Zeitreise ins Ruhrgebiet – Elke Schleichs Roman „Gummitwist in Schalke-Nord“

Buchcover Gummitwist in Schalke-NordTauche ein in die 1960er Jahre des Ruhrgebiets – mit achtzehn liebevoll erzählten Geschichten über Kindheit, Sehnsucht und das Leben in Gelsenkirchen-Schalke. Elke Schleich lässt Erinnerungen lebendig werden und verwebt Lokalkolorit mit Zeitgeschichte.

Kindheit zwischen Minusgraden und Freibad

In den Wintermonaten herrschen noch strenge Minusgrade, Schnee bedeckt die Straßen. Im Sommer zieht es die Menschen an den Kanal oder ins Freibad. Inmitten dieser Kulisse wächst Leni mit ihren Eltern und den Geschwistern Uschi und Berni in Schalke auf. Ihr sehnlichster Wunsch zum sechsten Geburtstag – ein eigenes Pferd – bleibt unerfüllt. Neid auf die Freundin, die im Zoo Ponyreiten darf, und ein Angriff älterer Jungen stellen die Freundschaft auf die Probe.

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Das unbekannte Ruhrgebiet von Hans-Peter Noll und Rolf Kiesendahl

Das unbekannte RuhrgebietDie Autoren Hans-Peter Noll und Rolf Kiesendahl stimmen den Leser in ihrem Bildband mit einem historischen Rückblick in die Anfänge des Bergbaus, der damit einhergehenden aufstrebenden Stahlindustrie und einer beispiellosen Zuwanderungswelle Hunderttausender auf eine Reise durch Das unbekannte Ruhrgebiet* ein. Erst die Erfindung der Dampfmaschine ermöglichte einen Vorstoß durch das Deckgebirge und die Nordwanderung des Bergbaus konnte einsetzen. Die Autoren räumen mit der Vorstellung vieler außerhalb dieser Region lebenden Menschen auf, die beim Ruhrgebiet immer noch an rauchende Schlote und verpestete Luft denken. Selbst von den im Ruhrgebiet lebenden Menschen dürfte nur wenigen bekannt sein, dass der ursprüngliche Hellweg, der heute teilweise zu einer stark befahrenen Autobahn ausgebaut ist, eine mittelalterliche Handelsstraße war.

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Eine Reise in die Welt unter Tage

Buchcover: Tim und Anna fahren ein

Erinnerungen aus einer anderen Zeit

Ein Nachbar von Tim und Anna, den sie liebevoll Onkel Albert nennen, erzählt den beiden Kindern aus seinem Leben. Sie staunen darüber, dass er als Kind keine Dusche kannte und seine Mutter jede Woche am Badetag eine Zinkbadewanne in der Küche aufstellte, in der die Kinder der Reihe nach gebadet wurden. Auch hatte er kein eigenes Bett, sondern musste sich eines mit seinem Bruder teilen. Junge Bergleute hätten – wie sein Vater – als Kostgänger bei einer Familie zur Untermiete gewohnt, berichtet Onkel Albert den neugierigen Kindern.

Sie erfahren außerdem, dass es hinter den Häusern in den Zechensiedlungen einen Stall mit einem Plumpsklo gab, in dem es im Winter empfindlich kalt war. Viele Bergleute hielten zudem Tauben – ein damals weit verbreitetes Hobby.

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Zechenkinder von David Schraven

25 Geschichten über das schwarze Herz des Ruhrgebiets.

ZechenkinderDavid Schraven gibt in seinem Buch „Zechenkinder“ Geschichten von Bergleuten wieder, die alle eine Verbundenheit zum Bergwerk Prosper Haniel in Bottrop haben. Sie schildern ihre Erinnerungen an eine Großdemo für einen sozialverträglichen Ausstieg, den Papstbesuch, das nächtliche Abfackeln der Kokereien, an verheerende Grubenbrände und eine Menschenkette, die sich quer durchs Ruhrgebiet zog und somit zum Band der Solidarität wurde. Sie berichten von Unfällen und der viel gepriesenen Kameradschaft unter den Kumpeln, wobei einer diese nie erlebt hat und ein anderer nur Konkurrenzkampf kennt. Es geht um erlebte Enttäuschungen und das Gefühl, verarscht worden zu sein. Der eine hat sein Glück beim Tunnelbau in der Schweiz gesucht und ein anderer hat von der Maloche unter Tage zum Psychologiestudium gewechselt, während ein Koreaner wegen des Bergbaus ins Ruhrgebiet kam und blieb.

