Ein Mädchen zwischen Wald, Eule und Großstadt – Octobers Leben gerät aus dem Gleichgewicht

Cover von October, October - Die weite, wilde Welt wartet auf mich von Katya Balen

Kindheit im Wald und ein Leben fern der Stadt

Nach der Geburt von October zog es ihre Mutter immer häufiger wegen der dortigen Annehmlichkeiten in die Stadt, bis sie nach vier Jahren gar nicht mehr zurückkam – ein Umstand, für den ihre Tochter sie hasst. Seitdem lebt October allein mit ihrem Vater im Wald. Das Holzhaus hat er selbst gebaut, und beim weit entfernten Nachbarn Bill tauschen sie geerntetes Gemüse gegen Milchprodukte. Nur für dringend benötigte Dinge fahren sie mit dem Land Rover in den nächsten Ort. October liebt das Leben unter dem Sternenhimmel an der Seite ihres Vaters, mit dem sie in eiskaltem Wasser badet und sich anschließend am Lagerfeuer wärmt.

Eine Babyeule und ein folgenschwerer Fund

Nach einem Sturm dreht October mit ihrem Vater eine Runde mit dem Quad durch den Wald und entdeckt eine Babyeule. Sie kann nicht verstehen, dass sie sich nicht um das Tier kümmern darf, obwohl sogar der Wald jedes Jahr ihrer Hilfe bedarf, wenn die Kettensäge zum Ausdünnen der Bäume zum Einsatz kommt.

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Ein Hund im Krieg – Lockes Suche nach Glück, Heimat und den verlorenen Kindern

Cover von So riecht Glück von David Cirici

Ein zerstörtes Zuhause und ein Leben voller Hunger

Der Hund Locke erinnert sich an ein glückliches Leben vor dem Krieg. Bei den Eltern von Janinka und Mirek hatte er es warm, bekam täglich zwei volle Näpfe Futter und lag auf einer Decke im Körbchen. Doch dann weiß er nur noch, wie die Geschwister schrien, ein Blitz aufleuchtete und nichts mehr wie zuvor war. Erst als Männer die Trümmer des Hauses mit Mireks verbogenem Fahrrad und Janinkas Wollpullover wegräumen, versteht er, dass er sein Zuhause verloren hat.

Längst hat Locke Flöhe und Zecken, die er nicht mag, und Hunger. Die Märkte, auf denen früher Fressbares zu finden war, haben geschlossen. Vor den Geschäften schreien die Leute „weg da, dreckiger Köter“ und werfen Steine nach ihm.

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Zwischen Bühne und Abgrund: Anne Enrights Roman Die Schauspielerin

Buchcover des Romans Die Schauspielerin

Die Suche nach der Mutter

In ihrem Roman Die Schauspielerin* lässt Anne Enright die Ich-Erzählerin Norah der Frage nachgehen, wer ihre Mutter wirklich war – nicht nur als öffentliche Figur, sondern als Mensch. Für Norah ist es bereits rätselhaft, dass ihre Mutter, die Schauspielerin Katherine O’Dell, ihren Geburtsort London geheim hielt. In Irland feierte Katherine erste Erfolge, die ihr als Sprungbrett für eine Karriere dienten, die sie ab Mai 1948 für dreiundzwanzig Jahre an den Broadway führte. Norah, die 1952 in Brooklyn geboren wurde, erinnert sich an die vielen Zigaretten, die ihre Mutter rauchte, und an deren übermäßigen Alkoholgenuss.

Der Zusammenbruch einer Schauspielerin

Schon früh berichtet Norah von einem Vorfall im Jahr 1980, bei dem ihre Mutter den Filmproduzenten Boyd O’Neill in den Fuß schoss.

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Zart wie Glas – Ein Leben zwischen Liebe, Zwang und gesellschaftlichen Grenzen

Cover von Das Mädchen aus Glas von Julie Hilgenberg

Ein Schicksal aus Glas

Unter der Bezeichnung Osteogenesis imperfecta, umgangssprachlich auch Glasknochenkrankheit genannt, verbirgt sich eine genetisch bedingte, selten auftretende Erbkrankheit, bei der die Knochen leicht brechen und die bis heute nur symptomatisch behandelt werden kann. Elisa von Treue, die Protagonistin des Romans Das Mädchen aus Glas* von Julie Hilgenberg, weiß seit ihrem siebten Lebensjahr, dass sie daran erkrankt ist. Ihre Eltern August und Pauline, die verständlicherweise sehr besorgt um sie sind, lassen Elisa seitdem kaum aus dem Haus. Ihr Arzt Johannes Friedmann verschreibt zu ihrem Schutz Medikamente, die sie ermüden und viel schlafen lassen. Sein Sohn Wilhelm ist für die Heranwachsende der einzige Freund.

