Annalieder von Nadine Kegele

AnnaliederHelene wollte ihrer kleinen Schwester Anna nur ihren Freund Mats vorstellen, weil sie auf beide stolz war. Sie konnte nicht ahnen, dass sie Gefallen aneinander finden. Gestern Abend und heute in der Früh hat sie nichts gegessen damit ihr Pailettenkleid gut sitzt. Eigentlich hat sie Glück nicht in Annas Haut zu stecken in ihrem weißen Kleid. „Anna sein“ und elf weitere Geschichten werden von Nadine Kegele in „Annalieder“ jeweils aus der Perspektive einer weiblichen Protagonistin erzählt.

Eine Frau greift in „Die Farbe Blut“ nach dem Duschgel und schneidet sich dabei mit dem Rasierer in die Brustwarze. Sie ist unsicher, ob sie zu ihrem praktischen Arzt oder zu ihrem Gynäkologen gehen soll. Eine andere mit einer birnenförmigen Figur wie ihr Kontrabass kann in „Nie einen Rosengarten“ Gebärfreude nicht nachvollziehen, weil sie weder Schmerzen noch Kinder mag.

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Die schlimme Zeit zwischen Aufstehen und Hinlegen von Marcus Gärtner (Hrsg.)

Die schlimme Zeit zwischen Aufstehen und HinlegenInsgesamt haben sich fünfzehn namhafte Autoren in vierzehn Geschichten Gedanken über „Die schlimme Zeit zwischen Aufstehen und Hinlegen“ gemacht, woraus eine Anthologie gleichen Titels entstanden ist. Ihre schriftstellerische Kreativität hat in einer der Geschichten zu einem Mord im Skiurlaub geführt und in einer weiteren einen Jogger eine Leiche finden lassen. Manch ein Protagonist simst lieber als zu telefonieren und ein unter Onaniezwang leidender Professor landet in einer Nervenklinik. Der Leser erfährt etwas über einen Schriftsteller, der vor zwölf Uhr mittags keine Anrufe entgegen nimmt, trotzdem aber nicht faul ist und ebenso wie seine Berufskollegen süchtig den Verkaufsrang bei Amazon beobachtet. Ein Familienvater baut für den Weltuntergang heimlich einen Bunker und ein Autor muss seinem Lektor absagen, weil er im Urlaub statt der erhofften Ruhe störende Animationsprogramme über sich ergehen lassen muss. Manche Menschen haben Probleme mit der Wiedererkennung von Gesichtern und andere können sich keine Geheimnummern merken, was im einen Fall zu Verwicklungen und im anderen zu bösen Überraschungen geführt hat.

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Viele brauchen Erfahrung, wir haben sie… von Wolfgang Sternkopf (Hrsg.)

Gedanken… 50plus!

Viele brauchen Erfahrung, wir haben sie...Das Buchprojekt „Viele brauchen Erfahrung, wir haben sie…“ ist nach einer Idee von Wolfgang Sternkopf entstanden, der das Buch auch herausgegeben hat. Die Texte zum Thema „50plus“ sollten jedoch nicht allein von Schriftstellern geschrieben werden und so wurden über die Initiative „Best Ager“ in vielen Städten des Ruhrgebiets Besucher der Job-Clubs für das Projekt gewonnen. In vier Workshops an insgesamt zwölf Abenden haben die Teilnehmer mit professioneller Hilfe der Autoren Eva von der Dunk, Brigitte Werner, Renate Queke, Ulrich Breitbach und Josef Krug Texte erarbeitet und bei einer der nächsten Zusammenkünfte vorgestellt. Der Fotograf Uwe Jesiorkowski hat dies in Bildern festgehalten und Klaus Poetsch hat einige Karikaturen zur Auflockerung der Texte beigetragen. Am Ende ist der Name Programm, denn Dr. Stefan Lob hat das Nachwort zu dem Buch verfasst.

„Gedanken… 50plus“ ist auf dem Cover von „Viele brauchen Erfahrung, wir haben sie…“ zu lesen, doch das Buch kann nicht halten, was der Titel verspricht. „Übung, Erfahrung, Fähigkeiten, Weitblick, Wissen, Menschenkenntnis, Praxis …“ sind einige der Begriffe einer Schlagwortwolke auf dem Cover und genau zu diesen Themen erwartet der Leser nun Beiträge der über Fünfzigjährigen, die solche Fähigkeiten besitzen.

