
Aufbruch ins Ungewisse
Isabel ist 45 Jahre alt, lebt in Hamburg und ist mit dem Physiklehrer Carsten verheiratet. Nicht nur das Verhältnis zur 16-jährigen Tochter Lisa gestaltet sich zunehmend schwierig – Isabel verliert auch noch ihren Job als Synchronsprecherin. Als ihr Mann sie für zu alt hält, um eine neue Rolle als Schauspielerin anzunehmen, und ihr stattdessen eine Kur empfiehlt, fühlt sie sich „ziemlich mitgenommen“. Sie will nur noch weg und frei sein.
Ohne Gepäck steigt sie kurzerhand in das Auto einer über Siebzigjährigen, die auf dem Weg nach Prag ist. Während der Fahrt erfährt Isabel von Viktoria, dass Prag nur die erste Station ist – das eigentliche Ziel lautet Istanbul. In der Türkei möchte die alte Dame ihren früheren Verlobten Can wiederfinden, den sie vor 48 Jahren zuletzt gesehen hat.
weiterlesenEine Reise zu sich selbst – Rezension zu „Ziemlich mitgenommen“ von Mia Sassen
Der Privatermittler und ehemalige Polizist Robert Kettner, von allen nur Steiger genannt, ist auf dem Weg zu einem Kunden und kollidiert mit einem Motorradfahrer, der sich gerade noch rechtzeitig in seinen Wagen retten kann. Steiger spürt dessen Todesangst und tritt das Gaspedal durch, als er merkt, dass sie verfolgt werden. Noch bevor Steiger von seinem Beifahrer eine Erklärung bekommen kann, ergreift dieser die Flucht. Der Privatermittler fühlt sich zunächst sicher, doch als er feststellen muss, dass ihm jemand nach dem Leben trachtet, bittet er seine Exfrau Claudia, eine Anwältin, um Hilfe.
Nicolas Hollmann, der Besitzer eines Weinguts am Rio Douro in Portugal, ist mit seiner Lebensgefährtin Rita bei ihren Eltern in Würzburg zu Besuch. Gemeinsam mit ihrer Tochter Rebecca sind sie in einem beengten Zimmer in dem kleinen Einfamilienhaus untergebracht und Ritas Verhältnis zu ihren Eltern ist von täglichen Konflikten geprägt. Nicolas Hollmann nutzt den Aufenthalt in Deutschland, um Kunden aufzusuchen und auf verschiedenen Weingütern fränkische Weine zu probieren. Auf Initiative von Ritas Mutter erhält er eine Einladung zur Wahl der fränkischen Weinkönigin und als wichtiger, ausländischer Weinproduzent sitzt er in der Jury. Bei der Wahl lernt er den Winzer Hans Kästner kennen, der ihm für seinen weiteren Aufenthalt die kostenlose Benutzung eines Gästeapartments auf seinem Weingut in Nordheim anbietet.
Um schon Kindergartenkindern ein Verständnis für die unterschiedlichsten Farben zu geben, hat sich Yusof Gajah für sie eine kleine Geschichte ausgedacht, die mit dem Kinderbuch „Wer hat den roten Ball?“ veröffentlicht wurde. Da der Künstler und Autor selbst aus Malaysia stammt und Elefanten über alles liebt, ist es nicht verwunderlich, dass die Geschichte von verschieden farbigen Elefanten handelt. Auf dickem Karton gedruckt, deren Seiten bereits Zweijährige umblättern können, werden immer auf einer Doppelseite zwei von insgesamt sieben Farben vorgestellt, wobei die eine Farbe durch einen bunten Ball und die andere durch einen bunten Elefanten dargestellt wird. Auf der einen Seite stehen maximal zwei kurze Sätze, die den Kleinen vorgelesen werden können. Bei den meisten Kindern werden sich die kurzen Texte schnell einprägen und ganz automatisch verbinden sie die Adjektive, die eine Farbe bezeichnen, mit der entsprechenden Farbe des Balls oder des Elefanten.
Der neunjährige Lasse lebt mit seinem vier Jahre jüngeren Bruder Julius sowie den Eltern auf einem Bio-Bauernhof. Seine Oma näht ihm ein Superman-Kostüm, allerdings hat sie aus Unwissenheit ein B anstelle eines S aufgenäht. Auch nicht schlecht, denkt sich Lasse, schließlich kann auf einem Biohof auch ein BioBoy leben und weil er gerne neue Wörter erfindet, nennt er sich nur noch BioBoi.