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Ein Herz voller Chaos – Charlies Welt zwischen Liebe, Düften und Abgründen

Cover von Das eiserne Herz des Charlie Berg von Sebastian Stuertz

Zwischen Auszug, Jagd und alten Wunden

Charlie Berg plant seinen Auszug aus dem Elternhaus und sieht sich bereits im Zivildienst, den er in einem Leuchtturm antreten soll. Anschließend, so sein Plan, will er einen Roman schreiben, der sein Durchbruch als Autor werden soll. Doch als er mit seinem Großvater Bardo auf die Jagd geht, wird nicht nur der Hirsch getroffen, sondern auch der Großvater – nebst einer weiteren Person. Als ob Charlie damit nicht genug Sorgen hätte, will Mayra, seine große Liebe aus Jugendtagen, den Gangster Ramón in Mexiko heiraten. Zu allem Ärger sitzt auch noch ihr Ziehvater Stucki im Gefängnis in Thailand und kann nur gegen Zahlung einer hohen Kaution freikommen, wozu sich Charlie als sein Patenkind verpflichtet fühlt.

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Zwischen Fragment und Dunkelheit: Eine kritische Betrachtung von Günter Abramowskis „das leichte ist im schweren“

Buchcover des Gedichtbands das leichte ist im schweren

Formale Auffälligkeiten und thematische Schwerpunkte

Wie gibt man den Inhalt eines Buches wieder, wenn dieser – wie im Fall des Gedichtbandes das leichte ist im schweren von Günter Abramowski – unverständlich bleibt? Zunächst fällt auf, dass sämtliche Wörter kleingeschrieben sind und oftmals eine Seite nur zu einem kleinen Teil mit wenigen Zeilen bedruckt ist. Reime, wie sie frühere Dichter in klassischer Form verwendet haben, sucht der Leser in diesem Band vergeblich.

Dafür sind einige Begriffe überdurchschnittlich häufig zu finden: Tod, Leben, Herz, Sklaven, Träume, Gott. Wenn von der Liebe die Rede ist, dann in negativer Form – etwa als verlorene Liebe. Auch Verrat ist ein wiederkehrendes Thema.

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Eoin Colfers Kinderbuch „Der Hund, der sein Bellen verlor“ berührt mit Tiefe, Wärme und leiser Magie

Cover von Der Hund, der sein Bellen verlor von Eoin Colfer

Ein Welpe zwischen Hoffnung und Schmerz

Das Kinderbuch Der Hund, der sein Bellen verlor erzählt die Geschichte eines jungen Hundes, der sein Leben zunächst im Kreis seiner vielen Geschwister und der Mutter genießt. Gelegentlich kommen Menschen und zeigen auf eines seiner Geschwister – der kleine Welpe sieht sie nie wieder. Eigentlich möchte er immer bei seiner Mutter bleiben, doch sie erklärt ihm, dass eines Tages der richtige Junge oder das richtige Mädchen kommen werde, bei dem er es viel besser hätte.

Als auch für ihn der Moment des Abschieds kommt, wird er in eine Kiste gesteckt, in der er lange ohne Futter und in eisiger Kälte ausharren muss. Zu Weihnachten holt ihn ein Junge aus der Kiste – der Welpe bellt vor Freude. Doch schon bald lächelt der Junge nicht mehr, lacht nur noch und zieht den jungen Hund am Schwanz hoch. Der Welpe bekommt schlechtes Futter und wird schließlich auf einer Müllhalde ausgesetzt.

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Ein Mord im Schnee – und die Frage nach Identität

Cover von Girl in Snow von Danya Kukafka

Der Fund am Spielplatz

An einem eisigen Morgen im Februar wird auf dem Spielplatz neben der Grundschule von Broomsville, einer Kleinstadt am Fuße der Rocky Mountains, die Leiche der fünfzehnjährigen Lucinda Hayes vom Hausmeister der Schule entdeckt. Da in der Nacht Schnee gefallen war, ist die Tote mit einer dünnen Schneeschicht bedeckt, die alle Spuren beseitigt hat. Die Tatwaffe und das Handy des Opfers sind verschwunden, und auch die Befragung der Anwohner liefert keine neuen Erkenntnisse.

Erste Ermittlungen

Bis zum späten Nachmittag hat es der Fall bereits in die landesweiten Medien geschafft. Die Mitarbeiter des Broomsville Police Department versammeln sich im Konferenzraum, um sich auf den neuesten Stand der Ermittlungen bringen zu lassen.

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Heimkehr nach Rom – und die Schatten der Vergangenheit

Cover von Wo die Geschichte endet von Alessandro Piperno

Ein Mann zwischen vier Ehen

Nach sechzehn Jahren kehrt Matteo aus dem kalifornischen Exil nach Rom zu seiner zweiten Ehefrau Frederica Zevi zurück. Der Tod seines Gläubigers hat ihm die Angst genommen, sodass er nun frei ist, heimzukehren. Vor fünfundzwanzig Jahren hatte er sich beim Skifahren Hals über Kopf in Frederica verliebt und ließ sich von seiner ersten Ehefrau scheiden – obwohl er mit ihr einen Sohn hatte. Frederica sieht seiner Rückkehr aus Los Angeles mit gemischten Gefühlen entgegen, denn im Exil gab es auch noch Ehefrau Nummer drei und vier.

Entfremdete Kinder und alte Freunde

In Rom wird Matteo lediglich von seinem alten Freund Tati empfangen – weder von seinem Sohn Georgio noch von seiner Tochter Martina aus zweiter Ehe. Georgio will mit seinem Vater nichts mehr zu tun haben und verweigert jedes Gespräch.

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