Romananalyse: Was das Meer nicht will von Daniela Gerlach

Zwischen familiären Zwängen und innerer Zerrissenheit

Buchcover: Was das Meer nicht will

Jährliche Rituale und familiäre Spannungen

Die namenlose Protagonistin des Romans Was das Meer nicht will* ist seit zwanzig Jahren mit dem Übersetzer Georg Brauckmann verheiratet. Gemeinsam besuchen sie jedes Jahr zu Weihnachten ihre allein lebende Mutter Erika, die großen Wert auf die Beibehaltung von Traditionen legt. Diese macht ihrer Tochter regelmäßig ein schlechtes Gewissen – wegen seltener Besuche und geplanter früher Abreise vor dem Jahreswechsel.

Im Sommer verbringen Georg und seine Frau regelmäßig drei bis vier Wochen im eigenen Appartement in Spanien. Für zwei dieser Wochen reist auch Erika an und wohnt im Gästezimmer. Doch die räumliche Nähe bringt Spannungen mit sich, und die Protagonistin fühlt sich zunehmend eingeengt. Georg behandelt sie belehrend und erinnert sie an ihren gemeinsamen Leistungskurs in der Schulzeit. Er ist pedantisch, überbesorgt und kritisiert sie oft, etwa bei kleinen Vergesslichkeiten.

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Als das Fernsehen noch ein Abenteuer war

Buchcover: Fernsehen gernsehen von Alexander Emmerich

Zwischen “Dalli Dalli” und “Captain Future”

Von Kindesbeinen an liebt Ben das Fernsehen, das er kennenlernt, als er mit seiner Mutter in das gleiche Haus zieht, in dem auch seine Großeltern leben. Wenn er bei ihnen zu Besuch ist, verfolgt er gespannt auf dem Schwarz-Weiß-Fernseher die Sendung Dalli Dalli*, die er aber nie zu Ende schauen darf, weil er pünktlich um 20 Uhr ins Bett gebracht wird. Erst ein paar Jahre später kann er in den Ferien auch einmal die zweite Hälfte der Sendung mit Hans Rosenthal verfolgen.

Anfang der 1980er Jahre ist die Zeichentrickserie Captain Future* nicht nur für Ben ein absolutes Highlight, sondern der ganze Kindergarten ist verrückt danach, und die Kinder spielen die Folgen mit Playmobilfiguren nach.

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Bloß nicht nüchtern! – Ein satirischer Leitfaden durch den Feierwahnsinn

Buchcover: Ich kann da nicht nüchtern hin von Falko Löffler

Was Einladungen wirklich verraten

Wer eine Einladung zu einer Feier erhält und sich denkt “Ich kann da nicht nüchtern hin”, erfährt aus dem Buch von Falko Löffler zunächst, was ihm bereits die Form der Einladung über die geplante Festlichkeit verrät. Je nach gewähltem Veranstaltungsort werden unterschiedliche Erwartungen an den Gast gestellt, und natürlich gibt der Gastgeber mit der Auswahl der Dekoration einiges über die Absichten der Feier preis. Der Leser erhält Tipps zur angemessenen Kleidung, zu möglichen Gesprächsthemen und sogar dazu, welche Krankheiten er vortäuschen könnte, falls er der Feier lieber fernbleiben möchte.

Von runden Geburtstagen bis zur Hochzeit

Besonderes Augenmerk legt der Autor auf Einladungen zu runden Geburtstagen, wobei er jedem Jahrzehnt ein eigenes Kapitel widmet, da jedes seine eigenen Besonderheiten aufweist.

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Ein tierisch schönes Weihnachtsfest mit Krokodil und Giraffe

Buchcover: Krokodil und Giraffe warten auf Weihnachten von Daniela Kulot

Vorfreude und kleine Katastrophen

Wieder ist ein Jahr vergangen, und Mama Giraffe, Papa Krokodil sowie die beiden Kinder Krokira und Raffolo freuen sich auf das kommende Weihnachtsfest. Während die beiden Kleinen ungeduldig sind und es kaum erwarten können, gibt es für ihre Eltern noch jede Menge zu tun.

Zunächst kümmern sie sich um einen Weihnachtsbaum, den die Familie gemeinsam aussucht. Doch der schöne, große Baum will einfach nicht durch die Eingangstür passen – eine erste Enttäuschung macht sich breit. Das nächste Malheur bahnt sich an, als Papa Krokodil den Kindern beim Ausrollen des Lebkuchenteigs helfen möchte. Auch das klappt nicht wie erwartet.

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Satirische Weihnachten mit Hans Scheibner: Ein Blick in „Wer nimmt Oma?“

Buchcover: Wer nimmt Oma? von Hans Scheibner

Familienchaos und Geschenkestress

In einer von über vierzig Gedichten und Geschichten, die sich rund um das Weihnachtsfest drehen, widmet sich Hans Scheibner in humorvoller Weise der Frage: Wer nimmt Oma? Wenn es unter ihren Kindern wieder einmal aufzuteilen gilt, bei wem sie den Heiligabend verbringen soll, ist Streit vorprogrammiert. Scheibner kritisiert in seinen Texten die Heuchelei der Menschen zu diesem sogenannten Friedensfest und die Tatsache, dass heutzutage immer teurere Geschenke gemacht werden. In einem Streitgespräch eines Ehepaares geht es darum, was mehr Freude bereitet: etwas zu bekommen oder etwas zu verschenken. Makaber wird es, wenn per Grundgesetz jedem Bürger aus Kostengründen nur noch fünfundsiebzig Lebensjahre zugestanden werden sollen.

