Rezension des Romans Misericordias Domini von Tino Hemmann – Zwischen Realität und surrealer Welt

Buchcover: Misericordias Domini von Tino Hemmann

Zerbrechliche Kindheit und familiärer Missbrauch

Maximilian Kramer kann nicht verstehen, warum sein Vater die Familie verlassen hat – und noch weniger, warum seine Mutter sich dem brutalen Conrad zuwendet. Mit acht Jahren wird er Zeuge ihres Liebesspiels, was den Unmut seines Stiefvaters weckt. Ein Schulaufsatz mit dem Titel „Meine schöne Welt“ verfehlt angeblich das Thema, und Maximilian erhält eine schlechte Note, woraufhin seine Mutter zur Schule zitiert wird. Diese Eskalation führt zu immer häufigeren und brutaleren Misshandlungen durch Conrad, die sich verschärfen, als Maximilian neun Jahre alt wird.

Eine Kinderleiche und albtraumhafte Begegnungen

Beim Spielen mit seinem Freund Leon findet Maximilian die Leiche eines Kindes – Hannes Kliem. Dieser mischt sich immer wieder in seine Träume ein.

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Finanzsystem am Abgrund – ein Sachbuch, das Alarm schlägt

Buchcover: Der Crash ist die Lösung von Matthias Weik und Marc Friedrich

Düstere Prognosen und ein Blick hinter die Kulissen der Bankenwelt

Gleich auf den ersten Seiten zeichnen die beiden Ökonomen Matthias Weik und Marc Friedrich in ihrem Sachbuch Der Crash ist die Lösung* ein düsteres Bild der Finanzkrise. Ihre Prognosen aus dem ersten Buch Der größte Raubzug der Geschichte* wurden zu ihrer eigenen Überraschung sogar noch übertroffen.

Den Leser schocken sie, indem sie von einem Währungs- und Notenbankexperiment, einer schleichenden Enteignung in Europa oder einem endgültigen Kollaps sprechen. Die Lehman-Pleite im Herbst 2008 soll – im Gegensatz zu dem, was uns bevorsteht – nur ein Kindergeburtstag gewesen sein. Lediglich der Zeitpunkt könne wegen des fehlenden realwirtschaftlichen Bezugs auch von ihnen nicht vorhergesagt werden.

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Satirischer Sprachkurs für Bewerber: Françoise Hausers Blick auf „Bewerbisch“

Buchcover: Würden Sie für mich aus dem Fenster springen? von Françoise Hauser

Einstieg in die Welt der Bewerbungssprache

Gleich zu Beginn erfährt der Leser, was das Ziel des Buches ist: Die Lektüre soll ihn in die Lage versetzen, die Fremdsprache „Bewerbisch“ zu erlernen – jene Sprache, die jeder Personalchef und Headhunter bereits perfekt beherrscht. Françoise Hauser macht deutlich, welche Redewendungen Bewerber unbedingt vermeiden sollten, und liefert konkrete Verbesserungsvorschläge. In Tabellenform präsentiert sie entsprechende Übersetzungen, wie man sie vom Erlernen einer Fremdsprache kennt. Initiativbewerbungen bezeichnet die Autorin als „Blindbewerbungen“, da sie ihrer Meinung nach ins „blinde Verderben“ führen.

Stellenausschreibungen als sprachliche Mogelpackung

Anhand einiger Beispiele von Stellenausschreibungen zeigt Hauser, was stilvolle Umschreibungen tatsächlich bedeuten. Denn auch hier bedienen sich Unternehmen einer Sprache, die an Reiseprospekte erinnert und viel Raum für Interpretation lässt.

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Wirtschaftsthriller mit realem Hintergrund: Claudio Canteles „Im Visier der Heuschrecken“

Buchcover: Im Visier der Heuschrecken von Claudio Cantele

Ein bedrohliches Szenario: Staatsbankrott in Lettland

Droht ein Staatsbankrott, sind drastische Maßnahmen unumgänglich – ein umfassender Logistikplan muss greifen. So schildert es Claudio Cantele in seinem packenden Wirtschaftsthriller Im Visier der Heuschrecken* am Beispiel Lettlands: Ausstehende Zahlungen an ausländische Energieversorger führen zur Rationierung von Benzin. Polizei und Feuerwehr genießen Vorrang, wodurch Berufspendler zunehmend Schwierigkeiten haben, zur Arbeit zu gelangen. Für medizinisches Personal werden Kleinbusse bereitgestellt, während Strom nur noch stundenweise zur Verfügung steht – inklusive Ausfällen im Telefonnetz. Auch Beamtengehälter bleiben aus, Unmut macht sich breit, das öffentliche Leben bricht zusammen.

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„Papa hat dich lieb“ – Ein Kriminalroman über ein verdrängtes Tabu

Buchcover: Papa hat dich lieb von Gerd J. Merz

Ein Thema, das niemand sehen will

Obwohl die Öffentlichkeit durch die in letzter Zeit immer häufiger bekannt gewordenen Fälle von Kindesmissbrauch sensibilisiert sein müsste, werden allein in Deutschland jedes Jahr noch immer tausende Kinder sexuell missbraucht. Offensichtlich können sie sich niemandem anvertrauen – oder anders gesagt: Zu viele sehen lieber weg.

Dieses Schicksal teilt im Kriminalroman Papa hat dich lieb* auch die 18-jährige Eva aus dem rheinland-pfälzischen Alzey. Ihre Freundin Angelika, die allein mit ihrer Mutter Maike Berger lebt, bemerkt zunehmend eine Veränderung an ihr. Als Eva spurlos verschwindet, warnt Kriminalhauptkommissar Alfred Breuner Angelikas Mutter vor weiteren Nachforschungen – schließlich sei Eva bereits volljährig.