Peer Müller ist Facharzt für Nervenheilhunde und Psychotherapie und gerade mit seiner Frau Kerstin und den beiden Kindern in ein altes Haus gezogen. So attraktiv und anziehend er seine neue Nachbarin Veronika Meier findet, so ödet ihn seine Frau an. Ihr Hüftumfang ist über die Jahre enorm gewachsen, sie lässt kein gutes Haar an ihm, keift nur und leidet unter chronischen Kopfschmerzen. Da sie aber auch weiterhin ihrem Beruf als Juristin nachgeht, gehört es gelegentlich zu seinen Aufgaben, die Kinder Janine und Kendrick zu beaufsichtigen oder sie zum Kindergarten zu bringen. Da trifft es sich prima, dass sich Veronika gerne aufopferungsvoll um die Kleinen kümmert, wofür sie Peer umso mehr bewundert. Wissbegierig will er mehr über diese Frau erfahren und betätigt sich abends als Spanner. Von seinem Kollegen im Krankenhaus verlangt er außerdem Einsicht in die Krankenakte ihres Mannes. Wieder einmal ist Peer von sich selbst mehr als überzeugt und ist der Meinung: „Na also, geht doch!“
Eigentlich hat sich Kommissarin Julia Durant auf einen Urlaub in Südfrankreich gefreut, als ihr Vater einen Schlaganfall erleidet. Glücklicherweise kümmert sich ihr Freund um den alten Mann, da Julia dringend bei der Frankfurter Mordkommission gebraucht wird. Denn ihr Kollege Frank Hellmer wird zunächst mit der Leiche einer über zwei Jahre vermissten Elfjährigen konfrontiert und als nächstes wird der erst siebzehnjährige Mathias Wollner tot aufgefunden. Mit in seinen Bauch eingeritzten Zeichen hat er offensichtlich eine Botschaft hinterlassen wollen, die jedoch niemand zu deuten vermag. Plötzlich verschwindet die fünfzehnjährige Eva Stevens, die bei ihrer Freundin Greta Leibold übernachten wollte und zu allem Überfluss muss sich Frank Hellmer auch noch um seine dreizehnjährige Tochter Stephanie Sorgen machen.
Spieleabende, bei denen Rollen- oder Strategiespiele gespielt werden, kann Sebastian nichts abgewinnen, denn es geht immer ums Gewinnen, wozu er keinen Ehrgeiz hat. Also verlässt er wieder einmal Berlin, um nach Stockholm zu fahren, wo er durch die Wälder fährt, aber nirgendwo einen Elch findet. Dafür begegnet er in einem Café in Södermalm mehreren jungen schwedischen Männern, die mit ihren dunkelblonden Bärten aussehen wie Wikinger und besser und akzentfreier Englisch sprechen, als echte Engländer. Am Abend geht er in einen Club, in dem ausschließlich Berliner Elektromusik gespielt wird und begegnet einem wunderschönen Mädchen in einem riesigen, schwarzen Sackkleid von Acne. Am nächsten Tag beschließt er in einen Naturpark zu fahren, denn besser ein Elch in einem Gehege, als gar keiner. Doch findet er am Zaun den Hinweis: „No elk today“.
Die Studentin Emily Richter schreibt für die Rheinische Post eine dreiteilige Reportage über einen Mörder, dem vor über fünfhundert Jahren in dem kleinen Örtchen Zons mehrere Frauen zum Opfer fielen, die er gefoltert und vergewaltigt hat. Zudem hat er ihnen die Haare geschoren und mit einer Rasierklinge Zeichen in die Kopfhaut geritzt. Emily begibt sich für ihre Recherchen mit ihrer Freundin Anna, die noch sehr unter der Trennung von ihrem Freund Martin leidet, ins Kreisarchiv. Sie berichtet Emily von einem seltsamen Mann, der sie in einer altertümlichen Sprache angeredet hat, was jedoch schnell wieder in Vergessenheit gerät, als sie im Archiv von einem Archivar empfangen werden, der ihnen beiden Angst einflößt. Aus den Unterlagen geht hervor, dass der Stadtwächter Bastian Mühlenberg seinerzeit mit den Ermittlungen beauftragt war. Bei der Entschlüsselung der in die Köpfe der toten Frauen geritzten Zeichen muss er einen Wettlauf mit der Zeit angetreten haben, als das Leben seiner Verlobten auf dem Spiel stand.
Tauche ein in die 1960er Jahre des Ruhrgebiets – mit achtzehn liebevoll erzählten Geschichten über Kindheit, Sehnsucht und das Leben in Gelsenkirchen-Schalke. Elke Schleich lässt Erinnerungen lebendig werden und verwebt Lokalkolorit mit Zeitgeschichte.