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Plötzlich im Ruhestand: Kann diese Ehe das Abenteuer überstehen?

Buchcover: Liebling, kommst du? von Gaby Hauptmann

Ein unerwarteter Neuanfang

Nele Schäfer wird eines Morgens beim Frühstück von ihrem Mann Björn mit der Meldung überrascht, dass er mit erst achtundvierzig Jahren als Chef einer Bank von seiner Arbeit freigestellt wird. Während er darüber Freude empfindet und einer stressfreien Zukunft entgegensieht, schockt seine nur drei Jahre jüngere Frau der Gedanke, nun mit einem Rentner verheiratet zu sein.

In den dreiundzwanzig Ehejahren hat sich das gut situierte Paar zunehmend entfremdet und bis auf gemeinsame Urlaubswochen kaum Zeit miteinander verbracht. Björn will, dass sich das ändert, und bucht kurzerhand einen Flug nach Florida, wo ein Ford Mustang bereitsteht. Zuvor hat er sich aber unbedingt noch in einem Kfz-Kurs Mechanikerkenntnisse aneignen wollen, wobei er die attraktive Dana kennenlernt, die seine Tochter sein könnte.

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Chaos, Superkräfte und ein zwielichtiger Schurke – Leon wittert Gefahr

Buchcover: Die Rache der Superhelden von Heiko Wolz

Ein Meteorit und ein unerwartetes Auftauchen

Der zehnjährige Leon fühlt sich von seiner älteren Schwester Laura und den Eltern oft missverstanden. Ein Meteorit nähert sich mit großer Geschwindigkeit der Erde, und ein bekannter Wissenschaftler versichert – laut Nachrichtensprecher –, dass von ihm keinerlei Bedrohung ausgeht.

Doch plötzlich taucht Dr. Schröder, der wegen guter Führung vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen wurde, direkt vor Leon aus einem Gebüsch auf. Für Leon ist sofort klar, was der Schurke im Schilde führt. Er fühlt sich berufen, die Welt zu retten.

Eine Familie voller Superkräfte

Leons Mutter besitzt die Fähigkeit, alles in eine Eishöhle zu verwandeln und trägt deshalb den Namen IceMadam. Sein Vater Ray hat einen Laserblick, und Laura kann sich mit einem „Plopp“ quasi beamen.

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Kinderbuch-Rezension: „Der fliegende Dienstag“ von Müge Iplikçi

Buchcover: Der fliegende Dienstag von Müge Iplikçi

Eine kindliche Traumreise durch Istanbul

In dem Kinderbuch Der fliegende Dienstag* von Müge Iplikçi lebt die kleine Sibel mit ihren Eltern und den jüngeren Zwillingen Mehmet und Zara in Istanbul. Ihr sehnlichster Wunsch ist es, fliegen zu können. Beim Einkaufen für das bevorstehende Zuckerfest auf dem Dienstagmarkt verliert Sibel ihre Familie aus den Augen und versinkt in ihren Tagträumen. Auf der Suche begegnet sie einer älteren Frau, die im Müll nach Brauchbarem sucht, und lernt später deren Enkel Sinan und Dilek kennen. Traum und Wirklichkeit beginnen sich zu vermischen.

Istanbul, Bräuche und gesellschaftliche Realitäten

Die Autorin, geboren und aufgewachsen in Istanbul, vermittelt jungen Leser:innen viel Wissenswertes über die Stadt zwischen Europa und Asien, über die Türkei und ihre kulturellen Traditionen. Mithilfe zahlreicher Fußnoten erläutert sie Begriffe aus dem Text kindgerecht und informativ.

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Wenn ein Lächeln nicht reicht: „Happyface“ unter der Lupe

Cover von Happyface von Stephen Emond

Ein Teenager zwischen Einsamkeit und Selbstinszenierung

Der Comiczeichner Stephen Emond, bekannt durch die Figur Emo Boy und die Comicstrips Steverino, hat mit Happyface* seinen ersten Comic-Roman veröffentlicht.

Der Protagonist, ein 16-jähriger Teenager, verbringt seine Zeit vor dem Computer oder mit Zeichnen in seinem Skizzenbuch. Er ist weder besonders beliebt noch hat er viele Freunde. In Chloe ist er verliebt, doch für sie bleibt er nur ein guter Freund. Als sie beginnt, mit seinem älteren Bruder Everett auszugehen, trifft ihn das tief. Seinen Bruder hat er immer bewundert – er ist cool, sportlich und scheinbar in allem gut, worin er selbst versagt. Der Teenager fühlt sich von den beiden Menschen hintergangen, die ihm am meisten bedeuten.

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