Zwischen Radiotönen und starken Frauen – Ein Interview mit Eva Wagendorfer über Inspiration, Freundschaft und historische Leidenschaft

Foto von Eva Wagendorfer
Bildquelle: Eva Wagendorfer

Über Eva Wagendorfer

Eva Wagendorfer schreibt unter anderem unter diesem Pseudonym. Sie wurde in Passau geboren, wuchs in Bayern auf und sammelte im Anschluss an ihr Studium in Regensburg sowohl in Italien als auch in England berufliche Erfahrungen in verschiedensten Bereichen. Unter dem Namen Sophie Oliver, einem weiteren Pseudonym, veröffentlichte sie im Jahr 2016 ihren ersten Roman, dem zahlreiche weitere folgten. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, den beiden Kindern und einem Hund lebt sie heute auf dem Land.

Inspiration durch ein Familienerbstück

Grüß dich liebe Eva, dem Klappentext deiner Radioschwestern-Saga ist zu entnehmen, dass dich ein altes, seit vier Generationen in Familienbesitz befindliches Rundfunkgerät zu dieser Arbeit inspiriert hat. Kannst du unseren Lesern darüber etwas mehr verraten?

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Fesselnde Machtspiele im Schatten der Chefetage

Cover von Whisper Network von Chandler Baker

Schweigen aus Scham – ein strukturelles Problem

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz wird häufig aus Scham nicht zur Anzeige gebracht, und nach aktuellen Studien ist in Deutschland jede achte Frau davon betroffen. In dem Roman Whisper Network* von Chandler Baker arbeiten Ardie Valdez, Grace Stanton und Sloane Glover als Justiziarinnen bei Truviv in Dallas, dem Weltmarktführer für Sportbekleidung. Als der Geschäftsführer Desmond Bankole plötzlich einen Herzinfarkt erleidet und stirbt, kommt Chefjustiziar Ames Garrett als möglicher Nachfolger ins Gespräch. Die drei Frauen haben ihn auf ihre BAD‑Liste gesetzt und konnten nicht ahnen, dass ihre „Begrapscher-aus-Dallas-Liste“ veröffentlicht wird. Nun müssen sie eine Entscheidung treffen: Entweder verklagen sie ihre Firma und den Chef, bevor er befördert wird, oder sie riskieren den finanziellen Ruin. Ihre Entscheidung setzt eine Tragödie in Gang.

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Zwischen Bühne und Abgrund: Anne Enrights Roman Die Schauspielerin

Buchcover des Romans Die Schauspielerin

Die Suche nach der Mutter

In ihrem Roman Die Schauspielerin* lässt Anne Enright die Ich-Erzählerin Norah der Frage nachgehen, wer ihre Mutter wirklich war – nicht nur als öffentliche Figur, sondern als Mensch. Für Norah ist es bereits rätselhaft, dass ihre Mutter, die Schauspielerin Katherine O’Dell, ihren Geburtsort London geheim hielt. In Irland feierte Katherine erste Erfolge, die ihr als Sprungbrett für eine Karriere dienten, die sie ab Mai 1948 für dreiundzwanzig Jahre an den Broadway führte. Norah, die 1952 in Brooklyn geboren wurde, erinnert sich an die vielen Zigaretten, die ihre Mutter rauchte, und an deren übermäßigen Alkoholgenuss.

Der Zusammenbruch einer Schauspielerin

Schon früh berichtet Norah von einem Vorfall im Jahr 1980, bei dem ihre Mutter den Filmproduzenten Boyd O’Neill in den Fuß schoss.

