
Einladung nach Mexiko – und ein unerwartetes Wiedersehen
Der namenlose Erzähler wird von Tere, einer Freundin, zu einem Techno‑Festival in Mexiko City eingeladen, um dort als DJ aufzulegen. Unerwartet taucht jedoch auch Teres Exfreund Tommy auf, womit sie nicht gerechnet hat. Sie war davon ausgegangen, dass Tommy freiwillig verzichtet und hatte nur deshalb den Erzähler eingeladen. Tere ist von Tommys Verhalten genervt, und auch zwischen Tommy und dem Erzähler herrscht spürbare Anspannung.
Begleitet von Rico, der die Reise organisiert hat, besucht das Dreiergespann auf Einladung des lokalen Goethe‑Instituts oder der kommunalen Musikschulen mehrere Städte, um tagsüber Vorträge und Diskussionen abzuhalten oder abends in Clubs aufzulegen.
Peyote in der Wüste – und ein Unfall mit Folgen
Irgendwann kommt der Erzähler auf die Idee, in der Wüste ein indianisches Ritual abzuhalten und Peyote‑Kakteen zu knabbern. Tere, Tommy und Rico schließen sich an, doch das Erlebnis bleibt weit hinter ihren Erwartungen zurück. Auf dem Rückweg hat Tommy einen Unfall, bei dem er sich zwei Rippen bricht und ins Krankenhaus muss. Tere und der Erzähler reisen ohne ihn weiter nach Acapulco und kommen sich dort endlich näher. Zum Festival in Mexiko City schleicht sich Tommy aus dem Krankenhaus. Da die Situation zwischen den Beteiligten inzwischen entspannter ist, ist die Freude groß, und nach dem Festival fahren alle gemeinsam zu den Pyramiden hinaus.
Sprachstil und Wirkung – ein Roman, der herausfordert
Die Sprache des Erzählers in Jürgen Teipels Kurzroman Ich weiß nicht ist gewöhnungsbedürftig und stellenweise schwer erträglich. Der namenlose Erzähler wirkt wie ein durchgeknallter Freak mit einer auffälligen Vorliebe für das Wort „total“, was dem Leser nach einigen Seiten deutlich auf die Nerven geht. Eigentlich geht es um Selbstfindung, doch kommt Teipels Plot nur selten über Banalitäten und einen esoterischen Anflug der Handlung hinaus. Das Buch fordert seine Leser stark heraus und entfaltet seinen besonderen Zugang zur Selbstfindung erst, wenn man sich auf den ungewöhnlichen Stil einlässt – vielleicht sogar mit derselben entspannten Haltung, mit der in dem Roman Haschkekse geknabbert werden.
Ich weiß nicht von Jürgen Teipel

Dumont Verlag 2010
Hardcover mit Schutzumschlag
128 Seiten
ISBN 978-3-8321-9578-6