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Viele brauchen Erfahrung, wir haben sie… von Wolfgang Sternkopf (Hrsg.)

Gedanken… 50plus!

Viele brauchen Erfahrung, wir haben sie...Das Buchprojekt „Viele brauchen Erfahrung, wir haben sie…“ ist nach einer Idee von Wolfgang Sternkopf entstanden, der das Buch auch herausgegeben hat. Die Texte zum Thema „50plus“ sollten jedoch nicht allein von Schriftstellern geschrieben werden und so wurden über die Initiative „Best Ager“ in vielen Städten des Ruhrgebiets Besucher der Job-Clubs für das Projekt gewonnen. In vier Workshops an insgesamt zwölf Abenden haben die Teilnehmer mit professioneller Hilfe der Autoren Eva von der Dunk, Brigitte Werner, Renate Queke, Ulrich Breitbach und Josef Krug Texte erarbeitet und bei einer der nächsten Zusammenkünfte vorgestellt. Der Fotograf Uwe Jesiorkowski hat dies in Bildern festgehalten und Klaus Poetsch hat einige Karikaturen zur Auflockerung der Texte beigetragen. Am Ende ist der Name Programm, denn Dr. Stefan Lob hat das Nachwort zu dem Buch verfasst.

„Gedanken… 50plus“ ist auf dem Cover von „Viele brauchen Erfahrung, wir haben sie…“ zu lesen, doch das Buch kann nicht halten, was der Titel verspricht. „Übung, Erfahrung, Fähigkeiten, Weitblick, Wissen, Menschenkenntnis, Praxis …“ sind einige der Begriffe einer Schlagwortwolke auf dem Cover und genau zu diesen Themen erwartet der Leser nun Beiträge der über Fünfzigjährigen, die solche Fähigkeiten besitzen.

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Zechenbrand von Margit Kruse

Zechenbrand„Zechenbrand“ ist der zweite Buer-Krimi von Margit Kruse mit der taffen Hobbyermittlerin Margareta Sommerfeld, die inzwischen von der Verkäuferin in der Süßwarenabteilung bei Hertie in ein Geschäft für Damenoberbekleidung gewechselt hat. Ihre leidenschaftliche Beziehung mit Karol aus dem Roman Eisaugen fand ein jähes Ende, als sich dieser nach seinem beruflichen Aufstieg in eine Affäre mit seiner Sekretärin gestürzt hat und Margareta ist wieder einmal solo. Deshalb verbringt sie viel Zeit bei ihrem Bruder, der in einer alten Zechensiedlung in Hassel neben der stillgelegten Zeche Bergmannsglück lebt. Die Gebäude der ehemaligen Zeche sollen abgerissen werden, denn auf dem Gelände will die Wessel Rohr & Co.KG aus Dortmund eine neue Produktionsstätte errichten. Eine Bürgerinitiative der Anwohner möchte die historischen Gebäude erhalten, um dort eine Begegnungsstätte einzurichten.

An einem Samstagnachmittag ist Margareta in die Hasseler Zechensiedlung bei ihrem Bruder Gisbert, der sie wieder einmal verkuppeln will, zum Grillen eingeladen. Als das Grillfeuer bereits erloschen ist, kommen Kevin, der Sohn des Nachbarn Norbert Koslowski, und seine Kumpels aus dem Stadion zurück, um mit einem Kasten Bier den Sieg von Schalke 04 an einem Lagerfeuer auf dem ehemaligen Zechengelände zu feiern.

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Operation Villa Hügel von Mike Steinhausen

Operation Villa HügelUnter dem Gelände der Villa Hügel, mit deren Bau 1869 in Essen begonnen wurde, befinden sich alte Schachtanlagen der Zeche Zollverein. Mike Steinhausen hat für seinen Kriminalroman „Operation Villa Hügel“ die Gegend um den Baldeneysee, die heute ein beliebtes Ausflugsziel ist, zum Schauplatz gewählt: In England trifft sich Sir Winston Churchill mit seinen Beratern Sir Arthur Harris, Lieutenant Stewart Menzies, Frederick Lindemann, David Petrie und Vera Atkins, denn eine Luftoffensive auf das Deutsche Reich steht von der Military Base in Wycombe unmittelbar bevor. Sie stehen vor der Frage, ob den Deutschen die Offensive durch einen des Hochverrats beschuldigten Spion bekannt ist. Darüber hinaus sind ihnen die verstärkten Sicherheitsvorkehrungen der Deutschen um die Villa Hügel aufgefallen und sie vermuten dahinter ein hochrangiges Treffen zwischen Gerd von Rundstedt und Adolf Hitler.