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Zart wie Glas – Ein Leben zwischen Liebe, Zwang und gesellschaftlichen Grenzen

Cover von Das Mädchen aus Glas von Julie Hilgenberg

Ein Schicksal aus Glas

Unter der Bezeichnung Osteogenesis imperfecta, umgangssprachlich auch Glasknochenkrankheit genannt, verbirgt sich eine genetisch bedingte, selten auftretende Erbkrankheit, bei der die Knochen leicht brechen und die bis heute nur symptomatisch behandelt werden kann. Elisa von Treue, die Protagonistin des Romans Das Mädchen aus Glas* von Julie Hilgenberg, weiß seit ihrem siebten Lebensjahr, dass sie daran erkrankt ist. Ihre Eltern August und Pauline, die verständlicherweise sehr besorgt um sie sind, lassen Elisa seitdem kaum aus dem Haus. Ihr Arzt Johannes Friedmann verschreibt zu ihrem Schutz Medikamente, die sie ermüden und viel schlafen lassen. Sein Sohn Wilhelm ist für die Heranwachsende der einzige Freund.

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Verborgene Briefe, verlorene Liebe – und eine Reise ins Ungewisse

Cover von Die Hoffnung zwischen den Zeilen von Elin Olofsson

Ein Abschied, der alles verändert

Nachdem Uli, mit bürgerlichem Namen Ulrike Hartmann, erfahren hat, dass ihr Geliebter Johann Becker, den sie immer nur Hansi genannt hat, nicht mehr aus dem Krieg zurückkommen wird, will sie auf Anraten ihrer Freundin Hamburg verlassen und in Malmö eine Arbeit finden. Doch zuvor möchte sie sich von Hansis Mutter verabschieden, die ihr einen Stapel Briefe ihres toten Sohnes überreicht. Deren Absenderin ist Elsa Pettersson aus Krokom in Schweden.

Nach Kriegsende kommt Uli in Malmö zunächst als Dienstmädchen unter, ist jedoch nach ihrem Rausschmiss im Jahr 1949 entschlossen, Elsa Pettersson in Krokom aufzusuchen. Sie scheint die einzige Verbindung zu ihrem ehemaligen Geliebten Hansi zu sein, und Uli will erfahren, in welchem Verhältnis sie zu dem Mann stand, der ihr einst die Ehe versprochen hat.

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Vom Luxusleben zur Selbstfindung – Mias Neuanfang in Berlin

Cover von Gut in Schuss, mit leichten Macken von Bibo Loebnau

Ein Leben im Wohlstand

In den letzten Jahren hat Mia Severin ein luxuriöses Leben in einem der wohlhabendsten Ortsteile Berlins, in Dahlem, genossen. Mit ihrem Ehemann Marcus und dem inzwischen neunzehnjährigen Sohn lebte sie in einer Villa mit Garten und riesigem Pool, musste nicht selbst putzen und konnte sich jedes Jahr zwei kostspielige Urlaube leisten.

Nur durch Zufall entdeckte Mia eine Hotelrechnung ihres Mannes und weiß seitdem, dass es eine Andere gibt. Kurzerhand hat sie ihn aus dem Haus geworfen und blickt der Tatsache ins Auge, dass sie aufgrund der im Ehevertrag vereinbarten Gütertrennung mit leeren Händen dasteht.

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Zwischen Nordseeluft und Selbstfindung: Ein Roman über Mut, Freundschaft und neue Wege

Cover von Manchmal will man eben Meer von Sandra Girod

Eine Auszeit vom Alltag

Die Journalistin Yola Wolkenstein benötigt dringend eine Auszeit – sowohl von ihrer Ehe, die durch eine Affäre ihres Mannes belastet ist, als auch von ihrem Job in der Redaktion einer Frauenzeitschrift, wo zunehmende Konflikte mit ihrer Chefin die Arbeit erschweren. Da ihre vierjährige Tochter Janelle laut Kinderärztin dringend Nordseeluft braucht, entschließt sich Yola zu einer Mutter-Kind-Kur. Von der Vorstellung, drei Wochen in einer Kurklinik mit anderen Frauen und deren Kindern zu verbringen, ist sie allerdings wenig begeistert. Dennoch macht sie sich mit ihrer Tochter, die sie liebevoll „Wölkchen“ nennt, in einem zwanzig Jahre alten VW-Bulli auf den Weg von Hamburg in den Kurort Cuxhaven.