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Wenn das Wasser die Wahrheit verschlingt

Cover von Und dann kam das Wasser Dagmar Isabell Schmidbauer

Ein Leichenfund im Hochwasser

Oberkommissarin Franziska Steinbacher und Kriminalhauptkommissar Josef Schneidlinger von der Mordkommission Passau werden während des Hochwassers in ein ehemaliges Ladenlokal zu einer Leiche gerufen. Der Oberkörper des Mannes steckt in einem blauen Müllsack, und an seinem Hals klafft ein tiefer Schnitt.

Doch dann bricht das Wasser durch die Scheiben. Die Kommissarin entkommt beim Fotografieren des Tatorts nur knapp dem Tod. An eine Bergung der Leiche ist zunächst nicht zu denken – weder Identität noch Todeszeitpunkt können ermittelt werden.

Die Ermittler erfahren, dass das Ladenlokal einer Erbengemeinschaft, bestehend aus den Brüdern Christian, Bernhard, Josef und Franz Beinhuber, gehört. Anwalt Viktor Mooslechner wurde mit der Angelegenheit betraut, doch er bleibt spurlos verschwunden.

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Rezension: Rattenlinie Bariloche – Fiktion mit realem historischen Schatten

Buchcover: Rattenlinie Bariloche

Kriminalfall mit internationalem Sog

Schnell ist für Hauptkommissarin Verena Mayer-Galotti und ihren Kollegen André Hase klar: Der Sturz von Randolf Bock aus dem fünften Stock eines Berliner Hotels war kein Unfall, sondern Mord. Die Ermittlungen führen die beiden zu Bocks Arbeitgeber sowie zu Paul Kamm und der Table-Dancerin Martha Maaßen, deren Verhalten die Ermittler überrascht.

Eine Fotokappe mit Fingerabdrücken von Ari Kelch, gefunden unter dem Fenster des Toten, bringt Bewegung in den Fall. Bei Kelch wird belastendes Fotomaterial gefunden – er wird vorläufig festgenommen. Doch statt sich weiter als Fotograf auszugeben, behauptet Kelch nun, als Privatdetektiv gearbeitet zu haben, und bietet Mayer-Galotti seine Unterstützung an.

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Zwischen Weltreise und Spottdrossel: Uwe Helfrichs Gedichtband im Blick

Buchcover: Lass uns ins Blaue reisen – Das wir sind

Vom Hörbuch zur gedruckten Sammlung

Nachdem der Cenarius Verlag bereits das Hörbuch Lass uns ins Blaue reisen – Das wir sind* mit einer Auswahl an Gedichten, gesprochen und verfasst von Schauspieler, Kabarettist und Autor Uwe Helfrich, erfolgreich veröffentlicht hat, liegt nun auch die vollständige Gedichtsammlung in gedruckter Form vor.

Eine Reise ins Blaue ist dieser Gedichtband jedoch zumindest geografisch nicht, denn bereits im Inhaltsverzeichnis erfährt der Leser, wohin die Reise gehen soll: von Deutschland über die Niederlande nach Israel, weiter im Flugzeug nach Spanien und von der Ukraine in die USA nach Arizona und North Carolina. Danach führt der Weg über Indien nach Belgien, zurück nach Berlin und schließlich nach Nordrhein-Westfalen.

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„Dicker als Blut“ – Gesellschaftskritischer Kriminalroman mit Kultfaktor

Buchcover: Dicker als Blut von Katja Kleiber

Mordfall Frankfurt – Der spannende Auftakt

Dem Frankfurter Rechtsanwalt Hans-Jochen Ebert wird grausam das Leben genommen: Nach vorheriger Folter durchtrennt ihm jemand die Kehle. Noch vor dem Eintreffen der Polizei bittet seine Kollegin Freya die Privatdetektivin Sandy um diskrete Ermittlungen am Tatort. Die Tochter des Ermordeten, Verena, eine Studienfreundin von Freya, engagiert Sandy, um den Täter zu finden – obwohl für sie und die Boulevardpresse bereits Kevin H. als Schuldiger feststeht. Er ist Hausbesetzer einer Villa, gegen die Ebert eine Räumungsklage geführt hatte.

Ermittlungen mit Ecken und Kanten

Sandy, ehemalige Punkerin mit unkonventionellem Lebensstil, nutzt ihre Szene-Kontakte: Ein Insider führt sie zum geheimen Versteck von Kevin H., genannt „Che“. Im weiteren Verlauf ihrer Nachforschungen trifft sie auf Olga, die Putzfrau des Ermordeten, sowie den Bordellbetreiber Dietmar Berger – eine Spur ins Rotlichtmilieu tut sich auf.

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Verbrechen hinter den Kulissen: Beate Baums Kriminalroman „Auf Sendung“

Buchcover: Auf Sendung von Beate Baum

Ein mysteriöser Fall im Nachwendedeutschland

Rund zwei Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer besitzen in Erfurt nur wenige Privathaushalte ein Telefon. In dieser Zeit ist der Kriminalroman Auf Sendung* von Beate Baum angesiedelt. Kirsten Bertram und Andreas Rönn vom „Tageskurier“ sind einem Verrechnungsschwindel auf der Spur. An einer Werbekampagne für eine Striptease-Show des Privatsenders PLT scheint etwas faul zu sein, denn zwei Mädchen, die einen Preis gewonnen haben, bleiben plötzlich verschwunden.

Manfred Haffmann, der Organisator der Show, wird tot in seinem Büro aufgefunden – ausgerechnet von Andreas, der nun selbst in den Kreis der Verdächtigen gerät. Zum Glück hat Kirsten kürzlich die Bekanntschaft des Privatdetektivs Dale gemacht, der sich in die Ermittlungen einschaltet.

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