Die Rückkehr der Totgeglaubten – Wienke Haiens Spurensuche

Cover von Hauke Haiens Tod von Andrea Paluch und Robert Habeck

Ein unerwarteter Besuch

Nichtsahnend liegt Iven Johns eines Morgens im Bett, als ihn seine Freundin Iris weckt: Jemand wolle ihn sprechen. Eine ihm völlig fremde junge Frau begrüßt ihn mit den Worten: „Guten Morgen, Vater.“ Sie stellt sich als Elisabeth Schmidt vor und möchte wissen, warum er sie einst in ein Heim gegeben habe. Iven merkt schnell, dass mit ihr etwas nicht stimmt – der Behindertenausweis in ihrem Mantel bestätigt seinen Verdacht.

Die Nacht der Sturmflut

Allmählich dämmert Iven, wer die junge Frau wirklich ist. In jener Sturmflutnacht im Oktober war er Knecht auf dem auf einer Warft gelegenen Haienschen Hof. Elke Haien hatte ihm ihr Kind anvertraut, bevor sie ihrem Mann Hauke zu Hilfe eilte. Ein dänisches Fernsehteam rettete Iven und das Mädchen, während die Eltern in den Fluten umkamen. Zunächst kümmerte sich Hebamme Trina Jans um das schwachsinnig geborene Kind, bis Iven es später in Hamburg in ein Heim brachte.

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Tiefe Schuld – Ein Roman voller Geheimnisse, familiärer Brüche und einer raffiniert konstruierten Wahrheit

Cover von Tiefe Schuld von Laura Dave

Ein mysteriöser Todesfall an der kalifornischen Küste

Nachdem Liam Samuel Noone von der Klippe seines Cottage an der kalifornischen Küste zu Tode gestürzt ist, kann Sam, der Halbbruder der Innenarchitektin Nora, nicht an einen Unfall glauben. Als er nach über fünf Jahren endlich Kontakt zu Nora aufnimmt, fällt es ihm schwer, sie von seiner Vermutung zu überzeugen – zumal der Polizeibericht festhält, der Klippenrand sei aufgrund des Regens rutschig gewesen und es gebe keinerlei Hinweise auf Fremdverschulden.

Sam überreicht Nora das Testament, das ihr Vater erst in diesem Jahr erneut geändert hat. Er weiß, dass Joe, der Vetter des Vaters, lange mit ihm darüber gesprochen hatte. Schließlich folgt Nora Sams Bitte und fliegt mit ihm nach Windbreak. Dort erfährt sie überraschend, dass sie die neue Besitzerin des Cottage werden soll, während das milliardenschwere Imperium ihres Vaters künftig von Sam und seinem Zwillingsbruder Tommy geführt werden soll.

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Im Schatten des Boxrings: Ein Schüler, ein Geheimauftrag und eine Wahrheit, die brennt

Cover von Der Club von Takis Würger

Ein Jugendleben voller Schicksalsschläge

Nachdem Hans in der Schule verprügelt wurde, beginnt er mit dem Boxtraining und bestreitet bereits mit dreizehn Jahren seinen ersten Kampf. Zwei Jahre später fährt sein Vater ihn zu einem Turnier – und verunglückt tödlich. Der Junge gibt sich die Schuld. Kurz darauf stirbt auch seine Mutter: Sie erleidet beim Ernten von Schnittlauch einen allergischen Schock durch das Gift einer Honigbiene, weil sie ihrem Sohn ein Rührei zubereiten wollte.

Ein Internat im Bayerischen Wald – und die Einsamkeit

Tante Alex hält es nach dem Tod seiner Eltern für das Beste, den Fünfzehnjährigen auf das von Mönchen geleitete Johannes-Kolleg im Bayerischen Wald zu schicken. Pater Gerald ermöglicht Hans zwar, weiter zu trainieren, doch trotz aller Vertiefung in die Bücher bleibt er einsam.

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Zwischen Vergangenheit und Verlust: Almas Suche nach sich selbst

Cover von Alma von Federica Manzon

Eine Rückkehr nach Triest

Nachdem die dreiundfünfzigjährige Alma vor wenigen Wochen einen Brief ihres einstigen Geliebten Vili erhalten hat, in dem sie aufgefordert wird, den Nachlass ihres verstorbenen Großvaters entgegenzunehmen, reist sie in ihre Geburtsstadt Triest. Dort mietet sie sich ein Hotelzimmer und begibt sich auf die Suche nach Vili, den sie seit dreißig Jahren nicht mehr gesehen hat.

Erinnerungen, die in die Habsburgerzeit zurückführen

Soweit zum aktuellen Geschehen in dem aus dem Italienischen von Verena von Koskull übersetzten Roman Alma von Federica Manzon. Übergangslos wechselt die Autorin zu Ereignissen der Vergangenheit – ein Stilmittel, das vom Leser Konzentration verlangt, zumal der Roman konsequent im Präsens erzählt wird. Ein Großteil der Handlung spielt in der Habsburgerzeit, als sich im Café Stella Polare in Triest das mitteleuropäische Bürgertum traf. Auch Alma kehrt nach Jahrzehnten dorthin zurück, weil sie dort viele glückliche Stunden ihres Lebens verbracht hat.

