Der Roman „Die letzte Nacht des Matze Blitz“ von Aleks Wiercinski

Ein Außenseiter findet Anschluss
Als Mateusz Blizniak im Alter von acht Jahren zu Beginn der 1990er-Jahre mit seiner Mutter aus Polen nach Schwetzingen übersiedelt, lernt er innerhalb eines Jahres die deutsche Sprache nahezu perfekt. Da seine Mitschüler seinen polnischen Namen kaum aussprechen können, nennen sie ihn kurzerhand Matze Blitz. Der als Außenseiter geltende Junge freundet sich in der siebten Klasse einer Hauptschule mit Robert, Daniel und Steff an.
Steff, wie Matze ein Scheidungskind, wird aufgrund seiner nazifreundlichen Gesinnung gelegentlich „Adolf“ genannt. Der wortkarge und eher nachgiebige Robert mit russischen Wurzeln trägt den Spitznamen „Josef“. Daniel, dessen Mutter aus Thailand stammt, teilt sich seine Wohnung mit dem Türken Erkan – bei ihm treffen sich die grundverschiedenen Freunde regelmäßig.


Für das Kinderbuch 

Der 17-jährige Cap lebt mit seiner Mutter im ärmlichen Hamburger Stadtteil Veddel, wo viele Menschen von Industrieanlagen umgeben auf engstem Raum zusammenleben müssen. Eines Abends belauscht er in der S-Bahn eine Gruppe Jugendlicher, die auf dem Weg zu einer Hausparty an der Elbchaussee sind, und er beschließt ihnen zu folgen. Cap schafft es sogar, sich an den Sicherheitskräften vorbei Zugang zu der Poolparty zu verschaffen und ist von dem Reichtum geblendet. Nachdem er sich einen kurzen Überblick über den großzügigen Garten verschafft hat, erblickt er Lara, die sich offensichtlich langweilt. Er setzt sich zu ihr, sie tauschen Küsse aus und ziehen sich in eines der Gästezimmer zurück. Kurzerhand behauptet Cap, dass er der Hausherr ist, dem das alles gehört.
Der kleine Juri wendet sich ausgerechnet mit der Bitte „Pass auf mich auf!“ an Herrn Schnippel, der überhaupt keine Erfahrung im Umgang mit Kindern hat. Obwohl Herr Schnippel eigentlich zufrieden in seiner Hängematte liegt, lässt er sich zum Aufpassen überreden. Als Juri hoch auf einen Apfelbaum klettert, lobt ihn Herr Schnippel für seine Kletterkünste und wird von dem Kind darüber belehrt, dass er ihm so etwas verbieten müsste. Den nächsten Fauxpas begeht Herr Schnippel, indem er Juri zum Sprung vom Baum auffordert, wobei ihm der Kleine wieder begreiflich macht, wie er sich als Aufsichtsperson richtig verhalten müsste.
Die 17-jährige Johanna hat sich darauf gefreut, während des Urlaubs ihres Musiklehrers seine Katzen in seinem Haus mit großzügigem Garten und Pool zu hüten. Anfangs genoss sie das tägliche Bad und fühlte sich wie in einem Ferienhaus, doch zunehmend wich ihr Glück einer ungewissen Angst. Wenn sie nur misstrauischer gewesen wäre, hätte dieser Sommer ihr Leben nicht so nachhaltig verändert. Noch ein Jahr später versucht Johanna zu vergessen. Als ihr ein Zeitungsartikel in die Hände fällt, in dem die 14-jährige Kim als vermisst gemeldet wird, plagen Johanna Gewissensbisse, ob sie das nicht hätte verhindern können. Immerhin könnte die Vermisste dasselbe Schicksal wie sie ereilt haben, wenn es sich um denselben Täter handelt.