
Persönliche Erfahrungen als literarischer Rohstoff
Thomas Biermann konnte für seine einunddreißig Gutenachtgeschichten für Manager* zumindest teilweise auf eigene Erlebnisse aus seiner langjährigen Tätigkeit als Manager und später als Professor für Betriebswirtschaft zurückgreifen. Wie zu erwarten, kreisen viele seiner Geschichten um Seminare und Konferenzen. So erkrankt ein Abteilungsdirektor etwa an „Morbus Meeting“, weil er irrtümlich glaubt, überall und jederzeit gebraucht zu werden. Auch ein Controller, der keinerlei Verständnis für die Arbeit an der Basis zeigt, kann fatale Folgen haben.
Der Autor erzählt vom Aufstieg einer Schreibkraft zur Direktionsassistentin und eines Lehrlings zum Vorstandsvorsitzenden, während sich ein anderer mit der Rolle des ewigen Stellvertreters abfinden muss.
weiterlesenGutenachtgeschichten mit Biss: Ein literarischer Streifzug durch das Managerleben


Als Frida ihrem Bruder Ole auf dem Totenbett verspricht, für seine Frau Luise zu sorgen, ahnt sie noch nicht, worauf sie sich einlässt. Nur unwillig gibt Frida dem Drängen ihrer Schwägerin nach, auf ihr Landgut zu ziehen, obwohl ihr die Lehrerkollegen davon abraten und sie ihre Möbel gar nicht alle unterbringen kann. Auch für einen Webstuhl ist kein Platz, so dass auch er zwischengelagert werden muss. Beim Transport kann ihr glücklicherweise Fritz, der Bruder von Luise, helfen. Ein gemütlich ausklingender Abend weckt bei ihm Hoffnungen, so dass er wenig erfreut ist, als er Frida in Begleitung von Tom, einem Untermieter auf dem Landgut, sieht. 
Helena Seeger erkennt nach dem Tod ihrer Mutter, dass ihr zunehmend depressiver Vater Herbert nicht länger alleine wohnen kann. Mit ihrer Schwester Irene will sie eine Lösung finden, doch will die sich auf keinen Fall um den Vater kümmern, da sie gerade eine Stelle als Schulleiterin angetreten hat. Stattdessen schlägt sie vor, dass Helena mit ihrem Sohn Jakob zum Vater ziehen soll. Überraschend zeigt sich Jakob von der Idee begeistert, weil damit auch für seine Freundin Annika genug Platz wäre. Da sich auch Helenas Freund Burkhard von dem Vorschlag Vorteile verspricht, lässt sich Helena schließlich überreden und zieht nach einem Umbau in das Haus mit Garten ihrer Kindheit ein.
Mit einer Sammlung von zwanzig makabren Kriminalgeschichten wartet das Buch Totgelacht von Manfred Koch auf. Da bewundert ein Kriminalkommissar tatsächlich einen Viersternekoch, der bei vierzehn begangenen Morden nicht die kleinste Spur hinterlassen hat. Ein Möbelhaus preist seine Besteckserie „Skalpellen“ und den neuen Lehnstuhl „Folteren“ an, ein vermeintlicher Neffe will den Onkel um sein Geld prellen, und ein Journalist muss von seinem Chef Vorhaltungen wegen schlampiger Recherchen einstecken. Angehende Meuchlerinnen und Meuchler wohnen einem Vortrag über den perfekten Mord bei, und ein Bankräuber kommt erst zu spät zu der Einsicht, wie nützlich Fremdsprachen sein können. 

Knut Knieping lebt mit seiner Frau Cecile und der 7-jährigen Tochter Fine in Düsseldorf. Selbst, als seine Frau zu einer Verabredung geht und er Fine beaufsichtigen soll, kann er es nicht lassen und muss seiner Laufsucht frönen: Im Keller reißt er dabei joggend den Wäscheständer um und wird zu seiner Schmach auch noch von Cecile auf frischer Tat ertappt. Zu einem Treffen mit Freunden im Fußballstadion ist Knut der Einzige, der auf alles Fahrbare verzichtet, was unschwer an seiner durchgeschwitzten Kleidung zu erkennen ist. Und wenn er sich schon einmal einen Tagesplan zurecht legt, wird der ganz sicher durch Aufgaben von seiner Frau durchkreuzt: Er ist zum Flicken ihrer Fahrradreifen verdonnert, wobei sich ungeahnte Probleme ergeben.