämtliche Wörter kleingeschrieben sind und oftmals eine Seite nur zu einem kleinen Teil mit wenigen Zeilen bedruckt ist. Reime, wie sie frühere Dichter in klassischer Form verwendet haben, sucht der Leser in diesem Band vergeblich.

Dafür sind einige Begriffe überdurchschnittlich häufig zu finden: Tod, Leben, Herz, Sklaven, Träume, Gott. Wenn von der Liebe die Rede ist, dann in negativer Form – etwa als verlorene Liebe. Auch Verrat ist ein wiederkehrendes Thema.

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Der sanfte Weg der Poesie von Mohsen Charifi

Vom Gefühl zur Heilung!

Der sanfte Weg der PoesieJeder Mensch, der eine enttäuschte Liebe oder gescheiterte Beziehung hinter sich hat, weiß um den damit verbundenen Schmerz. Mohsen Charifi zeigt mit seinem Buch „Der sanfte Weg der Poesie“ einen Weg auf, der über das Gefühl der Poesie eine Heilung erzielen soll, wobei er zum einen aus seiner langjährigen Erfahrung als Paarberater, aber auch aus eigener, vor fast zwanzig Jahren gemachter schmerzvoller Erfahrung schöpfen kann. Im ersten Teil „Poesie als Therapeutikum“ macht er deutlich, dass eine Liebesbeziehung zwar einmalig, aber auch veränderlich ist, was zu Beginn jedoch kaum jemand wahrhaben will. Unsere Wahrnehmungen, so führt er weiter aus, sind kein Abbild der Realität, sondern subjektiv durch unsere Gefühle gefärbt. Die Rolle, die unser Unterbewusstsein dabei spielt, darf nicht unterschätzt werden.

Um zu erklären, wie er die Poesie als Bindeglied zwischen Schmerz und Heilung versteht, gebraucht der Autor Metaphern wie bunte Blumen für Freude oder stachlige Hecken für Zorn. Die Poesie kennt nicht wie unsere Sprache eine Gesetzmäßigkeit, denn wenn es heißt „ich friere Einsamkeit“, dann kann das nur poetisch verstanden werden, da isoliert betrachtet Einsamkeit lediglich ein Gefühl und frieren ein Körpersignal ist.

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Zwischen Weltreise und Spottdrossel: Uwe Helfrichs Gedichtband im Blick

Buchcover: Lass uns ins Blaue reisen – Das wir sind

Vom Hörbuch zur gedruckten Sammlung

Nachdem der Cenarius Verlag bereits das Hörbuch Lass uns ins Blaue reisen – Das wir sind mit einer Auswahl an Gedichten, gesprochen und verfasst von Schauspieler, Kabarettist und Autor Uwe Helfrich, erfolgreich veröffentlicht hat, liegt nun auch die vollständige Gedichtsammlung in gedruckter Form vor.

Eine Reise ins Blaue ist dieser Gedichtband jedoch zumindest geografisch nicht, denn bereits im Inhaltsverzeichnis erfährt der Leser, wohin die Reise gehen soll: von Deutschland über die Niederlande nach Israel, weiter im Flugzeug nach Spanien und von der Ukraine in die USA nach Arizona und North Carolina. Danach führt der Weg über Indien nach Belgien, zurück nach Berlin und schließlich nach Nordrhein-Westfalen.

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Leise Gedanken von Dirk Juschkat

Leise GedankenNach „Längswege“ und Abgebogen ist nun bereits der dritte Gedichtband des selbsternannten Depressionslyrikers Dirk Juschkat mit dem Titel „Leise Gedanken“ erschienen. Auch in dieser Gedichtsammlung bleibt der Lyriker der alten Dichtkunst treu, was er in den Gedichten „Reimzwang“ und „Moderne Lyrik“ zum Ausdruck bringt. So scheint ihm die moderne Lyrik von Willkür bestimmt und deshalb mag er sie meistens nicht. Denn er will den Reim nicht missen und ist von der Metrik fasziniert, die ihn durch seine Werke führt. Natürlich sind auch Depressionen weiterhin ein Thema, das sich durch das gesamte Buch zieht. Doch anders als in vorherigen Werken teilt Juschkat dem Leser nicht nur sein Leid mit, sondern berichtet in seinen Gedichten „Innerlich gefangen“ und „Wo die Depressionen wohnen“ über die Krankheit und wirbt für Toleranz.