Vom Chaos zur Gemeinschaft

Bei ihrer Ankunft in der Klinik Seeburg herrschen chaotische Zustände, und Yolas Bedenken gegenüber der Mutter-Kind-Kur scheinen sich zunächst zu bestätigen.

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Zwischen rosa Badehose und Doppelmoral: Volker Surmanns Roman „Mami, warum sind hier nur Männer?“

Cover von Mami, warum sind hier nur Männer? von Volker Surmann

Ein Urlaub, der alles verändert

Während eines Familienurlaubs auf Sardinien kommt es zwischen Ilka und ihrem Mann Dennis zu einem Streit, nachdem er sie erneut mit einer anderen Frau betrogen hat. Hals über Kopf verlässt sie ihn daraufhin mit den beiden Kindern Thea und Felix. Doch wegen eines Motorschadens an ihrem Auto kommt sie nicht weit. Es bleibt ihr nichts anderes übrig, als ausgerechnet in einem Gay-Resort für eine Nacht unterzukommen.

Obwohl Helmer, der Betreiber des Schwulenhotels, Ilka und die Kinder nur widerwillig aufnimmt, macht er ihr am nächsten Morgen das Angebot, auch für die verbleibenden drei Tage bis zum Heimflug zu bleiben. Auf die pubertierende Thea und ihren sechsjährigen Bruder Felix, der bevorzugt eine rosa Badehose trägt, warten aufregende Tage. Sie machen Bekanntschaft mit Olga, einem Transvestiten, sowie einem schwulen Männerchor.

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Hebammerich – Wenn Liebe den Kreißsaal rockt

Buchcover: Hebammerich von Katrin Einhorn

Ein Jahrestag mit Hindernissen

Charlotte und Nils feiern ihren dreijährigen Jahrestag. Während Charlotte von Nils’ einfallslosem Geschenk enttäuscht ist, hat sie sich für ihn etwas ganz Besonderes ausgedacht: ein Wochenende in London inklusive Konzertkarten. Die Vorfreude währt jedoch nur kurz – denn Nils stellt fest, dass ausgerechnet an diesem Termin die Kölner Rockwoche stattfindet. Ein Streit ist vorprogrammiert.

Charlotte, die sich bereits Hoffnungen auf eine dauerhafte Beziehung gemacht hat, fühlt sich zunehmend vernachlässigt und unverstanden. Die meisten Samstagabende verbringt sie allein zu Hause, während Nils nur seine Band und sein Schlagzeug im Kopf hat. Für ihren Beruf als Hebamme interessiert er sich kaum und hört ihr nicht einmal richtig zu.

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Zwölf Frauen, zwölf Grenzmomente – Einblick in Nadine Kegeles „Annalieder“

Buchcover: Annalieder von Nadine Kegele

Schwestern, Erwartungen und ein Pailettenkleid

Helene wollte ihrer kleinen Schwester Anna nur ihren Freund Mats vorstellen, weil sie auf beide stolz war. Sie konnte nicht ahnen, dass sie Gefallen aneinander finden. Gestern Abend und heute in der Früh hat sie nichts gegessen, damit ihr Pailettenkleid gut sitzt. Eigentlich hat sie Glück, nicht in Annas Haut zu stecken, in ihrem weißen Kleid. „Anna sein“ und elf weitere Geschichten werden von Nadine Kegele in Annalieder* jeweils aus der Perspektive einer weiblichen Protagonistin erzählt.

Körper, Schmerz und fragile Begegnungen

Eine Frau greift in „Die Farbe Blut“ nach dem Duschgel und schneidet sich dabei mit dem Rasierer in die Brustwarze. Sie ist unsicher, ob sie zu ihrem praktischen Arzt oder zu ihrem Gynäkologen gehen soll.

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