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Auf der Suche nach dem fehlenden Ende eines Traums

Cover von Der Traum des Nomaden von Jonas Pöltl

Ein junger Nomade und ein rätselhaftes Amulett

Mit siebzehn Jahren verlässt der in der Wüste geborene Nael seinen Stamm, um Traumdeuter aufzusuchen, die ihm seinen immer wiederkehrenden Traum erklären sollen. Als Diebe seine Trinkschläuche stehlen und ein Amulett mit einem schwarzen Skorpion zurücklassen, eilt ihm Cato, der Hofnarr des Sultans, zu Hilfe. Nachdem Nael dem Sultan vorgestellt wurde, setzt er seine Reise fort und trifft auf den Angreifer Dorian, der ebenfalls das ihm bekannte Amulett trägt. Dorians Bruderschaft verfolgt das Ziel, „die Welt so zu bewahren, wie sie heute ist“.

Begegnungen, Prüfungen und ein unvollendeter Traum

Auf seiner Reise begegnet Nael dem blinden Alvar, der ihn während eines Angriffs lehrt, Pfeile abzufeuern. Nael staunt über die Treffsicherheit des Blinden. Nach ihrem Abschied erreicht er den Tempel auf dem Berg und trifft dort auf vier Traumdeuter.

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Zwischen Villa und Armut: Alices Flucht in die andere Welt

Cover von Hinter Glas von Julya Rabinowich

Ein behütetes, aber kaltes Zuhause

Die achtzehnjährige Alice lebt mit ihrem Vater und dessen Ehefrau – einer ehemaligen Schauspielerin – in einer Villa mit Swimmingpool und einem großen Garten, den sie sich mit ihrem Großvater teilt. Dieser bewohnt die größere Villa nebenan gemeinsam mit einer Hausangestellten.

Eines Tages kommt mit Niko ein neuer Junge in ihre Klasse, in der man Alice – allen voran die boshafte Rosa – seit dem letzten Jahr das Leben zur Hölle macht. Nachdem sie von den anderen auf einer Wiese eingekreist wird, kommt ihr Niko überraschend zu Hilfe. Auf der Klassenfahrt erleidet Alice eine schmerzhafte Ohrentzündung und muss vorzeitig nach Hause. Umso erfreuter ist sie, als Niko plötzlich vor ihrem Haus steht, weil er sie vermisst habe und deshalb ebenfalls zurückgefahren sei.

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Zwischen zwei Welten: Mo auf der Suche nach sich selbst

Cover von Mo & Moritz von Julya Rabinowich

Ein Neuanfang wider Willen

Mo lebt mit seinen Eltern, seinem älteren Bruder Faris und seiner erst dreizehn Jahre alten Schwester Maryam in Wien; die Geschwister müssen sich ein Zimmer teilen. Nach einem Eklat muss er die Schule verlassen und weigert sich, auf Drängen seiner Mutter etwas zuzugeben, das er nicht getan hat. Durch einen Tipp seiner Schwester bewirbt er sich – in billiger Jeans und einem vom Vater geliehenen Mantel – bei einem piekfeinen Friseurladen um eine Ausbildungsstelle. Er kann sein Glück kaum fassen und erhält bei Meister Franz den begehrten Ausbildungsplatz.

Erste Irritationen und leise Gefühle

Als Mo sich mit einem Foto für eine Fotostrecke beteiligen soll, ist er drei Wochen später auf dem Cover einer Zeitschrift zu sehen. Während Maryam ganz hingerissen ist, kommentiert sein Bruder dies nur mit „Scheiß-Schwuler“, woraufhin der Vater ihn rügt: Keiner seiner Söhne würde eine solche Schande über die Familie bringen.

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Zwischen Trauma und Hoffnung – ein Roman, der nachhallt

Cover von Die Frauen der Familie von Katherena Vermette

Wer sind die Indigenen? Ein notwendiger Einstieg

Indigene sind die Nachkommen der ursprünglichen Bevölkerungen eines Landes – Menschen, deren Kulturen, Sprachen und Traditionen bereits vor der Kolonisierung existierten. Zu ihnen zählen unter anderem die Indianer Nord- und Südamerikas, die Aborigines in Australien, die Māori in Neuseeland, die Inuit der Polarregion, die Sami Nordeuropas sowie zahlreiche indigene Gruppen in Bolivien, Guatemala und Peru.

Katherena Vermette, selbst indigene Kanadierin, weist in ihrem Roman Die Frauen der Familie in einer einleitenden Warnung darauf hin, dass das Buch für viele Leserinnen und Leser mit traumatischen Erfahrungen belastend sein kann. Umso bewusster habe sie „Liebe und Hoffnung“ in ihre Texte gelegt.

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Zwischen Pseudonym und Wahrheit: Der lange Weg der Vera Albach

Cover von Es könnte so einfach sein von Anne Handorf

Der Beginn einer ungewöhnlichen Karriere

Der Roman Es könnte so einfach sein von Anne Handorf erzählt die Geschichte der Bestsellerautorin Vera Albach, die sich als Schriftstellerin in einer Männerwelt behaupten muss. In den 1960er Jahren arbeitet sie als Stenotypistin im Vorzimmer von Gustav Bigalke, dem Inhaber eines familiengeführten Verlags für Romanhefte und Bücher.

Als Siegfried Dunckel, Autor der erfolgreichen Heftroman-Serie „Klinik am See“, ein unvollständiges Manuskript einreicht und danach nicht mehr erreichbar ist, überarbeitet Vera einige Stellen nach ihren Vorstellungen und vervollständigt das Werk. Bigalke ist am nächsten Morgen von ihrer Arbeit begeistert – und so geht Veras erster Heftroman in den Druck. Die Serie wird erfolgreicher als je zuvor. Vera erhält zwar einen Autorenvertrag, doch zu ihrem Leidwesen erscheinen die Romane weiterhin unter dem Namen Siegfried Dunckel.

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