Zwischen Mondkult und Sachertorte: Witeks literarischer Wahnsinn mit Methode

Cover von Was sie im Norden der Insel als Mond anbeten, kommt bei uns im Süden in die Sachertorte von Johannes Witek

Ein Einstieg in die radikale Sprachwelt

Johannes Witek präsentiert in Was sie im Norden der Insel als Mond anbeten, kommt bei uns im Süden in die Sachertorte eine ebenso ungewöhnliche wie herausfordernde Mischung aus Lyrik und Prosa. Gespickt mit kritischen und zynischen Untertönen, konfrontiert er seine Leserinnen und Leser mit neuen Wortschöpfungen und einer Aneinanderreihung von Versen, die auf den ersten Blick weder Sinn ergeben noch zusammenpassen wollen. Die gewählten Gedichtformen sprengen bewusst das klassische Bild eines Gedichts.

Die teils surreal anmutenden Inhalte verlangen Aufmerksamkeit, Offenheit und gelegentlich auch ein zweites Lesen, um zu erahnen, was die Zeilen vermitteln möchten. Selbst dann bleibt manches schwer zugänglich. Wer sich auf Witeks Stil einlässt, muss bereit sein, gedanklich um die Ecke zu denken und sich auf ein literarisches Experiment einzulassen.

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Zwischen Lachen und Abgrund: Joachim Zelters Blick auf die „Welt in Weiß“

Cover von Die Welt in Weiß von Joachim Zelter

Acht Kapitel über Krankheit, Tod – und die Absurditäten dazwischen

Joachim Zelter entfaltet in Die Welt in Weiß acht in sich geschlossene Kapitel voller Erlebnisse und Beobachtungen rund um Krankheit und Tod. Mal berichtet er von modernen medizinischen Errungenschaften, dann wieder führt er in vergangene Zeiten und abgelegene Dörfer, in denen schnelle Hilfe kaum zu erwarten war. Ein Kapitel überrascht mit einer unerwarteten Wendung, ein anderes nähert sich fast philosophisch dem Innenleben eines Patienten, der kurz vor einer Operation steht.

Routine, Anonymität und die Sprache der Medizin

Ohne es ausdrücklich zu benennen, kritisiert Zelter die zunehmende Anonymität in Krankenhäusern. Alles scheint in routinierte Abläufe gegossen, die Menschlichkeit droht zu verblassen. Mit spitzer Feder nimmt er die Sprache der Ärzte aufs Korn und zeigt, wie widersprüchlich medizinische Einschätzungen ausfallen können, je mehr Fachleute man konsultiert.

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Samtene Nächte von Aveleen Avide

Samtene NächteSingle Tanja, eine Frau um die dreißig, besucht einen Lesezirkel, in dem sich Frauen gegenseitig erotische Lektüre vorlesen. Dabei macht sie eine ungeahnte, sinnliche Erfahrung.
Ginger, die ihre sexuellen Gelüste auslebt, will etwas Neues ausprobieren und erlebt eine Kuschelparty der besonderen Art.
Arabella und David sind eigentlich ein glückliches Paar, doch ist es Arabellas sehnlichster Wunsch mit heißen Blicken beim Liebesspiel beobachtet zu werden.

Duvessa, eine schöne und begehrenswerte Frau, kann jeden Mann um den kleinen Finger wickeln. Doch für sie kommt nur ein reicher Mann in Frage, alle anderen Männer sind für sie nur Übungspartner, bis ihr Henning begegnet.
Anne und Harald sind glücklich verheiratet. Warum andere, verheiratete Menschen fremdgehen, ist ihr ein Rätsel. Denn mit ausgefallenen Spielen bietet sie ihrem Mann so viele Abwechslungen, dass er nicht den Verlockungen anderer Frauen erliegen kann.

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Heimwege von Gerd Fuchs

HeimwegeIn seinen autobiografischen Erzählungen „Heimwege“ schreibt Gerd Fuchs über seine Kindheit in einem Dorf im Hunsrück, das nach und nach durch Bombengeschwader zerstört wird. Von seinen Erlebnissen der Kinderlandverschickung und wie er schließlich als 16jähriger beschließt zu schreiben. Bücher will er schreiben, ein Schöpfer sein. Obwohl er damals glaubt, dass Schreiben und Glücklichsein einander ausschließen.

Ein unvorbereiteter Wechsel in die Großstadt ist für Fuchs seine Zeit an der Universität in Köln und einem Leben als Untermieter in möblierten Zimmern. Die Arbeit in einem Bergwerk in Herne, eine Burschenschaft, in der er Mitglied wird und wieder austritt, die schlecht bezahlten Tätigkeiten, die das Studentenwerk vermittelt, sind weitere Stationen bis zum Beginn seiner Karriere als Journalist.

Bei einer Tagung der Gruppe 47 wird Fuchs zunächst als Springer-Knecht an den Pranger gestellt. Um dann als junger Autor aus einer seiner Erzählungen zu lesen. Siegfried Lenz und Günter Grass loben ihn, woraufhin er Angebote von zwei Verlagen erhält.

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