Agnes zwischen Meer, Macht und Moral – ein Roman als Zeitzeugnis

Cover von Agnes im Meer von Ulrike Dotzer

Ein neues Leben auf Trischen

Agnes Nagel lebt mit ihrer Mutter und den Schwestern Ida und Hermine in Marne in der Region Dithmarschen und steht im Dienst des Rentmeisters Nikolaus Möller. Dieser hat dafür gesorgt, dass sein Freund Butz Brand neuer Pächter der vor Büsum gelegenen Insel Trischen wird. Er teilt Agnes mit, dass sie im Herrenhaus Luisenhof bei Brand eine Stelle als Wirtschafterin antreten soll. Mit diesem Schachzug erhofft sich Möller, Kontrolle über das lebensfrohe Paar Brand zu gewinnen, das zu Champagnergelagen neigt. Der Pachtvertrag sieht vor, dass Brand die landwirtschaftlichen Erträge für den von ihm zu errichtenden Deichbau nutzen darf – ein Projekt, das Möller besonders am Herzen liegt.

Während der Überfahrt lernt Agnes den Vogelwart Walter Fierling kennen, der die Vogelnester verteidigt, deren Eier die hungrigen Arbeiter lieber in der Pfanne sehen würden. Agnes übernachtet im zugigen ehemaligen Schäferhaus und soll auf Möllers Bitte hin die Dünen pflegen und Strandhafer pflanzen. So erhält sie bald den Beinamen „Agnes im Meer“.

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»Sozialschmarotzerin« – Wie Nadine Wagenaar ein Tabu sichtbar macht

Cover von Sozialschmarotzerin von Nadine Wagenaar mit Lisa Ludwig

Vom Studium in Berlin zur abrupten Zäsur

Nadine Wagenaar zog 2010 für ihr Studium der Unternehmenskommunikation nach Berlin und arbeitete anschließend im SEO-Bereich. Über Monate war sie während ihres 40‑Stunden-Jobs „aufs reine Existieren und Funktionieren heruntergedampft“. Ohne jede Vorahnung erhält sie im August 2024 eine betriebsbedingte Kündigung als Redakteurin einer Plattform für Erwachsenenbildung.

Sie war vierzehn Jahre alt, als der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder einen aus Sicht vieler Kritiker „unsozialen Kurs“ einschlug, Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammenführte und damit die Einführung des Arbeitslosengeldes II – besser bekannt als Hartz IV – vorantrieb. Unter dem Einfluss der damaligen Medienberichterstattung aufgewachsen, glaubte sie lange an das Bild der „frechen und faulen Versager“, die sich angeblich auf Kosten arbeitender Menschen ein bequemes Leben machten.

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Zwischen Großmarkt, Korruption und Gefühl – ein Roman, der Bayern anders zeigt

Cover von Bavarese von Leo Reisinger

Lene Palatzky: Ein Leben zwischen Lieferwagen und Verantwortung

Lene Palatzky hat das Unternehmen ihres Vaters Gerhard übernommen. Mit einem klapprigen Mercedes Sprinter beliefert sie einen kleinen Kundenstamm mit Obst und Gemüse – und hält so sich und ihren fünfjährigen Sohn Luca über Wasser. Ihr Tag beginnt bereits um drei Uhr morgens mit der Fahrt zum Münchner Großmarkt, wo sie die bestellte Ware einkauft. Nach der Auslieferung wartet ihr zweiter Job im Fitnessstudio, in dem sie während der Aerobic-Stunden die Kinder der Kundinnen und Kunden betreut.

Als ihr völlig unerwartet das Kindermädchen kündigt, steht Lene vor einem großen Problem: Sie findet keine Betreuung für Luca. In ihrer Not nimmt sie ihn kurzerhand im Lieferwagen mit zum Großmarkt.

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Ein Kochbuch, ein Geheimnis – und eine Wahrheit, die alles verändert

Cover von Der Pakt der Frauen von Julia Kröhn

Eine Historikerin vor einer unerwarteten Herausforderung

Die Historikerin Dr. Katharina Adler ist Dozentin am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien. Als Expertin für Sozial‑, Alltags‑ und Frauengeschichte hat sie ein mehrmonatiges Stipendium in den USA erhalten, um neue wissenschaftliche Impulse nach Österreich zu bringen. Doch um die neu geschaffene Assistenzprofessur, die eigentlich für sie vorgesehen war, tatsächlich zu erhalten, muss sie im kommenden Semester eine Übung abhalten.

