Zwischen Kiffen, Chaos und Klassenkameraden

Der Roman „Die letzte Nacht des Matze Blitz“ von Aleks Wiercinski

Buchcover: Die letzte Nacht des Matze Blitz

Ein Außenseiter findet Anschluss

Als Mateusz Blizniak im Alter von acht Jahren zu Beginn der 1990er-Jahre mit seiner Mutter aus Polen nach Schwetzingen übersiedelt, lernt er innerhalb eines Jahres die deutsche Sprache nahezu perfekt. Da seine Mitschüler seinen polnischen Namen kaum aussprechen können, nennen sie ihn kurzerhand Matze Blitz. Der als Außenseiter geltende Junge freundet sich in der siebten Klasse einer Hauptschule mit Robert, Daniel und Steff an.

Steff, wie Matze ein Scheidungskind, wird aufgrund seiner nazifreundlichen Gesinnung gelegentlich „Adolf“ genannt. Der wortkarge und eher nachgiebige Robert mit russischen Wurzeln trägt den Spitznamen „Josef“. Daniel, dessen Mutter aus Thailand stammt, teilt sich seine Wohnung mit dem Türken Erkan – bei ihm treffen sich die grundverschiedenen Freunde regelmäßig.

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Tote reisen nicht – Überraschungen zwischen Spannung, Nachdenklichkeit und Humor

Buchcover: Tote reisen nicht

Spannende Wendungen gleich zu Beginn

Angelika Stephan wartet bereits mit der ersten Kurzgeschichte ihres Buches Tote reisen nicht* mit einer Überraschung für die Leser auf: Ein Überfall auf Hanna nimmt einen glücklichen Ausgang. In einer weiteren Geschichte täuscht ein Paar eine Autopanne vor, ohne zu ahnen, dass ein Ring ihnen zum Verhängnis wird, als sie sich scheinbar hilfesuchend an Christine wenden. Katja wiederum wird es bereuen, in einer Disco einen Whiskey mit Cola getrunken zu haben. Und der Ehestreit zwischen Helen und Heinz führt zu einer entscheidenden und völlig überraschenden Wendung in der Auseinandersetzung zwischen Mario und Georgio.

Nachdenkliche Episoden mit Tiefgang

Nach diesen spannungsgeladenen Texten wendet sich die Autorin ernsteren Themen zu. Jens, der in Amerika lebende Sohn von Mia, möchte seiner Mutter zum Weihnachtsfest eine Überraschung bereiten – ohne zu ahnen, dass ihn selbst eine unerwartete Wendung ereilen wird.

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Verbrechen hinter den Kulissen: Beate Baums Kriminalroman „Auf Sendung“

Buchcover des Kriminalromans Auf Sendung

Ein mysteriöser Fall im Nachwendedeutschland

Rund zwei Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer besitzen in Erfurt nur wenige Privathaushalte ein Telefon. In dieser Zeit ist der Kriminalroman Auf Sendung* von Beate Baum angesiedelt. Kirsten Bertram und Andreas Rönn vom „Tageskurier“ sind einem Verrechnungsschwindel auf der Spur. An einer Werbekampagne für eine Striptease-Show des Privatsenders PLT scheint etwas faul zu sein, denn zwei Mädchen, die einen Preis gewonnen haben, bleiben plötzlich verschwunden.

Manfred Haffmann, der Organisator der Show, wird tot in seinem Büro aufgefunden – ausgerechnet von Andreas, der nun selbst in den Kreis der Verdächtigen gerät. Zum Glück hat Kirsten kürzlich die Bekanntschaft des Privatdetektivs Dale gemacht, der sich in die Ermittlungen einschaltet.

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Rezension: Jane Nickersons Jugendroman „So wie Kupfer und Gold“ – Eine moderne Interpretation von „Blaubart“

Buchcover des Jugendromans So wie Kupfer und Gold

Märchenhafte Inspiration trifft auf Historie

Jane Nickersons Jugendroman So wie Kupfer und Gold* ist inspiriert vom düsteren Märchen Blaubart*, das ursprünglich 1697 von Charles Perrault verfasst und später von den Brüdern Grimm adaptiert wurde. Nickerson verlegt ihre Version in die Zeit kurz vor dem amerikanischen Bürgerkrieg (1861–1865), eine Epoche, die durch die Abschaffung der Sklaverei geprägt wurde.

Ein Umzug in eine andere Welt: Sophias Reise nach Mississippi

Nach dem Tod ihres Vaters wird die 17-jährige Sophia unter die Vormundschaft ihres Patenonkels Monsieur Bernard de Cressac gestellt. Im Frühjahr 1855 zieht sie von Boston in das prächtige Anwesen Wyndriven Abbey in Mississippi.

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Geister, Gefahr und Gesellschaftskritik: „Lockwood & Co. – Die Seufzende Wendeltreppe“ im Blick

Buchcover des Jugendromans Lockwood & Co. – Die Seufzende Wendeltreppe

Übersinnliche Ermittlungen in einer bedrohten Metropole

In Jonathan Strouds Jugendroman Lockwood & Co. – Die Seufzende Wendeltreppe* kommt das gesellschaftliche Leben in London teilweise zum Erliegen. Zum Schutz der Bevölkerung werden nächtliche Ausgangssperren verhängt – ein düsteres Szenario, das die Ausgangslage für die Handlung bildet.

Lucy Carlyle – eine Geisterjägerin mit Mut und Verstand

Die junge Lucy Carlyle bewirbt sich bei Lockwood & Co., einer Agentur zur Bekämpfung übernatürlicher Erscheinungen. Ihr Chef Anthony Lockwood und der eigenwillige George, zuständig für Recherche, sind wie Lucy selbst noch nicht volljährig.

