Zwischen Trauma und Hoffnung – ein Roman, der nachhallt

Cover von Die Frauen der Familie von Katherena Vermette

Wer sind die Indigenen? Ein notwendiger Einstieg

Indigene sind die Nachkommen der ursprünglichen Bevölkerungen eines Landes – Menschen, deren Kulturen, Sprachen und Traditionen bereits vor der Kolonisierung existierten. Zu ihnen zählen unter anderem die Indianer Nord- und Südamerikas, die Aborigines in Australien, die Māori in Neuseeland, die Inuit der Polarregion, die Sami Nordeuropas sowie zahlreiche indigene Gruppen in Bolivien, Guatemala und Peru.

Katherena Vermette, selbst indigene Kanadierin, weist in ihrem Roman Die Frauen der Familie* in einer einleitenden Warnung darauf hin, dass das Buch für viele Leserinnen und Leser mit traumatischen Erfahrungen belastend sein kann. Umso bewusster habe sie „Liebe und Hoffnung“ in ihre Texte gelegt.

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Zwischen Sehnsucht und Ausgrenzung – Laura Vinogradovas Roman „Sanna und Lia“

Cover von Sanna und Lia von Laura Vinogradova

Kindheit im Heim

Die dreizehnjährige Sanna, die nichts über den Verbleib ihrer Mutter weiß, lebt seit sieben Jahren in einem Kinderheim, in dem die Erzieherin es gut mit den Kindern meint. Wie alle Heimkinder ist auch sie auf Kleiderspenden angewiesen und darf gelegentlich ein Wochenende bei einer Schulfreundin verbringen, die in einem großen Haus in der Nähe des Heims wohnt. An ihrem vierzehnten Geburtstag singt man ihr ein Ständchen, und nur der Romajunge Andrejs wagt es, ihr einen „ordentlichen Schmatzer“ auf die Wange zu geben – was sie sehr verlegen macht. Wenn sich jemand über sie als Heimkind lustig macht, reagiert Sanna impulsiv und schlägt unbarmherzig zu.

Der Weg nach Riga

Nach einem solchen Vorfall fährt Sanna nach Riga und kommt in einem Wohnheim unter. Für einen Monat hat man ihr Geld zum Leben mitgegeben.

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Zwischen Parkbank und Perspektivwechsel – Mac Conins bissiger Roman über Hoffnung am Rand der Gesellschaft

Cover von Nirgendwann von Mac Conin

Perspektiven einer gescheiterten Flucht

Johanna, die von ihren Freunden nur Jo genannt wird, kann trotz eines Jobs im Café Moloko die Miete nicht aufbringen. Eine Rückkehr zu ihren Eltern kommt für sie nicht infrage – ihr Vater hatte sie wiederholt vergewaltigt, und von ihrer alkoholabhängigen Mutter war keine Hilfe zu erwarten. Naiv glaubte sie, in Köln eine solide Basis für ihre zwölfjährige Schwester Hella und ihren sechzehnjährigen Bruder Pete zu schaffen und sie bald zu sich holen zu können. Um ihren Hunger zu stillen, bediente sie sich gelegentlich an den Vorräten im Café, wenn ihr Chef Freddi nicht hinsah. Nun hat ihr auch noch ihr Vermieter Jörg Triebel „dieses kleine, beschissene, teure Apartment“ gekündigt.

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Verbotene Freundschaft, wachsender Hass – und ein Unglück, das niemand aufhalten kann

Cover von Wen liebst du, wenn ich tot bin? von C. J. Flood

Ein Sommer auf der Silverweed‑Farm und eine Begegnung, die alles verändert

C. J. Flood nimmt sich in ihrem Jugendroman Wen liebst du, wenn ich tot bin? einem heiklen Thema an, denn es geht um den Tod eines jungen Menschen. Schon im Prolog wird das spätere Geschehen vorweggenommen: Ein Fünfzehnjähriger liegt im Grab.

Die dreizehnjährige Iris lebt mit ihrem Vater und ihrem fünfzehnjährigen Bruder Sam auf der Silverweed‑Farm im englischen Ashbourne, nachdem ihre Mutter sich vor drei Monaten auf unbestimmte Zeit zur Selbstverwirklichung verabschiedet hat.

Während Iris’ Vater voller Abneigung zur Kenntnis nimmt, dass sich Zigeuner auf der Pferdekoppel niedergelassen haben, ist Iris neugierig. Sie beobachtet einen Jungen, der kaum älter ist als sie, folgt ihm und freundet sich mit Trick an, der irischer Abstammung ist und die Ansässigen „Gadschos“ nennt.

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Die letzte Hexe – Kajas geheimnisvolle Reise ins Unbekannte

Cover von Die Legende von der letzten Hexe von Lucie Flebbe

Ausgrenzung im Waisenhaus

Kaja lebt in einem Waisenhaus und wird wegen ihrer knallroten Haare von den anderen Kindern ausgegrenzt und gedemütigt. Das macht sie sehr unglücklich. Eines Tages verkauft Herr Knochowitsch, ein böser alter Mann, vor dem sich alle Kinder fürchten, das Mädchen für fünf Mettwürste an den Händler Dutsch. Mit ihm verlässt Kaja zum ersten Mal das abgelegene Dorf im Tal.

In der ersten Nacht schläft sie besser als jemals zuvor, da sie im Gegensatz zum ungeheizten Waisenhaus in einem warmen Stall untergebracht ist. Während der Wanderschaft, auf der Dutsch sie bei Bauern als Magd verkaufen will, entdeckt Kaja zwischen seinen Sachen das Buch „Die Legende von der letzten Hexe“, das sie mit Spannung liest.

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