Doch völlig unerwartet erhob das Institut für Osteuropäische Geschichte beim Bildungsministerium Einspruch gegen die Vergabe. Dr. Florian Bruckmann, der ebenfalls an der Stelle interessiert ist, möchte mit einer eigenen Lehrveranstaltung seine Kompetenz unter Beweis stellen.

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Wenn ein Junge seinen eigenen Weg findet – zwischen Cello, Tutu und Identität

Cover von Ich schenk dir ein A von Thomas J. Hauck

Adrians Sehnsucht nach Musik und Tanz

Adrian spielt Cello, und sein größter Wunsch ist es, eines Tages in einem berühmten Orchester zu musizieren. Auf dem Weg zur Musikschule bleibt er oft am Ballettsaal stehen und beobachtet fasziniert die tanzenden Mädchen. Als sich eines Tages ein Mädchen aus der Ballettklasse über die Vorstellung lustig macht, er könne als Junge in einem Tutu tanzen, bringt Adrian vor Verlegenheit kaum ein Wort heraus. Doch sie entschuldigt sich sofort mit einer Pirouette und erklärt, es sei nur ein Scherz gewesen – Adrian jedoch bleibt sprachlos zurück.

Zwischen Orchestergraben und Ballettsaal

Gemeinsam mit seinen Eltern und seiner Großmutter besucht Adrian eine Ballettaufführung, begleitet von einem Orchester. Besonders die glitzernden Tutus der Tänzerinnen ziehen ihn in ihren Bann.

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Fröhliches Morden überall von Margit Kruse

Fröhliches Morden überallDie Privatermittlerin Margareta Sommerfeld will mit ihrer Mutter Waltraud, ihrem Partner Thomas Scheffel, Hauptkommissar beim Polizeipräsidium Buer, und seiner Mutter Eleonore die Weihnachtstage in einem Ferienhaus im sauerländischen Bödefeld verbringen. Bereits auf der Fahrt, einen Tag vor Heilig Abend, stellt Margareta fest, dass die beiden Mütter, die sich erst im Auto kennengelernt haben, nicht gut miteinander auskommen. Zwischen Waltraud, die nach dem Ende einer Beziehung depressiv geworden ist und der Witwe Eleonore knistert es gewaltig.

Eine tot aufgefunden Frau, deren Hals von einem Eiszapfen durchstochen wurde, wird von Polizeihauptkommissar Ralf Radowski aus Bad Fredeburg sowie den hinzugezogenen Kollegen Rolf Grundmüller und Tanja Altmeier aus Dortmund rasch als Eleonore Scheffel identifiziert. Allerdings glaubt ein Nachbar, in der Toten Brigitte Voss-Grobe erkannt zu haben.

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Bergmannserbe von Margit Kruse

BergmannserbeErst vor zehn Wochen ist die ehemalige Hobbydetektivin Margareta Sommerfeld zu einer staatlich geprüften Ermittlerin aufgestiegen und muss noch die für ihre Ausbildung aufgenommenen Schulden abtragen. Da bittet sie ihr Bruder Gisbert um Hilfe: Im Picksmühlenteich in Gelsenkirchen-Buer-Hassel wurde der Makler Fritz Stalewski erdrosselt aufgefunden. Gisbert räumt zwar ein, dem Makler das Nasenbein gebrochen zu haben, aber nur, weil der die Leute aus den Zechenhäusern vertreiben wollte. Obwohl er ein Alibi hat, zur Tatzeit war er bei seinem Nachbarn Norbert Koslowski, befürchtet er verdächtigt zu werden. Notgedrungen verspricht Margareta sich umzuhören, auch wenn er sie nicht bezahlen kann. Da kommt ihr die lukrative Vermittlung ihres Freundes Henry, mit dem sie zuvor in einer Detektei gearbeitet hat, gerade recht. Sie soll Dr. Klaus von Koschnitz im Auftrag seiner Ehefrau Dietlinde beobachten.

Obwohl Margareta für den einträglichen Auftrag in Bochum observieren muss, zieht es sie immer wieder an den roten Cola-Tisch des Kiosk-Besitzers Martin Bahlke in Hassel, an dem sich die Nachbarn versammeln.

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