Wenn alles zerbricht – und etwas völlig Neues beginnt

Cover von Funny Story von Emily Henry

Ein Heiratsantrag, ein Umzug – und ein schmerzhafter Verrat

Daphne Vincent ist überglücklich, als ihr Peter Collins einen Heiratsantrag macht. Sie lässt in Richmond ihre Freunde, ihre Wohnung und ihren Job zurück und zieht in das von Peter gekaufte Haus nach Michigan. Während er seinen Junggesellenabschied feiert und Daphne brav zu Hause bleibt, feiert ihre beste Freundin Petra Comer mit. Doch nach Peters Rückkehr bricht für Daphne eine Welt zusammen: Er gesteht ihr, sich in Petra verliebt zu haben. Daphne soll sein Haus verlassen. Nur – wohin soll sie so schnell? Ihr bleibt nichts anderes übrig, als Miles Nowak zu fragen, ob bei ihm noch ein Zimmer frei ist, nachdem auch er von Petra für Peter verlassen wurde.

Zwei Verlassene unter einem Dach – und eine Einladung, die alles aufwirbelt

Zur Überraschung von Miles und seiner neuen Mitbewohnerin Daphne werden beide von ihren Ex‑Partnern zu deren Hochzeit eingeladen – ein Schlag, den sie erst einmal verdauen müssen. Um sich mit der neuen Situation zu arrangieren, gehen sie gemeinsam aus. Als Daphne gefragt wird, ob sie und Miles ein Paar seien, rutscht ihr spontan ein „Ja“ heraus. Miles, amüsiert, macht ein Foto von beiden, das sich rasch im Netz verbreitet. Als er Daphne und ihre Kollegin Ashleigh Rahimi in die Weinkellerei Cherry Hill einlädt, in der er arbeitet, erkennt seine Mitarbeiterin Katya Daphne sofort – und will wissen, ob die Gerüchte stimmen. Miles bleibt nichts anderes übrig, als das zu bestätigen.

Gefühle, Zweifel und ein Ort, der vielleicht Heimat werden könnte

Obwohl Daphnes Herz längst für Miles schlägt, zählt sie dennoch die Tage bis zum Lesemarathon – einer Lesenacht für Kinder –, um danach ihren Job als Bibliothekarin zu kündigen und wegzuziehen. Miles rät ihr jedoch, nicht schon wieder alles aufzugeben. Er bittet sie, abzuwarten, und will ihr die Vorzüge von Warning Bay bei gemeinsamen Sonntagsausflügen zeigen. Doch wie das Leben so spielt, tauchen plötzlich unvorhersehbare Besucher auf – manche willkommen, andere weniger.

Daphnes Stimme – und ein Weg zu sich selbst

Emily Henry lässt in ihrem Roman Funny Story Daphne in der Ich‑Form erzählen, sodass stets nur ihre Gefühle und ihre Sicht der Dinge zur Sprache kommen. Im Laufe der Handlung lernt Daphne sich selbst besser kennen und kann endlich die Probleme einordnen, die sie seit ihrer Kindheit mit ihrem Vater hat. Sie erkennt auch, wie viel leichter es ist, neue Kontakte zu knüpfen, wenn man über bestehende Bekanntschaften weitere Menschen kennenlernt – und findet in Ashleigh eine Freundin, wie sie sie nie zuvor hatte.

Komik, Chaos und ein Knistern, das nicht zu übersehen ist

Der Roman konzentriert sich ganz auf das Verhältnis zwischen Daphne und Miles. Es überrascht nicht, dass Peter wiederholt in Daphnes Leben auftaucht – und Miles dabei als „Loser“ bezeichnet. Auf einer Spendenveranstaltung treffen sogar alle vier aufeinander, und die herrlich komischen Einfälle von Daphne und Miles sorgen für zahlreiche Momente, in denen man sich ein Grinsen kaum verkneifen kann. Bei alltäglichen Begegnungen reagieren alle Beteiligten unbeholfen, was eher zu kleinen Zusammenstößen führt, als sie zu verhindern.

Auch wenn Emily Henry für Funny Story keine aufwendigen Recherchen benötigte, beweist sie ein feines Gespür dafür, wie zwischen zwei Menschen ein glaubhaftes Knistern entstehen kann. Trotz aller „heißen“ Szenen bleibt sie stets geschmackvoll und vermeidet jede Form von Obszönität. Leserinnen und Leser, die romantische, unverfängliche Liebesszenen ohne explizite Darstellungen schätzen, kommen hier voll auf ihre Kosten.

Funny Story von Emily Henry

Cover von Funny Story von Emily Henry
Übersetzung von Katharina Naumann und Silke Jellinghaus
Knaur Verlag 2024
Klappenbroschur
464 Seiten
ISBN 978-3-426-28432-2

Bildquelle: Knaur Verlag

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