In der Hoffnung, das Leben Hunderttausender zu retten, entsenden sie unter Commander Paddy Mayne eine Staffel Elitesoldaten, deren Aufgabe es ist, ihre Rucksäcke an den Bestimmungsort nahe der Villa Hügel zu bringen und die jeweiligen Sender scharf zu stellen.

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Hängen im Schacht – Krimikurzgeschichten mit Ruhrgebietskolorit

Buchcover der Kriminalgeschichten Hängen im Schacht

Anthologie voller Spannung und Charaktere

Eine Anthologie ist wie eine Schachtel Pralinen – eine bunte Mischung, in der für jeden etwas dabei sein sollte. Deshalb ist Herausgeber H. P. Karr kein Risiko eingegangen: Für die Krimisammlung Hängen im Schacht* hat er ausschließlich erfahrene Autor:innen verpflichtet, die bereits eine treue Fangemeinde besitzen und somit für den Erfolg der Kurzgeschichtensammlung garantieren.

Disco, Dauerkarte & Detektive: Ruhrpott trifft Mord

In Dortmund wird Bonnies Kleid von „die Ohr“ zum Schlüssel für Jo, der sich dadurch mutiger fühlt, als er eigentlich ist. Mit dreiundvierzig darf man noch in die Ü-30-Disco – oder etwa nicht?

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Kettenreaktion von Sebastian Stammsen

KettenreaktionDavid Krusekamp bricht in dem Kriminalroman „Kettenreaktion“ von Sebastian Stammsen in einem Elektrogeschäft zusammen, jede Hilfe kommt zu spät. Kriminaloberinspektor Markus Wegener und seine Kollegin Nina Gerling treffen vor Ort schon auf den Gerichtsmediziner, der vor einem Rätsel steht, was die Todesursache anbelangt. Denn Drogen, Alkohol und Gift scheiden von vornherein aus. Die Videoaufzeichnungen der Fernsehabteilung zeigen einen schwankenden David Krusekamp und es muss geklärt werden, ob er geschubst wurde, bevor er gestürzt ist. Markus Wegener und Nina Gerling befragen zunächst Michael Freise, der sich in unmittelbarer Nähe von David Krusekamp befunden hat. Er beteuert immer wieder, dass er ihn weder kannte, noch ihn berührt hat.

Die beiden Kriminalbeamten machen sich auf den Weg zu Nadine Krusekamp, um sie vom Tod ihres Mannes zu unterrichten. Die Ehefrau kann ihnen auch keine brauchbaren Hinweise geben und bei Durchsicht der Computerdateien gibt ihnen eine Eintragung ein Rätsel auf.

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Radio Heimat – Frank Goosens Liebeserklärung an das Ruhrgebiet

Buchcover von Radio Heimat: Geschichten von zuhause

Omma, Oppa und die Kunst des Erinnerns

Frank Goosen macht in Radio Heimat*, seiner literarischen Hommage an das Ruhrgebiet, gleich zu Beginn deutlich: Fortan sprechen wir nur noch von Omma und Oppa. Die Omma weiß Bescheid. Gefragt nach dem Krieg, genügt ihr lapidarer Kommentar: „Wir hatten nix.“ Auch in kulinarischer Hinsicht wird schnell klar – echte Frikadellen schmecken nur bei ihr. Wie sie die macht? „Wie imma!“ Und wenn die Uromma vom Steckrübenwinter 1916/17 berichtet, bleibt einem die bittere Geschichte regelrecht im Hals stecken.

Alltag am Fenster und Duschen auf dem Pütt

Goosen ruft mit liebevollem Blick die Frauen im geblümten Hauskittel ins Gedächtnis, die sich beim „Im-Fenster-Liegen“ quer über die Fassaden unterhielten. Typisch Ruhrgebiet: Frauen und Kinder badeten nur einmal pro Woche, während die Männer täglich im Pütt duschen gingen.

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