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Rezension: Genau mein Beutelschema – Berliner Großstadtroman mit Popkultur und Selbstironie

Buchcover des Romans Genau mein Beutelschema

Die Rütli-Schule als Brennpunkt und literarischer Ausgangspunkt

Die ehemalige Rütli-Oberschule, heute eine Berliner Gemeinschaftsschule, wurde im März 2006 überregional bekannt, als Lehrkräfte aufgrund zunehmender Gewalt ihre Schließung forderten. In diesem Milieu lebt der Protagonist von Sebastian Lehmanns Roman Genau mein Beutelschema*: ein 31-jähriger Berliner, der in der Kleinanzeigenabteilung eines Stadtmagazins arbeitet.

Er wohnt im Stadtteil Tiergarten, hat jahrelang scheinbar ziellos Philosophie studiert, spielte früher in einer Band namens „Stereotypen“ und trinkt am liebsten Club-Mate. Sein Freund Kurt, den er gerne mit Kurt Cobain vergleicht, steht kurz davor, Vater zu werden.

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„Tote Leiche“ von Tino Hemmann – Sachsen-Krimi mit Tiefgang und gesellschaftlichem Blick

Buchcover des Kriminalromans Tote Leiche

Ein rätselhafter Fall beginnt mit einem Kinderdiebstahl

Kaum beginnt der fünfte Fall für Kriminaloberkommissar Holger Hinrich, liegt bereits eine tote Leiche im Fokus – ein makabrer Auftakt, der neugierig macht. Der elfjährige Oliver Dreh ist aus dem Kinderheim Wiesenthal geflohen und wird in Dresden festgenommen, nachdem er eine Bratwurst gestohlen hat. Nur kurz zuvor hatte er seinem drogenabhängigen Bruder Jan zuliebe einen Laptop aus einem Auto entwendet.

Zurück im Heim, lernt Oliver seinen neuen Mitbewohner Elias kennen – einen sechsjährigen Jungen, dessen Eltern bei einem Autounfall ums Leben kamen. Elias entwickelt eine enge Bindung zu Oliver. Als die beiden sich eines Tages früher von der Schule auf den Heimweg machen, werden sie von zwei Männern in einem schwarzen Fahrzeug entführt.

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Der seltsame Fremde – Zwischen Realität, Erinnerung und Paralleldasein

Eine literarische Analyse des Romans von Christian Haller

Buchcover des Romans Der seltsame Fremde

Einladung zu einer Reise ins Ungewisse

Der mit einer Astrophysikerin verheiratete Fotograf Clemens Lang erhält eine Einladung zu einem internationalen Kongress, bei dem er seine Arbeiten präsentieren und ein Portfolio zusammenstellen soll. Bereits am Flughafen begegnet ihm eine geheimnisvolle Figur, die sich selbst als „der seltsame Fremde“ bezeichnet und vorgibt, sein auserwählter Begleiter zu sein. Obwohl Clemens den Mann auf Mitte vierzig schätzt, behauptet dieser, bis 1916 Friedländer geheißen zu haben, von Beruf „Causeur“ gewesen zu sein und heute unter dem Namen Landers zu leben.

Der Fremde stellt Lang vor ein Rätsel: Er sagt zutreffend eine Flugverspätung voraus, erscheint immer wieder wie aus dem Nichts und verschwindet ebenso unbemerkt.

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Kein Schlaf bis Langenselbold – Coming-of-Age-Roman voller Popkultur und Gesellschaftskritik

"Buchcover des Jugendromans Kein Schlaf bis Langenselbold

Sommer 1993: Lady Di, Jurassic Park & deutsche Realität

Das Jahr 1993 steht im Zeichen der weltweiten Faszination für Lady Di und dem Kinoblockbuster Jurassic Park*. Gleichzeitig hält die RAF Deutschland in Atem. Politische und gesellschaftliche Ereignisse prägen auch die Leben der Zwillinge Malte und Frederik Borchers – im Roman Kein Schlaf bis Langenselbold* von Linus Volkmann wird ihre Geschichte mit satirischer Tiefe und popkulturellem Flair erzählt.

Zwei Brüder, zwei Welten

Die 16-jährigen Zwillinge Malte und Frederik besuchen gemeinsam die zwölfte Klasse – könnten charakterlich aber kaum unterschiedlicher sein. Während Malte Alkohol und Zigaretten meidet, lebt Frederik seine pubertären Impulse offen aus. Doch gemeinsam werden sie erst aktiv, als ihre dreadlocktragende Cousine Lumpinchen von zu Hause ausreißt.

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Rezension des Romans „Oberflächenmensch“ von Michael Wyhnal: Gesellschaftskritik mit Tiefgang

Buchcover des Romans Oberflächenmensch

Ein namenloser Protagonist voller Gedanken

Michael Wyhnal erzählt in seinem Roman Oberflächenmensch* die Geschichte eines zwanzigjährigen Studenten, der sich als kritischer Beobachter einer oberflächlichen Gesellschaft präsentiert. Der Leser erfährt weder den Namen noch das äußere Erscheinungsbild des Protagonisten – lediglich seine Sicht auf eine Welt, in der Freundschaft und Liebe kaum noch zählen, während Rastlosigkeit und One-Night-Stands den Alltag bestimmen.

Ein Urlaub als Übergang – der Beginn einer inneren Reise

Vor Beginn seines Studiums verbringt der junge Mann einen letzten Urlaub in einer schlichten Ferienwohnung, gemeinsam mit seinem besten Freund Lukas Weinrich und dessen Eltern.

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