Eine Reise zu sich selbst – Rezension zu „Ziemlich mitgenommen“ von Mia Sassen

Buchcover: Ziemlich mitgenommen von Mia Sassen

Aufbruch ins Ungewisse

Isabel ist 45 Jahre alt, lebt in Hamburg und ist mit dem Physiklehrer Carsten verheiratet. Nicht nur das Verhältnis zur 16-jährigen Tochter Lisa gestaltet sich zunehmend schwierig – Isabel verliert auch noch ihren Job als Synchronsprecherin. Als ihr Mann sie für zu alt hält, um eine neue Rolle als Schauspielerin anzunehmen, und ihr stattdessen eine Kur empfiehlt, fühlt sie sich „ziemlich mitgenommen“. Sie will nur noch weg und frei sein.

Ohne Gepäck steigt sie kurzerhand in das Auto einer über Siebzigjährigen, die auf dem Weg nach Prag ist. Während der Fahrt erfährt Isabel von Viktoria, dass Prag nur die erste Station ist – das eigentliche Ziel lautet Istanbul. In der Türkei möchte die alte Dame ihren früheren Verlobten Can wiederfinden, den sie vor 48 Jahren zuletzt gesehen hat.

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Zwischen Realität und Fiktion: Der Flughafen Frankfurt im Kriminalroman „Fliegeralarm“

Buchcover: Fliegeralarm von Gerd Fischer

Ein Flughafen als Zündstoff gesellschaftlicher Konflikte

Frankfurt beherbergt den drittgrößten Flughafen Europas. Doch während manche darin einen Fortschritt sehen, ist es für andere ein permanenter Störfaktor. Schon beim Antrag zur Startbahn West im Jahr 1965 kam es zu massiven Bürgerprotesten. Diese konnten jedoch die Eröffnung im April 1984 nicht verhindern. Die angespannte Lage kulminierte in einer Großdemonstration in Hanau am 8. November 1986, bei der zwei Polizisten ihr Leben verloren. Auch die 2011 eröffnete Startbahn Nord-West bleibt bis heute umstritten.

Vergangenheit, Proteste und ein Leben im Wandel

Karsten Kempf, eine fiktive Figur aus Gerd Fischers Kriminalroman Fliegeralarm*, wird in jungen Jahren durch die Geschehnisse rund um die Startbahnräumung erschüttert.

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Zwischen Weltreise und Spottdrossel: Uwe Helfrichs Gedichtband im Blick

Buchcover: Lass uns ins Blaue reisen – Das wir sind

Vom Hörbuch zur gedruckten Sammlung

Nachdem der Cenarius Verlag bereits das Hörbuch Lass uns ins Blaue reisen – Das wir sind* mit einer Auswahl an Gedichten, gesprochen und verfasst von Schauspieler, Kabarettist und Autor Uwe Helfrich, erfolgreich veröffentlicht hat, liegt nun auch die vollständige Gedichtsammlung in gedruckter Form vor.

Eine Reise ins Blaue ist dieser Gedichtband jedoch zumindest geografisch nicht, denn bereits im Inhaltsverzeichnis erfährt der Leser, wohin die Reise gehen soll: von Deutschland über die Niederlande nach Israel, weiter im Flugzeug nach Spanien und von der Ukraine in die USA nach Arizona und North Carolina. Danach führt der Weg über Indien nach Belgien, zurück nach Berlin und schließlich nach Nordrhein-Westfalen.

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Reiselesebuch „Odessa“ von Brigitte Schulze: Ein lebendiges Porträt einer faszinierenden Stadt am Schwarzen Meer

Buchcover: Odessa von Brigitte Schulze

Einleitung: Von Lemberg ans Schwarze Meer

Nach ihren Reiselesebüchern über die Ukraine und Lemberg stellt Brigitte Schulze mit Odessa* ein weiteres Werk vor, das Leserinnen und Leser auf eine ebenso informative wie atmosphärische Entdeckungsreise mitnimmt. Die südlich gelegene Stadt am Schwarzen Meer ist über eine monumentale Treppe direkt vom Hafen aus erreichbar. Wer die vielen Stufen erklimmt, wird laut Schulze mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt.

Historische und geologische Einblicke

Errichtet wurde Odessa aus Muschelkalkstein – einem Material, das sich bildete, als das Meer noch die gesamte Region bedeckte. Beim Abbau des Gesteins entstanden Hohlräume, die heutigen Katakomben, auf denen die Stadt steht. Dieses unterirdische Labyrinth erstreckt sich über mehrere Ebenen und soll eine Länge von rund 2.000 Kilometern erreichen.

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Auswandern nach Portugal

Buchcover: Kann denn Fado fade sein? von Christina Zacker

Acht Jahre zwischen Fado, Alltag und kulturellen Überraschungen

Das Statistische Bundesamt verzeichnete für das Jahr 2000 gut 100.000 deutsche Auswanderer. Der Höchststand wurde 2008 mit knapp 180.000 Auswanderern erreicht, bevor sich die Zahl im Jahr 2010 wieder auf rund 140.000 verringerte. Die Autorin Christina Zacker ist eine von ihnen und hat in dem Buch „Kann denn Fado fade sein?“ ihre Abenteuer als Auswanderin nach Portugal niedergeschrieben.