Während die heiteren, schelmischen Gedichte wie „Lau“ und „Vertreter“ oder „Herr Regenschirm“ an den beliebten Dichter Eugen Roth erinnern, greift auch Dirk Juschkat in seinen Gedichten „Keine Zeit für Neid“ und „Wir leben uns zu Tode“ die menschlichen Schwächen wie Sucht nach Macht und Jagd nach Glück auf.

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Abgebogen von Dirk Juschkat

AbgebogenEs sind keine weltbewegenden Themen, mit denen sich der Lyriker Dirk Juschkat in seiner Gedichtesammlung „Abgebogen“ beschäftigt. Es sind die kleinen Dinge des Alltags, die ihn bewegen. Er selbst hat für sich den Begriff „Depressionslyriker“ geprägt, doch trifft diese Bezeichnung nicht das gesamte Spektrum seines Schaffens. Denn manche seiner hintersinnig-amüsanten Gedichte wie „Lebenslauf“ oder „Wege zwischen Kopf und Bauch“ erinnern an den populären Dichter Eugen Roth, der Menschen und ihre Schwächen unter die Lupe nahm. So dichtet auch Dirk Juschkat mit einem schelmischen Augenzwinkern Verse wie „Beziehungsbeute“ oder „Oh, du schöne Weihnachtszeit!“, die vermutlich einen persönlichen Hintergrund haben. Andere nachdenkliche, melancholische Texte wie „Ein Fleck auf dem Herzen“ oder „Sehnsucht“ scheint er in seiner Seele zu schmieden.

Dirk Juschkat nimmt sich Zeit für seine Kunst, denn moderne Lyrik, das ist nicht sein Metier, seine Gedichte müssen sich reimen und die Worte müssen mit regelmäßiger Wiederkehr klingen.

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Aktion Kornblume von Dietmar Ostwald

Aktion KornblumeIn dem Theaterstück „Aktion Kornblume“ von Dietmar Ostwald erhält Wagner eine Vorladung zum Staatssicherheitsdienst der DDR, der alle gesellschaftlich und politisch relevanten Themen der Partei beschließt. Um die „Krebsgeschwüre“ im Land zu entfernen, ist dem Organ jedes Mittel recht. Nun sitzt Wagner, der bereits für die NSDAP als Spitzel tätig war, vor dem Hauptmann. Wagner, der anfängt zu stottern, sobald er sich in die Enge getrieben fühlt, lässt sich schnell vom Hauptmann einschüchtern und erpressen. Für die streng geheime „Aktion Kornblume“ soll er ausspionieren, wer Kontakte zum Westen pflegt oder Westnachrichten empfängt. Seine Parteitreue geht so weit, dass er Nachbarn und Freunde verrät und nicht mal vor den eigenen Familienmitgliedern Halt macht.

Dietmar Ostwald erzählt in seinem Theaterstück „Aktion Kornblume“ von der tatsächlich unter diesem Namen 1961 durchgeführten Umsiedlung von Bewohnern aus den Sperrgebieten. Bereits 1952 hat es eine Aktion Ungeziefer gegeben und insgesamt sind damit elf bis zwölftausend Menschen aus ihren Häusern vertrieben worden.

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Schlicht & Ergreifend von Arno Wilhelm

Schlicht & ErgreifendPoetry Slammer Arno Wilhelm hat seinen ersten Gedichtband veröffentlicht. „Schlicht & Ergreifend“ hat der Autor sein schmales Paperbackbuch genannt und mit Slamtexten und Gedichten aus Beobachtungen des Alltags gefüllt. Die er in fünf Kapitel aufgeteilt und mit einem Vorwort versehen hat.

„Ich bin ein Studierender.“ beginnt Arno Wilhelm sein Buch und setzt sich im Vorwort mit der Frage auseinander, warum ein heutiger Studierender kein Student mehr sein darf. Als Studierender hätte er nicht nur gerne eine Frauenquote für Informatik, sondern auch eine Kompetenzquote in unserer Regierung.

„Sie haben gewählt“ ist deshalb auch der Titel des ersten Kapitels in dem die Koalition, Angela und Guido, sowie der 1. Mai aufs Korn genommen werden. Im nächsten Gedichtzyklus zieht einer aus, um sich auf die Suche nach der Liebe zu begeben. Wonach er eine Reise tut und über sein Leben nachdenkt.

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