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Antonia auf Abwegen von Annette Sand

Antonia auf AbwegenDie Journalistin Antonia Weißenbach blickt in der Erinnerung zurück auf ihre Kindheit. Sie denkt an alte Schulkameraden und besonders eine ehemalige Lehrerin, Frau Drumme, die ihr das Leben zur Hölle machen konnte. Als Antonia langsam erwachsener wurde, wollte sie die Welt verändern. Ihre Gedanken schweifen heute zurück zu den 68er Revolten, zu Rudi Dutschke, der RAF um Andreas Baader und Ulrike Meinhof sowie zu der Schleyer-Entführung.

Bei Hanns, der sie einfach „mein Mädchen“ nannte, entdeckte sie das Manifest von Marx und Engels, während sich ihr Hass auf die bürgerliche Gesellschaft steigerte. Im Jahr 1982 wurde Kohl zum Bundeskanzler gewählt, was sie für einen schlechten Witz hielt. Antonia erinnert sich, dass sie mit Hanns gerne die Doors, Jimi Hendrix oder auch Pink Floyd gehört hat. In der Politik tauchten neue Namen wie Petra Kelly und Otto Schily am Horizont auf.

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Berühr mich! von Laura Young

Berühr mich!Während in „Wahrheit oder Pflicht“ der dreißig Jahre ältere Ehemann zum Hochzeitstag eine ganze Footballmannschaft angeheuert hat, um es seiner jungen Ehefrau einmal richtig zu besorgen, ist der Ehemann in „Yacht der Sünde“ völlig ahnungslos. Denn eigentlich hat er den jungen Antoine als Skipper angeheuert.
In „SexPumps“ findet Erica nicht nur kostbare Designerschuhe in Dave’s ShoeHouse, sondern auch die Erfüllung ihrer erotischen Fantasien. Aneta bucht einen „LadiesGangBang“ mit sieben Männern, damit sie endlich einmal einen Orgasmus beim Sex erleben kann. Und Betty schreibt in „Dein ergebener Sklave“ einem unbekannten Kollegen aus dem Büro E-Mails, woraus sich einige Verwicklungen ergeben.

Obwohl Joanna nur ihre Zwillingsschwester Carol in „Gogo-Tänzerin“ vertritt, kann sie mit einem Lapdance ihren Exfreund Mike zurückgewinnen. In „CallBoy“ beschließen Sara und ihre beste Freundin Susan aus einer Champagnerlaune heraus, einmal Sex gegen Bezahlung zu haben. Wobei sich Sara für den Sex bezahlen lässt und Susan sich einen Callboy gönnt.

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Ich will dich jetzt und hier von Trinity Taylor

Ich will dich jetzt und hierDie Abgrenzung zwischen Erotik und Sex ist in der heutigen Zeit immer schwieriger zu ziehen, denn für viele Menschen gibt es da keinen Unterschied mehr. Immerhin definiert sich Erotik als sinnliche Liebe, die sich nicht nur auf animalische Triebe stützen sollte. So lässt sich auch darüber streiten, ob die sechs Geschichten von Trinity Taylor in ihrem Buch „Ich will dich jetzt und hier“ erotischer Natur sind oder nicht.

Die Schauspielerin Lilliam wurde Zeugin einer Vergewaltigung mit anschließendem Mord, woraufhin ihr zum Schutz ein Cop zur Seite gestellt wird. Mit ihm erlebt sie in doppeldeutiger Hinsicht aufregende Stunden.
Rose erhält ihre Entlassungspapiere und beschwert sich darüber bei ihren Freundinnen Karen und Trudy. Die entführen und fesseln kurzer Hand den früheren Chef, den Steuerberater William Lambert. Nachdem erst die beiden Frauen ihren Spaß mit William haben, bekommt auch Rose vom Zusehen Gefallen an dem Spiel.

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Literarische Provokation mit Tiefgang: Philip J. Dingeldeys „Koitus mit der Meerjungfrau“

Buchcover Koitus mit der Meerjungfrau

Gesellschaft am Abgrund – Geschichten, die nicht wegsehen

In seinem Buch Koitus mit der Meerjungfrau* präsentiert Philip J. Dingeldey neun Kurzgeschichten, die sich mit den Schattenseiten der Gesellschaft auseinandersetzen. Thematisiert werden unter anderem das Schicksal einer seit zehn Jahren obdachlosen Frau und eines studierten Philosophen, der von Arbeitslosengeld II lebt und bei der Tafel für Essen ansteht. Zwei Journalisten, die über ein Massaker an Dorfbewohnern in der Wüste berichten wollen, werden selbst auf brutale Weise zu Opfern. Weitere Figuren sind ein Mann, der sich Essen aus der Suppenküche holt, ein zum Tode Geweihter, der sich an eine „Vergessensmaschine“ anschließt, sowie der brave Hiob, der seinen Glauben an Gott verliert. Besonders verstörend ist die Geschichte eines Priesters, der sich im vermeintlichen Glauben an Gottes Willen auf brutalste Weise an einem Ministranten vergeht.