Zwischen Wohnungssuche, Friseurbesuch und Finanzamt

In einem lockeren und leichten Stil schreibt sie über die Erfahrungen, die sie in den vergangenen acht Jahren gesammelt hat, nachdem sie beschlossen hatte, ihrer Liebe António nach Portugal zu folgen.

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Fliehkräfte von Stephan Thome – Ein Roman über Lebensentscheidungen, Liebe und Selbstfindung

Buchcover des Romans Fliehkräfte

Ein Philosoph in der Krise

In Stephan Thomes Roman Fliehkräfte steht der fast 60-jährige Hartmut Hainbach, Professor für Philosophie in Bonn, im Zentrum. Trotz einer langen Ehe mit seiner Frau Maria, die er noch immer liebt, fühlt er sich einsam und leer. Die Tochter Philippa studiert in Portugal, Marias Heimat, während Maria selbst in Berlin am Theater arbeitet. Das Paar lebt seit zwei Jahren in einer Wochenendbeziehung, und Hartmut vermisst sie schmerzlich.

Eine Reise auf der Suche nach Klarheit

Als ihm ein Berliner Verleger ein berufliches Angebot macht, steht Hartmut vor einer lebensverändernden Entscheidung: Soll er seine Professur aufgeben und das gemeinsame Haus verkaufen? Um Klarheit zu gewinnen, begibt er sich auf eine Reise durch Europa – von Paris über die französische Atlantikküste bis nach Portugal.

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Kreuzende Urlaubsschicksale in einem Hotel – Mark Spörrles Urlaubsroman voller Absurditäten

Buchcover: Weg da, das ist mein Handtuch! von Mark Spörrle

Chaos, Katastrophen und Katla: Ein Hotelerlebnis der besonderen Art

So unterschiedlich die Erwartungen der Protagonisten an ihre Ferien sind, so verschieden verlaufen auch ihre Erlebnisse in Mark Spörrles unterhaltsamem Roman Weg da, das ist mein Handtuch!. Obwohl alle ihren Urlaub im gleichen Hotel auf einer spanischen Insel verbringen, könnten ihre Geschichten nicht kontrastreicher sein.

Vom Katla-Vulkan zur Badezimmerklinke – Petes geplatzte Pläne

Pete würde lieber sofort wieder abreisen: Auf Island soll der Vulkan Katla ausbrechen – genau das Ereignis, auf das er seit der Entwicklung seiner Theorie der „kreuzweisen Vorbeben“ wartet. Doch ein banaler Zwischenfall durchkreuzt seine Fluchtpläne: Die Klinke bricht ab, und Pete steht nackt und hilflos im Hotelbad.

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Sport: Sei kein Frosch, Schweinehund! – Satirische Selbstüberwindung mit Muskelkater-Garantie

Buchcover: Sei kein Frosch, Schweinehund!

Yoga, Jogging und schweißtreibende Schweinehund-Momente

Marvin Runnings humorvolles Fitnessbuch Sport: Sei kein Frosch, Schweinehund! beginnt mit einer schweißtreibenden Yogaeinheit. Herrchen, der Protagonist, versucht seinen inneren Schweinehund – genannt Marvin – zu überwinden. Im 40 Grad heißen Hot-Yoga-Studio leidet er 90 Minuten lang, während die Trainerin scheinbar keinen Tropfen schwitzt. Angeblich wird dabei nicht nur seine Schilddrüse massiert, sondern auch die Blutzirkulation seiner „Sexualorgane“ angeregt.

Beim nächsten Kapitel joggt Herrchen 75 Minuten durch den Wald – und stolpert dabei mitten in ein Liebesabenteuer auf der Wiese. Danach wird’s nass: Er schwimmt rund zwei Kilometer im Pazifik vor Hawaii, einem der weltweit besten Tauchgebiete.

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Wüste, Musik und verlorene Orientierung – eine Reise, die aus dem Ruder läuft

Cover von Ich weiß nicht von Jürgen Teipel

Einladung nach Mexiko – und ein unerwartetes Wiedersehen

Der namenlose Erzähler wird von Tere, einer Freundin, zu einem Techno‑Festival in Mexiko City eingeladen, um dort als DJ aufzulegen. Unerwartet taucht jedoch auch Teres Exfreund Tommy auf, womit sie nicht gerechnet hat. Sie war davon ausgegangen, dass Tommy freiwillig verzichtet und hatte nur deshalb den Erzähler eingeladen. Tere ist von Tommys Verhalten genervt, und auch zwischen Tommy und dem Erzähler herrscht spürbare Anspannung.

Begleitet von Rico, der die Reise organisiert hat, besucht das Dreiergespann auf Einladung des lokalen Goethe‑Instituts oder der kommunalen Musikschulen mehrere Städte, um tagsüber Vorträge und Diskussionen abzuhalten oder abends in Clubs aufzulegen.

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