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Homophiliastica – ich schlaf mit wem ich will!

Homophiliastica – ich schlaf mit wem ich will!In der Antike war die gleichgeschlechtliche Liebe noch etwas ganz Natürliches, wenn damit auch vordergründig die Liebe eines erwachsenen Mannes zu einem Jüngling gemeint war. Im 4. bis 5. Jahrhundert hat sich die Einstellung zur Homosexualität mit der Ausbreitung des Christentums, das die Sexualität auf die Ehe beschränkte, grundlegend geändert. Gleichgeschlechtlicher sexueller Verkehr wurde mit dem Tod bestraft und in Deutschland erst 1969 legalisiert. In vielen Ländern der Erde drohen auch heute noch hohe Strafen bis hin zur Todesstrafe. Es ist in diesem Zusammenhang interessant, dass in einigen Ländern die Todesstrafe nur für Männer gilt, wogegen die gleichgeschlechtliche Liebe für Frauen legal ist. Von Bedeutung ist auch, dass sich Biologen nur schwer mit der Tatsache anfreunden konnten, dass es in der Tierwelt eine Schwulenrate gibt. Im Jahr 2006 fand in Oslo eine Ausstellung statt, die sich auf das umstrittene Buch „Biological Exuberance“ von Bruce Bagemihl stützte, wonach Giraffen, Wale, Delfine und Königspinguine Gefallen an gleichgeschlechtlichen Artgenossen haben. Die Schwulenrate soll bei Rosenkakadus 40% betragen und sogar 80% der Zwergschimpansen sollen bisexuell sein.

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Hugo – Der unwerte Schatz von Tino Hemmann

Hugo - Der unwerte SchatzTino Hemmann greift in der Erzählung „Hugo – Der unwerte Schatz“ das wohl düsterste Kapitel der deutschen Vergangenheit auf: Die systematische Tötung von geistig und körperlich Behinderten sowie all derer, die nicht ins System der Nationalsozialisten passten. Um dem Leser die unfassbaren Gräueltaten schildern zu können, bedient sich der Autor einer fiktiven Geschichte um einen Jungen, der stellvertretend für das Schicksal viel zu vieler Kinder steht:

Hugo erblickt am 24. Dezember 1931 in Leipzig das Licht der Welt. Sein Vater weiß, dass dieses Kind nicht von ihm ist und misshandelt den erst acht Monate alten Knaben mit einem Schürhaken. Er straft das Kind mit Verachtung und prügelt es oft bis zur Bewusstlosigkeit. Aus tiefster Verzweiflung erschafft sich Hugo einen imaginären Zwilling, den er Fritz nennt und der an seiner Statt die Prügel vom Vater bezieht. Bei der Untersuchung zur Einschulung stellt der Arzt zwar fest, dass der Junge überdurchschnittlich begabt ist und bereits abstrakte Aufgaben lösen kann. Doch erst seine Selbstgespräche, die er mit Fritz führt, erregen die Aufmerksamkeit des Arztes, der von dem Krankheitsbild einer gespaltenen Persönlichkeit fasziniert ist.

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Die Manon Leseaut von Turdej von Wsewolod Petrow

Die Manon Leseaut von TurdejVon Puccini gibt es eine Oper mit dem Titel „Manon Lescaut“, deren Handlung auf dem Roman „Geschichte des Chevalier des Grieux und der Manon Lescaut“ basiert. Der wiederum war Vorlage für die Novelle „Die Manon Lescaut von Turdej“ von Wsewolod Petrow. Der Begriff der Manon Lescaut steht für Schönheit und eine Frau, die für die Liebe wie geschaffen ist, aber auch für Verrat und Unglück.

Mit seinem Kollegen Aslamasjan ist ein Offizier, der unter heftigen Anfällen mit Atemnot und Todesangst leidet, zum Militärspital abkommandiert. Auf dem Weg zur Front teilen sie sich mit Anderen einen Waggon, unter ihnen die Ärztin Nina Aleksejewna und die Schwester Vera Muschnikowa. Der Offizier kann seine Blicke nicht von der erst 20-jährigen Vera lassen und verliebt sich unsterblich in sie. Als Vera dem Hauptmann Rosaj schöne Augen macht, spricht man im Waggon über den Offizier und macht sich über ihn lustig. Für seine Liebe zu Vera sieht er keine Zukunft mehr. Doch dann entschuldigt sich Vera bei ihm und schwört ihm ewige Liebe.

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